TA-relevante Bücher und Tagungsberichte
Albrecht Müller: Ethische Aspekte der Erzeugung und Haltung transgener Nutztiere.
Vom Nutzen und Nachteil der Historie für die Technikfolgenabschätzung
Rezension des Buches
ARNE ANDERSEN: Historische Technikfolgenabschätzung am Beispiel des Metallhüttenwesens und der Chemieindustrie 1850 - 1933. Stuttgart: Steiner Verlag, 1996. (Zeitschrift für Unternehmensgeschichte: Beiheft; 90). ISBN 3-515-06869-4
von Gotthard Bechmann, ITAS
Die Geschichtswissenschaft scheint von Zeit zu Zeit von Selbstzweifeln
gequält zu sein, wie sie ihre gesellschaftliche Relevanz
nachweisen kann. Die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz
wird immer dann zur Bedrohung, wenn die öffentlichen Fördermittel
knapp werden und der Verteilungskampf an der Universität
zum Existenzproblem gerät. Nicht mehr Politisierung bringt
die Fachdisziplin zum Erschaudern, sondern die bürokratisch-sadistische
Frage: Wozu ist die Historie nützlich? Besonders kleine Nebenfächer
wie Wissenschafts- oder Technikgeschichte, die wiederum von den
Mainstream-Vertretern im eigenen Fach schon als Exotenfächer
betrachtet werden, stehen in Gefahr, dem Rotstift anheim zu fallen.
Aber wie man weiