TA-Institutionen UND - Programme


Übersicht:

OTA's Vermächtnis

OPRT Paris geschlossen

STEPI Science and Technology Policy Institute, Korea (in English)

"Grünbuch zur Innovation" der Europäischen Kommission

Europäische TA-Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler

Technikfolgenforschung in BW - Dokumentation 1995

European Health Policy Research Network

TA-Programm Schweiz: Der Blick in die Zukunft

Studienangebot Technikfolgen - Umwelt der TU Chemnitz

PIAS, Prag, als EPTA-Beobachter anerkannt


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OTA's Vermächtnis

Das Office of Technology Assessment des US Congress, das Ende September des vergangenen Jahres geschlossen wurde - wir berichteten darüber - hat jetzt dem Kongreß sein Vermächtnis,"OTA's Final Legacy", überreicht, wie es Roger C. Herdman, der letzte amtierende Direktor des OTA in einer Pressemitteilung des Kongresses vom April '96 formulierte. Sämtliche 755 Forschungsberichte, die das OTA im Laufe seiner 23jährigen Geschichte für Mitglieder und Ausschüsse des Kongresses erarbeitet hat, sind als CD-ROM verfügbar. Die Sammlung könnte, so Herdman, noch für viele Jahre ein wichtiges Instrument der politischen Analyse und Entscheidungsfindung im Bereich von Wissenschaft und Technik sein. Die Berichte umfassen alle wissenschafts- und technologiebezogenen Felder, mit denen das OTA sich befaßt hat: Verteidigung, Raumfahrt, Energie, Umwelt, Bildung, Transport, Gesundheit, Wirtschaft, Telekommunikation und Neue Werkstoffe.

Während eine 17-köpfige "close-out" Mannschaft die Schließung des Büros in der Zeit von Oktober '95 bis März '96 abwickelte, erstellte ein kleines Projektteam, in Zusammenarbeit mit einem Softwarebüro und unterstützt von freiwilligen ehemaligen Mitarbeitern des OTA, die vollständige Veröffentlichung sämtlicher OTA-Berichte sowie einer Reihe von "Background Papers" und "Contractor Documents" auf CD-ROM. Die insgesamt fünf CDs enthalten mehr als 100.000 Seiten Volltext und Graphiken, mit einer Einführung zur Struktur und Geschichte des Office. Die Sammlung ist voll indexiert und im portable document format (PDF) gespeichert, lesbar mit Acrobat-Software von Adobe, die auch auf der CD-ROM enthalten und kompatibel mit Windows, Apple, DOS und Unix ist, d.h. die CD-ROM ist nahezu auf jedem PC zu nutzen. Die CD ist leicht verständlich und übersichtlich aufgebaut, die Qualität der Graphiken, Tabellen und Abbildungen ist hervorragend - weitaus besser als das Angebot des OTA im Internet, das im übrigen auch noch sehr begrenzt ist. Der Preis von $23,-- bezieht sich wirklich auf das gesamte Set, was wir am Anfang gar nicht glauben wollten!

An dieser Stelle sei außerdem darauf hingewiesen, daß die TA-Datenbank selbst Angaben zu 719 Veröffentlichungen des OTA und den dazugehörigen Projekten enthält. Eine Recherche in der Datenbank würde also einen sehr guten Überblick über das gesamte Spektrum der Publikationen des OTA liefern.

Zu den Bemühungen um eine Fortführung der Arbeit des OTA ist anzumerken, daß alle bisherigen Versuche, private Gelder für die institutionelle Absicherung des "little OTA", dem Institute for Technology Assessment (ITA) zu gewinnen, gescheitert sind. Ein ausführlicher Artikel zur Gründung des ITA, seiner geplanten Struktur und Organisationsform sowie den möglichen Adressaten seiner Arbeit ist von Vary Coates, der Präsidentin des ITA, in den TA-Datenbank-Nachrichten vom Dezember 1995 veröffentlicht worden.

Für die vergebliche Suche nach Geldern führt Vary Coates folgende mögliche Gründe an: Zum einen wollten die gemeinnützigen Verbände bzw. die Stiftungen nicht den Eindruck erwecken, als ob sie bereit wären, Arbeiten zu finanzieren, die der Kongreß verworfen hat. Außerdem sähen die Stiftungen ihre Aufgabe nicht darin, Institutionen zu schaffen ("foundations are not in the institute-building business"). Zudem stünde bei einigen potentiellen Geldgebern auch die folgende Überlegung im Hintergrund: Wenn vom Kongreß gestrichene Funktionen oder Aufgaben in private Finanzierung übernommen würden, könnte das den Kongreß vielleicht sogar noch zu weiteren Kürzungen ermutigen, um Sparbereitschaft zu demonstrieren.

Gegenwärtig bemüht sich das ITA um Fördermittel für einzelne TA-Projekte. Es hat z. Z. keinen full-time Stab, kann jedoch dank einer Anschubfinanzierung der Garfield Foundation (u.a. The Scientist) ein kleines Büro in Washington unterhalten. Trotz der großen Enttäuschung über die vergeblichen Bemühungen um eine Grundfinanzierung wird in der Privatisierung die einzig realistische Chance für die Fortführung der Arbeit des OTA und damit für die Zukunft des ITA gesehen. Das ITA hat nach Meinung seiner Befürworter durchaus eine Chance ("plausible opportunity"), eine Nische zu besetzen, und als Erbe des OTA als privat-finanzierte Einrichtung TA-Studien u.a. an Regierungsbehörden, Wissenschaftliche Vereinigungen und die 51 Bundesregierungen zu "verkaufen".

(I.v.B)

Bestellhinweis für die CDROM

"OTA Legacy", Vol. 1-5
GPO stock number S/N 052-003-01457-2
Superintendent of Documents
P.O. Box 371954
Pittsburgh, PA 15250-7974
Tel.: +1-202-512 1800
Fax: +1-202-512 2250


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Collège de la Prévention des Risques Technologiques geschlossen

Weitaus weniger Beachtung als die Schließung des Office of Technology Assessment (OTA) durch den US Kongreß fand die Schließung des französischen Collège de la Prévention des Risques Technologiques (CPRT) durch die Französische Regierung.

Das Collège wurde 1989 vom sozialistischen Premierminister Michel Rocard gegründet, um unabhängige Einschätzungen zu technologischen Risiken vorzunehmen. Es war dem Büro des Premierministers angegliedert und hatte 12 Mitglieder, die vom französischen Präsidenten für die Daür von sechs Jahren ernannt wurden. Jeweils ein Drittel der Mitglieder wurden nach zwei Jahren ausgetauscht bzw. wiederernannt. Das Collège hatte keine Dauerstellen für Personal, was seine Schließung sicher erleichtert hat.

Das Collège nahm seine Einschätzungen zwar teilweise auf Wunsch der Regierung vor, hatte aber auch das Mandat, von ihm selbst ausgewählte Themen zu behandeln. Es hatte ferner die Möglichkeit, seine Empfehlungen der Öffentlichkeit bekanntzugeben.

Ähnlich wie beim OTA war ein wichtiges Motiv für die Schließung, Sparwillen zu demonstrieren. Wie beim OTA mag es auch parteipolitische Gründe für die Schließung gegeben haben: ähnlich wie das OTA eher den Demokraten zugeordnet wurde, wurde das CPRT mit den Sozialisten identifiziert. In der Vergangenheit hatte sich das Collège zu solchen Industrien wie Kernkraft, Chemie, Biotechnologie und Petrochemie geäußert.

Der letzte Vorsitzende des CPRT, Jean-Jacques Salomon, wies darauf hin, daß der Spareffekt angesichts des relativ kleinen Haushalts des Collège (FF 1,5 Mio) wohl kaum ausschlaggebend gewesen sein kann. Nach seinen Aussagen müsse die Regierung der Ansicht sein, daß die Franzosen keinerlei technischen Risiken ausgesetzt seien, oder daß sie keine Kritik wünscht. Hinter der Schließung habe Druck von Einrichtungen wie der Atomenergiekommission gestanden.

Ironischerweise, so der Kommentar in Nature, wurde der Beschluß zur Schließung des CPRT in der Woche bekannt, in der die erneute und verschärfte Diskussion um die Risiken des "Rinderwahnsinns" (BSE) für den Menschen ausbrach.

(M. Rader, ITAS nach Nature Vol. 379/380)


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STEPI - Science and Technology Policy Institute

Since its foundation in 1987, The Corean Science and Technology Policy Institute's activities have been expanded to cover not only S&T policy research but also planning, management, and evaluation of national R&Ds and coordination of international S&T cooperation.

In the field of S&T policy research, STEPI is currently operating six policy research programs covering a wide spectrum of areas, which are designed to meet the demands of government, industry, and academia. At the same time, the research programs are formulated in such a way as to promote individual researchers' capability-building by taking their research interests and long-term research objectives into consideration.

In order to maximize R&D productivity with limited R&D resources, in 1992 the Korean government called upon STEPI to take the overall responsibility of planning, managing and evaluating national R&D projects. Since its taking over this important task, STEPI has exerted its efforts to develop efficient R&D management systems appropriate for Korea's internal and external environments, to diffuse the R&D management system to the private sector, and to promote international joint research on R&D management.

The changing international environment surrounding science and technology and the ensuing need for internationalization of Korea's science and technology activities call for harmonized and well-balanced efforts of the S&T community to promote international S&T cooperation and exchanges. It is in response to such a demand that STEPI took an additional function of coordinating and promoting international S&T cooperation. STEPI has been mandated to draw up plans for and implement programs to promote international interaction and exchanges between domestic organizations/individuals and their counterparts abroad.

Corresponding to these functions STEPI is organized in three divisions:

Division of Science and Technology Policy Research

The Division conducts research on major S&T policy issues. The major research topics by the Division are all geared to the needs of the Korean government and/or S&T community. Its accumulated expertise and experience in S&T policy research has contributed to the efficient national S&T policy formulation and implementation. The Division also analyzes or assesses domestic and international trends on S&T policies. The reports, academic papers, and other publications of the Division present strategies which the Korean government and S&T community can take in responding to the actual policy issues. To carry out this important task, six "Research Teams" have been established.

Division of National R&D Planning and Management

The major role of the Division is to plan and manage the national R&D programs administered by the Ministry of Science and Technology including the Highly Advanced National (HAN) Project. The Division has been mandated with R&D planning, project selection and evaluation. In addition, a group of policy experts is also carrying out research on technology management systems to improve the productivity of the national R&D programs and eventually to make a substantial contribution to the development of Korea's science and technology. Through the cooperative system between scientists/engineers and R&D management experts, the Division tries to enhance the quality of its management work. The Division's major activities cover the whole cycle of the national R&D management.

Center for International Science and Technology Cooperation (CISTEC)

The Center for International Science and Technology Cooperations is an organization within STEPI, which has been set up to promote international scientific and technological cooperation. The major activities of the CISTEC include planning, implementing, and coordinating international S&T cooperative programs (among these, a Korea-EU Cooperation Program has been set up including a "Joint Workshop" and a "Technology Study Mission"); building infrastructure for international S&T cooperation; establishing international information, personal, and institutional networks; and carrying out international cooperation policy research. To actively respond to the foreign and domestic needs for cooperation, CISTEC's programs are geared to supporting individual scientists and organizations in their efforts for international cooperative activities. As a focal point for the nation's international S&T activities, CISTEC will play a leading role in the globalization of the Korean science community.

Contact

Science & Technology Policy Institute (STEPI)
Division of S&T Policy Research
Younghee Lee, Ph.D.
Senior Researcher
P.O. Box 255
Seoul, Korea
Tel.: ++ 82-2/250-3062
Fax: ++ 82-2/253-8678
E-mail: lyohee@stepimail.stepi.re.kr


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Diskussionen zum "Grünbuch zur Innovation" der Europäischen Kommission abgeschlossen

von Michael Rader, ITAS

Weitgehend abgeschlossen ist die breite öffentliche Diskussion des Grünbuchs Innovation der Europäischen Kommission, die mit dessen Vorlage Anfang des Jahres begann. Das aufwendige Verfahren um dieses Grünbuch ist ein deutlicher Hinweis auf den hohen Stellenwert, den die EU Kommission gegenwärtig allen Aspekten von Innovation zuerkennt. Triebkraft ist hier die Sorge, daß Europa, insbesondere die Mitgliedsstaaten der EU, im internationalen Wettbewerb aufgrund des "europäischen Paradox" ins Hintertreffen geraten könnte: "Verglichen mit den Hauptkonkurrenten ist die wissenschaftliche Leistung der EU hervorragend; die technologische Leistung ist in den letzten 15 Jahren jedoch in den Hochtechnologiesektoren wie Elektronik und Informationstechnik zurückgegangen. ... Eine wesentliche Schwäche Europas ist demnach seine mangelnde Fähigkeit, seine Forschungsergebnisse und technologische Kompetenz in Innovationen und Wettbewerbsvorteile umzusetzen." (S.6)

Bei ihren Versuchen, diese Mängel zu beheben, setzt die EU Kommission auf Intelligenz und Investitionen im immateriellen Bereich. Lebenslanges Lernen, Kreativität, die Nutzung von Forschungsergebnissen und die Antizipation technischer und kommerzieller Trends sind demnach Ansätze zur Verbesserung der Situation. In den Unternehmen sollen nach den Vorstellungen der Kommission Managementqualitäten, die Offenheit gegenüber externen Impulsen und die Beteiligung der Beschäftigten am Innovationsprozeß verbessert werden. Schließlich erkennt die Kommission die Notwendigkeit einer Verbesserung des Klimas für Investitionen im Hinblick auf Finanzierung, Nutzung von Rechten am geistigen Eigentum, Regulierung und Normen.

Ein weiteres Ziel der Bestrebungen der Kommission ist es, aus erfolgreichen Beispielen in den Mitgliedsstaaten und Regionen zu lernen, um "best practices" zu verbreiten.

Das Grünbuch enthält Vorschläge in 13 Aktionslinien mit fast 130 Einzelmaßnahmen, die zur Stärkung der Innovationskraft Europas beitragen sollen. Mit dem Grünbuch wollte die Kommission eine breite Debatte zu sämtlichen Aspekten der Innovation stimulieren, die denn auch bis zum 10. Mai weitgehend dezentralisiert stattgefunden hat. Im Juni fanden zentrale Abschlußdiskussionen statt.

Das Grünbuch enthält u.a. einen Kasten zum Arbeitsprogramm des Institutes for Prospective Technological Studies (IPTS, Sevilla) und die gesamte Aktionslinie 1 ist mit Erfassung technologischer Entwicklungen und technologischer Zukunftsforschung überschrieben. Auch in diesem Abschnitt ist von einer wichtigen Rolle des IPTS für die Sammlung und Verteilung innovationsrelevanter Informationen die Rede. Innerhalb der Aktionslinie soll das European Technology Assessment Network (ETAN) vor allem dem Erfahrungsaustausch zu durchgeführten Technology Foresight Vorhaben in den Mitgliedsstaaten dienen. Die Ergebnisse der in diesem Rahmen stattfindenden Diskussionen sollen u.a. zu sozialökonomischen Prognosen führen, die eine Grundlage für die Formulierung von Forschungsprogrammen und - einzelvorhaben durch die EU Entscheidungsträger bilden sollen.

Als weiteres wichtiges Feld auf dieser Aktionslinie sieht die Kommission die Untersuchung des Verhältnisses zwischen neuen Technologien, den Förderinstrumenten für ihre Nutzung und dem wirtschaftlichen Umfeld (Programmevaluation).

Die Auswertung der Diskussionen zum Grünbuch durch die Kommission findet noch statt, doch zeichnen sich die drei Prioritätsbereiche Forschung, Finanzierung von Innovationen, sowie die Regulierung und rechtliche Regelung ab. Die Kommission plant, im Herbst einen Aktionsplan zur Förderung der Innovation vorzulegen, der als Vorstufe einer umfassenden, langfristigen europäischen Innovationspolitik anzusehen ist.

Das "Grünbuch zur Innovation" ist zum Preis von 7 ECU in allen Amtssprachen der EU erhältlich.

Bezug über

Stelle für offizielle Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
2 rue Mercier
L-2985 Luxembourg
Fax: + 352-488573

oder im World Wide Web:

http://www.cordis.lu/grnpaper.htm


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Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen

von Armin Grunwald

Am 11. März 1996 wurde die "Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH" gegründet. Als Direktor wurde Professor Dr. Carl Friedrich Gethmann berufen, der das Fach Philosophie mit dem Schwerpunkt Angewandte Philosophie an der Universität Essen vertritt. Herr Gethmann hat u.a. eine Reihe interdisziplinärer Projekte zur Technikfolgenbeurteilung und zu ethischen Fragen von Wissenschaft und Technik durchgeführt.

Ziele und Aufgaben

Die Europäische Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler ist eine Einrichtung zur wissenschaftlichen Politikberatung. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der problemorientierten Untersuchung und Beurteilung von Folgen absehbarer mittel- und langfristiger Prozesse für das individuelle und soziale Leben, die von Entwicklungen in Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie den medizinischen Disziplinen ausgehen. Ziel der Akademie ist es, die Möglichkeiten langfristiger und verläßlicher Förderungspolitik im Hinblick auf Forschung und Entwicklung zu verbessern. Die Akademie will Zukunftsthemen in wissenschaftlicher Unabhängigkeit diskutieren und eine Stätte des Dialogs von Wissenschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft sein. Insbesondere wird die Akademie Themen bearbeiten, die einen europäischen Bezug aufweisen, z.B. durch die Analyse der Folgen, die die Normsetzung auf europäischer Ebene für die nationale Entwicklung hat. Dies umfaßt auch und vor allem Fragen, die mittel- und osteuropäische Staaten betreffen.

Im Spannungsfeld der gesellschaftlichen Konfliktlinien um Wissenschaft und Technik wird die Akademie Chancen und Risiken wissenschaftlich-technischer Entwicklungen in wissenschaftlicher Rationalität erforschen und beurteilen. Sie geht davon aus, daß es nicht nur Aufgabe der Wissenschaft ist, der Gesellschaft Verfügungswissen bereitzustellen, sondern daß Wissenschaft der Gesellschaft gegenüber auch in der Pflicht steht, Orientierungswissen zum Umgang mit diesem Verfügungswissen zu erarbeiten.

Die Akademie wird Chancen und Risiken wissenschaftlich-technischer Entwicklungen unvoreingenommen vergleichen bzw. Methoden und Verfahren für solche Vergleiche entwickeln oder weiterentwickeln, um Technik- und Wissenschaftskontroversen zu versachlichen und die Stellungnahme der Wissenschaft mit argumentativem Gewicht in diese Kontroversen einzubringen. Der Begriff der Akzeptabilität von Risiken wird im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen. Dagegen besteht die Aufgabe der Akademie nicht darin, kurzfristig Akzeptanz für neue Technologien zu schaffen.

Die Akademie wird zu ausgewählten, im Sinne der Politikberatung relevanten Themen Projekte durchführen, in denen die Aussagen des Systems Wissenschaft auf den entsprechenden Beratungsbedarf der öffentlichkeit und der Forschungs- und Technologiepolitik fokussiert werden. Diese Aussagen werden in Form von themenspezifischen Memoranden (Gutachten) gebündelt und der interessierten Öffentlichkeit, der Fachwelt und der Politik als Beratungs- und Entscheidungsgrundlage zu bestimmten Fragen der Forschungsförderung oder Technologiepolitik zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus wird die Akademie eigenständig konzeptionelle und methodologische Forschung im Umkreis von wissenschaftlicher Politikberatung durchführen. Dabei werden die bekannten Verfahren der Technikfolgenabschätzung und -bewertung und der Ethik der Technik aufgegriffen, weiterentwickelt und an Fallbeispielen praktisch erprobt. In diesem Kontext kommt aufgrund der bekannten systemischen Verflechtung der Wirkungszusammenhänge den systemanalytischen Verfahren eine besondere Bedeutung zu.

Organisation und Ausstattung

Die Akademie wurde in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet, welche zur Gemeinnützigkeit verpflichtet ist. Gesellschafter sind das Land Rheinland-Pfalz und die Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Aufsichtsorgane sind die Gesellschafterversammlung und der Geschäftsführende Ausschuß. In wissenschaftlichen Fragen, wie z.B. der Wahl der Themen für Akademie-Projekte und der Beurteilung der wissenschaftlichen Qualität, wird die Akademie von einem Wissenschaftlichen Beirat beraten.

Das Budget der Akademie umfaßt bis zu 3 Mio. DM, welches zu etwa gleichen Teilen vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie im Rahmen seiner Projektförderung für Technikfolgenabschätzung und vom Land Rheinland-Pfalz als Gesellschafter getragen wird. Die DLR beteiligt sich (außerhalb der genannten Summe) durch die Bereitstellung von 4 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter und durch administrative Unterstützung.

Zum 1. Mai 1996 wird die Akademie angemietete Räumlichkeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler beziehen. Die endgültige Unterbringung erfolgt in einem vom Land Rheinland-Pfalz zu erstellenden Neubau in der Nähe des historischen Ortskerns von Ahrweiler.

Arbeitsweise

Die Arbeit der Akademie vollzieht sich vor allem in Form von thematisch begrenzten und zeitlich befristeten Forschungsprojekten. Die Themen dieser Projekte werden von der Akademie nach Beratung durch den Wissenschaftlichen Beirat im Rahmen ihres Auftrages selbst bestimmt.

Zu den Projekten beruft die Akademie interdisziplinäre Arbeitsgruppen auf Zeit, in denen die jeweiligen Resultate aus Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie den medizinischen Disziplinen mit thematisch einschlägigen Untersuchungen aus Philosophie, Jurisprudenz und den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zusammengeführt werden. Mitglieder der Arbeitsgruppen sollen fachlich ausgewiesene Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland und Europa sein. In Einzelfällen können auch Vertreter anderer gesellschaftlicher Bereiche, etwa aus der Wirtschaft, berufen werden.

Zu dem Zweck der Erstellung der Gutachten ist zunächst eine Bestandsaufnahme von Wissenschaft und Technik zu dem betreffenden Thema vorzunehmen. Auf dieser Basis sind die für eine wissenschaftliche Politikberatung relevanten Fragestellungen zu bestimmen (Projektvorphase). Diese Fragestellungen werden von der Arbeitsgruppe in der Hauptphase analysiert und durch Forschungsarbeiten in angemessener Weise beantwortet. Insbesondere soll das Memorandum Hinweise zur Optimierung von politischen Instrumenten der Förderung von Forschung und Entwicklung in dem betreffenden Bereich enthalten. Vorstudien und abschließende Memoranden werden von der Leitung und den zuständigen Gremien der Akademie geprüft und als Stellungnahmen der Akademie verabschiedet. Die Ergebnisse werden durch Konferenzen und Publikationen der interessierten Öffentlichkeit bekanntgemacht.

Diese Arbeitsweise ermöglicht die thematisch orientierte Zusammenführung verschiedener Disziplinen und Kompetenzen. Über die Bereitstellung der Resultate hinaus wird ein Multiplikator-Effekt erreicht, indem Fragestellungen und Methoden wissenschaftlicher Politikberatung in den Fachwissenschaften bekannt gemacht werden. Diesem Zweck dient auch die Betreuung wissenschaftlichen Nachwuchses im Rahmen der Projekte. Neben der Hervorbringung projektbezogener Ergebnisse werden junge Wissenschaftler mit den Prinzipien und Arbeitsweisen der Technikfolgenbeurteilung vertraut gemacht und an eine interdisziplinäre Arbeitsweise herangeführt.

Die Akademie sucht themen- und methodenbezogen die Kooperation mit Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im nationalen (Helmholtz-Gesellschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft und Wissenschaftsgemeinschaft Blaue Liste) und internationalen, vor allem europäischen, Bereich. Sie wird mit den bestehenden Einrichtungen wissenschaftlicher Politikberatung zu Fragen der Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen zusammenarbeiten, um Doppelarbeit zu vermeiden, Synergie-Effekte zu ermöglichen und die Methodendiskussion in der Politikberatung produktiv weiterzuführen.

Ein Gastwissenschaftler-Programm soll dazu beitragen, daß sowohl Fachkompetenz aus dem europäischen Ausland für kontinuierliche Projektarbeit gewonnen werden kann, wie auch, daß das methodische Know-how bzgl. wissenschaftlicher Politikberatung in das europäische Wissenschaftssystem weitergegeben werden kann. Dabei sollen mittel- und osteuropäische Länder eine besondere Berücksichtigung erhalten.

Projekte

Im ersten Akademie-Projekt werden Folgen der Erforschung und Entwicklung neuer Werkstoffe analysiert und beurteilt; dies erfolgt unter Einbeziehung vorliegender Arbeiten wie z.B. der TAB-Studie "Neue Werkstoffe" und des Gutachtens des Wissenschaftsrates zur Materialforschung. Dabei stehen Auswirkungen auf die natürliche Umwelt (Kreislaufwirtschaft, Wiederverwertbarkeit, Ressourcenschonung, nachwachsende Rohstoffe) im Vordergrund, ergänzt um Fragen der Arbeitswelt (industrielle Produktionstechniken) und auf die Volkswirtschaft im europäischen Kontext. Ausgehend sowohl von gesellschaftlichen Zielsetzungen wie auch von den technologischen Potentialen neuer Werkstoffe werden Förderungsempfehlungen an Exekutive und Legislative erarbeitet. Thematischer Schwerpunkt ist der Einsatz neuer Werkstoffe in Transportsystemen.
In Vorbereitung befindet sich das Projekt "Umweltstandards bei chemischen Noxen". Darin soll die Frage behandelt werden, wie Grenzwerte für Konzentrationen toxischer Stoffe wissenschaftlich vertretbar und gesellschaftlich zustimmungsfähig festgelegt werden können. Thematischer Schwerpunkt wird die Untersuchung von Kombinationseffekten zwischen ionisierender Strahlung und chemischen Noxen sein. Ein mögliches Anwendungsbeispiel ist die Abhängigkeit der Festlegung maximaler Konzentrationen von Luftschadstoffen von der durch den Schwund der Ozonschicht verstärkten UV-Strahlenbelastung. Weitere Projekte aus den Bereichen "Gentechnik und Bevölkerungspolitik" und "Verläßlichkeit von Klimamodellen" sowie Projekte zur Medizintechnik und medizinischer Ethik sind angedacht. Über den Fortgang der Projekte wird die Akademie regelmäßig in den TA-Datenbank-Nachrichten informieren.

Kontakt

Dr. Armin Grunwald
Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler
Landskroner Str. 175
D-53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Postanschrift: Postfach 14 60
D-53459 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Tel.: 026 41 / 7543-00; Fax: 026 41 / 7543-20


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Technikfolgenforschung in Baden-Württemberg - Dokumentation 1995 -

Mehr Transparenz in der TA-Forschungslandschaft durch aktualisierte Dokumentation der Akademie

von Manfred Rohr

In der Dokumentation "Technikfolgenforschung in Baden-Württemberg" aus dem Jahr 1993 hatte die Akademie das seinerzeit in Baden-Württemberg vorhandene Potential im Bereich von Technikfolgenabschätzung (TA) bzw. Technikfolgenforschung dargestellt und mit dieser Bestandsaufnahme zugleich eine Ausgangsbasis für die weitere Durchdringung des wissenschaftlichen Netzwerkes der TA-Forschungslandschaft geschaffen. Mit der Dokumentation wurde allen an TA-Projekten und an TA-relevanten Forschungsthemen arbeitenden und interessierten Institutionen, Einrichtungen und Personen ein landesweites TA-Nachschlagewerk zur aktuellen und umfassenden Information zur Verfügung gestellt, mit dem die Transparenz der Aktivitäten mit Bezug zur Technikfolgenabschätzung und -bewertung weiter erhöht und insbesondere die fachübergreifende Kommunikation und Kooperation intensiviert und gefördert werden soll.

Aufgrund des von den Nutzern in der Umfrage 1994 bekundeten Interesses an der Dokumentation und einer künftigen Aktualisierung im Zwei-Jahres-Rhythmus (vgl. auch TA-Datenbank-Nachrichten Nr. 1/2, 4. Jg., Mai 1995; TA-Informationen Nr. 1/1995) hat sich die Akademie für eine Weiterführung des Projektes entschieden und legt nun als Ergebnis ihrer Umfrage 1995 die aktualisierte Neuauflage der Dokumentation vor.

Die Dokumentation verfolgt weiterhin das Ziel, ihren Nutzern einen möglichst breiten Zugang zum derzeitig in Baden-Württemberg verfügbaren TA-Potential zu vermitteln. Der Bezug zur Technikfolgenforschung und Technikfolgenabschätzung wird dementsprechend bewußt sehr weit gefaßt und schließt neben den umfassend und im engeren Sinne zur Technikfolgenforschung und -abschätzung arbeitenden Projekten auch Vorhaben ein, die nur mittelbar TA betreiben oder diese durch partielle Studien und Analysen begleiten.

Um den Anspruch nach umfassender Darstellung der TA-Forschungsaktivitäten in Baden-Württemberg noch besser gerecht werden zu können, ist der Teilnehmerkreis der Umfrage 1995 im Vergleich zu 1993 wesentlich erweitert worden. Insgesamt wurden 687 Personen von 555 Institutionen und Einrichtungen angeschrieben. Der Rücklauf der Umfrage war mit ca. 86 % (einschließlich Fehlanzeigen) außerordentlich hoch. Der inhaltliche Bestand der Dokumentation 1995 ist mit nunmehr 299 erfaßten Institutionen und 722 ausgewählten Projekten gegenüber 1993 (173 Institutionen und 365 Projekte) nahezu verdoppelt worden.

Einrichtungen               Institut  Projek
                            ionen     te

                            Rücklauf +      -      Rücklauf +      -

Universität Freiburg       28        26     2      96        61     35

Universität Heidelberg     18        16     2      27        15     12

Universität Hohenheim     26        26     0      147       93     54

Universität Karlsruhe      41        40     1      135       87     48

Universität Konstanz       8         8      0      21        11     10

Universität Mannheim       13        13     0      22        13     9

Universität Stuttgart      43        39     4      160       103    57

Universität Tübingen      17        14     3      55        29     26

Universität Ulm            11        9      2      14        8      6

DLR-Institute              4         3      1      16        15     1

Fraunhofer-Institute        9         7      2      64        47     17

Forschungszentrum           19        19     0      44        33     11
Karlsruhe

Max-Planck-Institute        2         0      2      1         0      1

Fach-/Pädagogische        16        13     3      29        8      21
Hochschulen

Restliche Institutionen     73        66     7      324       199    125

Gesamt                      328       299    29     1155      722    433


Bei der Umfrage 1995 wurde generell so verfahren, daß zunächst allen bereits 1993 dokumentierten Institutionen und Einrichtungen entsprechende Textauszüge aus der Dokumentation zur Aktualisierung bzw. Ergänzung ihrer damaligen Angaben zur Institution sowie zu den Projekten vorgelegt wurden. Darüber hinaus wurden auch erstmals Forschungspotentiale aus dem Bereich der Fachhochschulen sowie die in Projektträgerschaften bzw. Verbundprojekten gebündelte Fachkompetenz des Landes in die Umfrage einbezogen. Die Projektträgerschaften und Verbundprojekte wurden insbesondere deshalb berücksichtigt, da sie durch die von ihnen ausgeübte Koordinierungs- bzw. Leitfunktion als Knotenpunkte im TA-Netzwerk fungieren und somit auch aufgrund ihres breiten Überblicks über laufende Förderprojekte eine zentrale Vermittlerrolle ausüben können.

Tab. 1:Erhebung der Institutionen und Projekte
(+ aufgenommen, - nicht aufgenommen)

Neben den neu identifizierten Institutionen wurden wiederum auch diejenigen Einrichtungen in die Umfrage einbezogen, die 1993 eine Fehlanzeige gemeldet hatten bzw. die nicht erreicht wurden. Ebenso wurde eine Reihe von Projekten bei der Aktualisierung berücksichtigt, die 1994 im Rahmen der Kooperation mit dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des Forschungszentrums Karlsruhe (ehemals Abteilung für Angewandte Systemanalyse, AFAS) aus der TA-Datenbank übernommen wurden. Dieser gegenseitige Informations- und Datenaustausch soll auch künftig für die weitere Erschließung und den Ausbau des TA-Netzwerkes in Baden-Württemberg genutzt und beibehalten werden.

Die Dokumentation 1995 gliedert sich in zwei Hauptteile, einen Institutionenteil, in dem alle aufgenommenen Institutionen und Einrichtungen schwerpunktartig mit ihren TA-relevanten Arbeitsinhalten porträtiert werden, und einen Projektteil, der nunmehr 13 Themenfelder umfaßt und die Projektbeschreibungen der ausgewählten Projekte enthält. Die Dokumentation wird durch ein Register vervollständigt, bestehend aus einem Institutionenverzeichnis, einem Personenverzeichnis und einem Sachwortverzeichnis.

Die Dokumentation enthält einige gestalterische und strukturelle Neuerungen, die insbesondere ihre Handhabbarkeit verbessern und den inhaltlichen Zugang erleichtern sollen. So wurde u.a. das Sachwortverzeichnis entsprechend den Hinweisen und Vorschlägen der Nutzer grundsätzlich überarbeitet und neu strukturiert. Im Hinblick auf eine schnellere und gezieltere Erschließung der Dokumentation wurde die 1993 gewählte Gliederung des Verzeichnisses in thematische Blöcke weitestgehend aufgelöst und durch eine alphabetische ersetzt. Der inhaltliche Zugang wurde erweitert und dadurch verbessert, daß über das Sachwortverzeichnis nicht mehr, wie bisher, nur der Projektteil der Dokumentation erschlossen werden kann, sondern nunmehr auch die 97 im Institutionenteil mit ihren TA-relevanten Aktivitäten dokumentierten Einrichtungen aufzufinden sind, von denen bislang keine Projekte eingereicht bzw. ausgewählt wurden.
Als weitere Neuerung der Dokumentation wird bereits im Institutionenteil gezielt auf die Themenfelder hingewiesen, in denen im Projektteil der Dokumentation ausgewählte Projekte der Einrichtung zu finden sind, und zusätzlich deren jeweilige Anzahl angegeben. Entsprechende Querverweise auf die jeweiligen Seitenzahlen der Projekte im Projektteil erleichtern das Auffinden und ermöglichen ebenfalls einen schnelleren und direkteren inhaltlichen Zugang.

Die beiden Tabellen vermitteln einen Gesamtüberblick über das Umfrageergebnis 1995 bezüglich der Institutionen und Projekte (Tabelle 1) sowie über die Verteilung der Projekte auf die Themenfelder der Dokumentation (Tabelle 2).

Themenfelder             Projekte

Energie                  77

Ethik / Normen / Recht   30

Gesellschaft             35

Grundlagen und Methoden  66
der TA

Information  und         54
Kommunikation

Kreislaufwirtschaft      72

Land- und                76
Forstwirtschaft

Medizin und Gesundheit   34

Produktion / Arbeit      42
swelt

Technologien und         22
Werkstoffe 

Umwelt                   87

Verkehr / Stadt / Raum   64

Wirtschaft /             63
Nachhaltige Entwicklung


Tab. 2: Verteilung der Projekte auf die Themenfelder

Die Dokumentation ist gegen eine Schutzgebühr von 30,-- DM zu erhalten.

Kontakt

Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg
Industriestraße 5
D-70565 Stuttgart
Tel.: 0711/9063-221
Fax: 0711/9063-299


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European Health Policy Research Network

Das Europäische Forschungsnetzwerk zur Gesundheitspolitik (EHPRN) besteht gegenwärtig aus 11 Einrichtungen in 9 europäischen Ländern. Das Ziel des Netzwerks ist die Schaffung von Verbindungen zwischen Forschungszentren und Universitäten, um hochklassige Forschung zur vergleichenden Analyse von Gesundheitspolitik durchzuführen, die akademische Ausbildung auf diesem Gebiet voranzutreiben und Datenbanken aufzubauen. Dies geschieht gegenwärtig durch gemeinsame Projekte der Mitglieder des Netzes zur Gesundheitspolitik in Europa und durch die Herausgabe einer Publikationsreihe zu verschiedenen Aspekten der europäischen Gesundheitspolitik. In der Zukunft wollen die Mitglieder des Netzes bei der Organisation von Workshops und Konferenzen zusammenarbeiten, doch geht es ihnen zunächst darum, enge formale Beziehungen herzustellen.

Zentraler Knotenpunkt des Netzwerks ist die London School of Economics and Political Science (LSE), die Einrichtung des gegenwärtigen Vorsitzenden des Netzwerks, Professor Brian Abel-Smith. Die Arbeiten des Netzwerks sind durch Interdisziplinarität und Politikrelevanz gekennzeichnet. Damit will das EHPRN zur Schaffung eines ständigen Dialogs zwischen Forschern und Entscheidungsträgern beitragen. Aktuelle Themen der Gesundheitspolitik sind Reformen der Gesundheitssysteme, die Wirksamkeit von Kostendämpfungsmaßnahmen, Entscheidungen und Prioritäten in der Gesundheitspolitik, Effizienz- und Effektivitätskriterien, Gleichbehandlungs-, Qualitäts- und Zugangsproblematiken.

Unter der Federführung der LSE Health gibt das EHPRN eine Zeitschrift "eurohealth" heraus. Die uns vorliegende Ausgabe 3 des ersten Jahrgangs enthält u.a. ein Interview mit dem neuen Generaldirektor der für Gesundheit zuständigen DGV der Europäischen Kommission, Allen Larsson, und einen Aufsatz zur Forschungsethik in der Medizin von Alain Pompidou, einem Mitglied des Europäischen Parlaments, das auch im Lenkungsausschuß von STOA sitzt. "eurohealth" erscheint vierteljährlich.

(M.R., nach Unterlagen von LSE Health)

Kontakt

Ms. Demetra Nicolaou, M.Sc.
LSE Health Research Administrator
The London School of Economics and Political Science
LSE Health
Houghton Street
London WC2A 2AE, UK
Tel.: +44-171/955-7540
Abonnements von "Eurohealth":
Ms. Katy Hardisty
Fax: +44-171/955-6803
E-mail: K.Hardisty@lse.oc.uk


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"Der Blick in die Zukunft" - Phase II des TA-Programms Schweiz

Unter etwas veränderten Rahmenbedingungen hat der Schweizerische Wissenschaftsrat (SWR) 1996 eine zweite, vierjährige Etappe des TA-Programms in Angriff genommen. Insbesondere ist es in der Themenwahl nicht mehr an die Schwerpunktprogramme des Bundes gebunden [siehe TA-Datenbank-Nachrichten Nr. 1, Februar 1993]. Die Fragestellungen können nun direkter an der politischen Agenda ausgerichtet werden, womit das TA-Programm seiner Aufgabe im politischen Entscheidungsprozeß besser gerecht werden kann. Die Unterstützung der öffentlichen Debatte ist eines der wichtigen Anliegen für die nun anbrechende Phase des TA-Programms.

In der Botschaft über die Förderung der Wissenschaft in den Jahren 1996 - 1999 vom 28. November 1994 unterbreitete der Bundesrat den Vorschlag, daß der Wissenschaftsrat den TA-Stab für weitere vier Jahre fortführen solle. Nach der Zustimmung von National- und Ständerat im vergangenen Jahr, ist im Januar für das TA-Programm die nächste Phase angelaufen. Der Übergang gestaltet sich natürlich fließend: die Vorbereitungsarbeiten für die Phase II wurden ebenso selbstverständlich noch 1995 an die Hand genommen, wie die laufenden TA-Studien aus der Pilotphase seriös zu Ende geführt werden.

Keine Forschungsförderung, sondern Hilfe im politischen Entscheidungsprozeß

Die enge Kopplung an die Schwerpunktprogramme und der Ausschreibungsmodus für die erste Serie von TA-Studien, der sich teilweise am Vorbild der Nationalfonds-Ausschreibungen orientierte, mögen bei zahlreichen ForscherInnen falsche Erwartungen geweckt haben. Es war indes nie Aufgabe des TA-Programms, die Forschung zu unterstützen. TA-Studien haben vielmehr das Material für fundierte politische Entscheide zu liefern, wenn es um die allfällige Förderung oder um die gesetzgeberische Reglementierung neuer Technologien geht. Mit Blick auf die zuweilen überstürzten politischen Ereignisse ist eine entsprechend hohe Reaktionsfähigkeit des TA-Programms gefordert. Neutralität und Unabhängigkeit in der Wahl von Fragestellungen, Methoden und Experten sind eine wichtige Voraussetzung, damit TA diese Aufgaben erfüllen kann. Zudem soll das Programm die öffentliche Diskussion über Wissenschaft und Technik anregen.

Öffentliche Debatte

Erste Priorität für die Festlegung eines TA-Untersuchungsgegenstandes liegt auf seiner Relevanz in der politischen Diskussion. Damit soll letztlich auch der Vorgabe entsprochen werden, wonach Technologiefolgen-Abschätzung in der Schweiz den "kontinuierlichen und umfassenden Dialog zwischen der Öffentlichkeit, der Politik und ihren Entscheidungsträgern sowie der Wissenschaft und Forschung ... schon im vorpolitischen Raum zu initiieren, zu fördern und zu versachlichen" hat, so der Zwischenbericht über den Stand des "TA-Programms" von 1994.

Während in der Versuchsphase vornehmlich Grundlagenmaterial zu verschiedenen drängenden Fragen aufgearbeitet wurde, geht es nunmehr in erster Linie darum, diese Informationen zu verbreiten und in den gesellschaftlichen Entscheidungsprozeß einzuspeisen.

So wollen die TA-Verantwortlichen unter anderem auch den Kontakt zum Parlament als oberste Vertreterin der Öffentlichkeit weiter verstärken, damit TA seine Aufgabe als Hilfsmittel der politischen Entscheidungsfindung besser erfüllen kann. Beispielsweise ist vorgesehen, daß TA-Studien fallweise auch auf Anfragen oder Anregungen von ParlamentarierInnen initiiert werden. Des weiteren sollen natürlich auch Presse, Radio und Fernsehen weiterhin als Kanäle der Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden.

Foren des Meinungs- und Informationsaustausches zwischen Experten und Laien sind ebenfalls auszuarbeiten und zu verankern. Dafür wird das TA-Programm auf Erfahrungen aus dem Ausland zurückgreifen können, wo sich Konsens-Konferenzen und Workshops bewährt haben.

Internationale Einbettung, schweizerischer Brennpunkt

Der Erfahrungsaustausch, der während der Probephase mit ausländischen TA-Institutionen stattfand, gab wertvolle Impulse für die Realisierung von TA Schweiz. Unter anderen bildet das niederländische "Rathenau Instituut", das den öffentlichen Debatten ein großes Gewicht beimißt, eines der Modelle für die künftige Orientierung des TA-Programms.

Die Beziehungen zwischen dem TA-Programm und den ausländischen Institutionen - insbesondere jenen des EPTA-Netzes - werden in der nächsten Phase weiter intensiviert.

Auf nationaler Ebene soll die geplante "Newsletter" dem TA-Programm gestatten, seine Rolle als Begegnungsplattform und Koordinationsinstrument für TA-relevante Fragen wahrzunehmen.

Schwerpunktthemen der kommenden Jahre

Auch inhaltlich wurde die bevorstehende Phase vorstrukturiert. In ausgedehnten Diskussionen ermittelten die Mitglieder des TA-Leitungsausschusses Themen, die kurz- und mittelfristig die politische Auseinandersetzung in der Schweiz bestimmen werden. Zwei erste Bereiche kristallisieren sich dabei als vordringlich heraus und sollen die Schwerpunkte für die nächsten TA-Studien und Aktivitäten bilden: Die Gentechnik und der Übergang zur "Informationsgesellschaft".

Schwerpunkt Gentechnik

Parlamentarische Vorstöße und Initiativen zur Gentechnik (Gen-Schutz-Initiative; Initiative zum Schutz des Menschen vor Manipulationen in der Fortpflanzungstechnologie) durchlaufen gegenwärtig die politischen Instanzen; zahlreiche Kreise und Behörden befassen sich mit den Fragen, welche die Gentechnik aufwirft. Auch auf internationaler Ebene schlägt die Diskussion - etwa um die Patentierung genmanipulierter Lebewesen - hohe Wellen.
Vor diesem Hintergrund wurde eine Vorstudie in Auftrag gegeben, die sich mit der "Gentechnologie im medizinischen Bereich" auseinandersetzt. Darin werden zunächst die gegenwärtig bekannten und praktizierten Anwendungen der Gentechnik sowie deren absehbare Entwicklungen beschrieben. Ein gewichtiger Teil der Arbeit ist den gesellschaftlichen Auswirkungen der medizinisch angewandten Gentechnik gewidmet. Dabei kommen so unterschiedliche Aspekte zur Sprache wie die Diagnostik zur vorbeugenden Detektion genetisch veranlagter Krankheiten oder die Verwendung gentechnisch "erzeugter" Tiere als "Krankheitsmodelle". Andere Studien sind in Vorbereitung; eine wird sich mit dem Stand der öffentlichen Diskussion über die Gentechnik im Ausland auseinandersetzen.

Schwerpunkt Telekommunikation und Informationsgesellschaft

Auch im Bereich Informationsgesellschaft und Telekommunikation steht ein Umbruch bevor: Die Liberalisierung des Fernmeldewesens. Die sozialen und regionalen Auswirkungen der Deregulierung lassen sich nur schwer abschätzen - ebenso die kulturellen Folgen, welche die beschleunigte "freie Fahrt" auf der "Datenautobahn" nach sich ziehen könnte.

In einer Untersuchung wird der Frage nachgegangen, welche Folgen die Liberalisierung des Fernmeldewesens in anderen Ländern nach sich zog - und welche Lehren daraus für die Schweiz zu ziehen sind. Die Ergebnisse dieser Analyse sollen in die aktuellen Beratungen zum neuen Fernmeldegesetz eingespiesen werden.

Des weiteren gibt eine Vorstudie "Elektronische Märkte" exemplarisch einen Überblick über Entstehung und Verbreitung eines neuen Kommunikationsmittels, indem sie sich mit dem weltweiten Aufkommen neür Handelsformen über elektronische Medien auseinandersetzt; "Telebanking" und "Teleshopping" sind hier die bekanntesten Stichworte. Die Studie zeigt die Auswirkungen und Veränderungspotentiale auf, welche mit den elektronischen Märkten für die schweizerische Wirtschaft einhergehen. Drei Fallbeispiele über die Verbreitung elektronischer Märkte im Tourismus, im Finanzsektor und in der Unterhaltungsindustrie liefern ergänzendes Anschauungsmaterial. Die neuen Kommunikationsformen eröffnen nicht nur den Anbietern, sondern auch den Kundinnen und Kunden beträchtliche Möglichkeiten - stellen ihnen aber zuweilen auch hohe Hürden in den Weg. Die Fragen, welche die Vorstudie aufwirft, sollen in Workshops verarbeitet werden; die Ergebnisse dieser Diskussionen werden schließlich in der nächsten Umsetzungsphase einem interessierten Publikum vorgelegt.

Mit den o.g. Studien werden erste Schritte in das weite thematische Feld der aufkommenden Informationsgesellschaft unternommen.

Gezielte Fragen ... und weiter Horizont

Die Festlegung thematischer Schwerpunkte bedeutet nun keineswegs, daß das TA-Programm künftig mit Scheuklappen seiner Arbeit nachgehen wird. Vielmehr ist vorgesehen, einen Teil der Mittel für Studien zu reservieren, die sich mit anderen gesellschaftlich relevanten Themen wie der Energieversorgung, dem Transportwesen oder ähnlichem auseinandersetzen.

(Quelle: FUTURA 1/96, S. 22-25)

In der Führung des TA-Programms Schweiz hat es einen Wechsel gegeben. Mit Beginn der 2. Phase des Programms im April 1996 hat Dr. Sergio Bellucci die operationelle Leitung des Programms von Dr. Marinette Sabev übernommen, die das Programm durch seine erste Phase (1992-1995) geführt hatte.

Mit Dr. Bellucci, so heißt es, habe der SWR einen Akademiker mit der Leitung des TA-Programms beauftragt, der mit der Welt der Wirtschaft und ihren Bedürfnissen vertraut sei. Nach dem Agronomiestudium und dem Doktorat an der ETH in Zürich war Bellucci zunächst rund zehn Jahre bei der Division Agro der Ciba-Geigy in Basel tätig - zuerst in der Forschung und Entwicklung (Sektor Herbizide, Safener Gruppe) und danach als Länderverantwortlicher im Departement Marketing Pflanzenschutz für die Region Westeuropa.

Ende 1989 wurde Bellucci mit der Leitung und dem Aufbau des damals neu gegründeten Zentrums für Weiterbildung der ETH Zürich betraut. Seit der Eröffnung des Technoparks in Zürich im Herbst 1993 führte er die Geschäfte des MTI Management und Technologie Instituts.

Kontakt

Dr. Sergio Bellucci
Schweizerischer Wissenschaftsrat
Programm TA
Inselgasse 1
CH-3003 Bern, Schweiz
Tel.: +41(0)31/322-9666
Fax: +41(0)31/322-8070
E-mail: edo.Poglia@sur.admin.ch


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Studienangebot Technikfolgen - Umwelt an der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau, Zentrum Technikfolgen - Umwelt

von Renate Patz

Universitätsabsolventen praktisch aller Studiengänge werden heute in ihrer beruflichen Praxis zunehmend mit Anforderungen konfrontiert, die neben fachspezifischem Wissen ganzheitliches und komplexes Denken in den Beziehungsfeldern von Technik, Wirtschaft, Umwelt, Recht, Politik und Gesellschaft verlangen. Hinzu kommt, daß die Forderung unserer Gesellschaft nach Neubesinnung auf die Qualität des technischen Fortschritts Wirkung zeigt. Entwicklung und Einsatz von Technik wird neben deren Wirtschaftlichkeit zunehmend gemessen an ihrer Umwelt- und Sozialverträglichkeit.

Die Industrie ist dabei, diese Forderungen unserer Gesellschaft zu ihrer eigenen langfristigen Zukunftssicherung in ihre Unternehmensziele aufzunehmen. Sie sucht nach neuen umwelt- und sozialverträglichen Produkten und Fertigungsverfahren. Von künftigen Führungskräften in Wirtschaft und Verwaltung erfordert dies interdisziplinäres Verständnis, multikulturelles Denken und Handeln, Kommunikations-, Urteils- und Kritikfähigkeit auch über das eigene Fachgebiet hinaus, um der Mitverantwortung für Folgewirkungen des Handelns auf Gesellschaft und Umwelt gerecht werden zu können. Dieses von der Wirtschaft benötigte interdisziplinäre Wissen, gepaart mit den genannten Fähigkeiten und Haltungen, wird an deutschen Universitäten bisher nur in unzureichendem Maße gelehrt.

Auch in der Vergangenheit wurde fachübergreifende Ausbildung in Form von Studium-generale-Veranstaltungen, Ringvorlesungen etc. in der Regel additiv angeboten. Gefragt ist aber eine generalistische Bildung, die mit der Reflexion der wissenschaftlich-philosophischen Grundlagen und den interdisziplinären Querverbindungen eines bestimmten Faches zugleich einen fachübergreifenden Horizont eröffnet (Ropohl) und gleichzeitig zur Ausprägung einer freiheitlich demokratischen Grundeinstellung beiträgt. Das bedeutet, fachübergreifende Themen dürfen nicht als fachfremde Zutat, sondern müssen technikintegriert gelehrt werden, z.B. in interdisziplinären Forschungsseminaren, in denen anhand komplexer Forschungsthemen Ingenieure, Naturwissenschaftler, Ökologen, Juristen und andere Disziplinen zusammenarbeiten und ihre fachspezifische Forschung in ein übergeordnetes Thema integrieren.

Die im Jahre 1990 durch die tiefgreifenden Veränderungen der gesellschaftlichen Ordnung möglich gewordene Neustrukturierung der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau brachte auch die Chance, dieses neue Anforderungsprofil in Forschung und Lehre aufzunehmen.

Nach einer zweijährigen Vorlaufphase bietet die Technische Universität Chemnitz-Zwickau seit dem Sommersemester 1993 interessierten Studentinnen und Studenten im Hauptstudium aller Studiengänge die Möglichkeit einer Zusatzqualifizierung zum Erwerb eines Universitätszertifikates "Technikfolgen-Umwelt" an. Ziel dieser, zum eigenen Studiengang optionalen Zusatzqualifikation ist die Befähigung zum interdisziplinären Arbeiten und ganzheitlichen Denken.

Die am Erwerb des Zertifikates interessierten Studentinnen und Studenten besuchen nach abgelegter Diplomvorprüfung nach persönlicher Wahl drei Wahlpflichtfächer sowie je nach persönlichem Interesse vier Wahlfächer. Jede Lehrveranstaltung schließt mit einem Leistungsnachweis (Klausur oder Kolloquium) ab.

An Wahlpflichtfächern werden derzeit angeboten:

- Umweltanalytik

- Umwelttechnologie, Toxikologie

- Ökologische Chemie

- Fabrikökologie

- Biotechnologie

- Strategien und Instrumente einer sozial- und umweltverträglichen Technikgestaltung.

An Wahlfächern:

- Ausgewählte Methoden in der mathematischen Statistik

- Umweltanalytik-Praktikum

- Energieerzeugung und -wandlung

- Energie und Umwelt

- Korrosion, Verschleiß, Beschichtungs- und Tribotechnik

- Zuverlässigkeit von Systemen, Sicherheitstechnik, Schadensfallanalyse

- Radioaktivität und Strahlenschutz

- Gefährdung durch Elektrizität / Elektrosmog

- Schadstoffausbreitung

- Abfallwirtschaft

- Bewertung von Fertigungsprozessen und Produkten im Maschinenbau

- Elektronikschrottrecycling

- Datenanalyse mit dem PC

- Umweltinformatik

- Recycling und schadstoffarme Entsorgung von Kunststoffen und Gummi

- Produktrecycling

- Umwelt- und Ressourcenökonomie

- Umweltrecht.

Den genannten Lehrveranstaltungen wird sich ein interdisziplinäres Forschungsseminar anschließen, in dem die Teilnehmer in ein interdisziplinäres Forschungsprojekt eingeführt werden. Das Seminar wird so angelegt, daß es für fachübergreifende wissenschaftliche Arbeiten, insbesondere für Diplom- und Doktorarbeiten, die Betreuung und die Durchführung der entsprechenden Graduierungsverfahren gewährleisten kann.

Als weiteres neues Studienangebot wird seit dem Wintersemester 1995/96 der "Aufbaustudiengang Technikfolgen - Umwelt" angeboten. Dieser interdisziplinäre Studiengang wird von allen Fakultäten der Universität getragen und schließt nach 4 Semestern mit dem Titel "Diplom-Umweltwissenschaftler" ab. Zu den Studienzeiten gehört eine praxisbezogene und zukunftsorientierte Vermittlung von umwelt- und technikfolgenbezogenen Zusammenhängen sowie die Entwicklung der Fähigkeit, ökologische Probleme mit wissenschaftlichen Methoden zu bewältigen.

Die zu vermittelnde inhaltliche Vielseitigkeit soll zu einer hohen beruflichen Flexibilität der Absolventen führen, um eigenständig Aufgabenstellungen an den Schnittstellen zwischen Naturwissenschaften, Technik, Technikfolgen und Umwelt untersuchen und bearbeiten zu können.

Die hohe Resonanz von 46 Ersteinschreibungen im Wintersemester 1995 läßt auf einen relativ großen Bedarf für dieses Ausbildungsprofil schließen.

Die genannten Ausbildungsgänge werden von dem 1991 an der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau gegründeten Zentrum Technikfolgen - Umwelt (ZTU) angeboten. Diese interdisziplinäre Einrichtung dient der Koordinierung von Lehre und Forschung auf den Gebieten

- Technikfolgenforschung, Technikfolgenabschätzung, Technikfolgenbewertung

- Sozial- und umweltverträgliche Technikgestaltung

- Umwelterhaltung, Umweltschutz, Umweltsanierung.

Im ZTU arbeiten Ingenieur- und Naturwissenschaftler, Sozial- und Geisteswissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler und Juristen an prozeß- und produktbezogenen Aufgaben mit unmittelbaren Realisierungsabsichten zusammen. Die Aktivitäten vollziehen sich überwiegend in interdisziplinären Arbeitsgruppen, die den Lehraufgaben und Forschungsprojekten entsprechend gebildet werden.

Arbeitsschwerpunkte des ZTU sind:

- Technikfolgenforschung, Technikfolgenabschätzung, Technikfolgenbewertung und Technikgestaltung

- Alternative und regenerative Umweltverbesserung (Luft, Boden, Wasser, Entsorgung und Deponierung)

- Produktionsintegrierter Umweltschutz in der chemischen Industrie

- Natur- und technikwissenschaftliche Arbeiten zur Umweltforschung, insbesondere konstruktiv-technologische Produktvorbereitung, innovative Produktions- und Verfahrenstechnik und juristische Fragen der ökologisch und sozialverträglichen Technikentwicklung, Umweltrecht

- Philosophisches Natur- und Technikverständnis

- Technikfolgenabschätzung als Politikberatungsinstrument.

Weitere Informationen über die

Zentrale Studienberatung der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau
Straße der Nationen 62
Tel.: 0371/531-1637/1638
oder die
Fakultät für Naturwissenschaften
Studiendekan Chemie, Prof. Dr. Wagner,
Dr. Schreckenbach
Tel.: 0371/531-1475/-1515/-1478


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Prague Institute of Advanced Studies als EPTA-Beobachter anerkannt

Der Sprecher des Tschechischen Parlaments hat vor kurzem ein Dokument unterzeichnet, in dem das Prague Institute of Advanced Studies zum offiziellen Beratungsgremium des Parlaments zur Wissenschafts- und Technologiepolitik ernannt wird [siehe hierzu auch TA-Datenbank-Nachrichten Nr. 1, März 1996]. Daraufhin haben die Direktoren der Mitglieder des European Parliamentary Technology Assessment (EPTA) Netzes auf ihrem Treffen am 22. April das Prager Institut als Beobachter aufgenommen. Damit wurde nach dem Institut für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem TA-Sekretariat des Schweizerischen Wissenschaftsrates die dritte Einrichtung als Beobachter beim EPTA Netz zugelassen. Weitere Anträge sind bereits gestellt oder werden in nächster Zeit erwartet.

(M.R.)


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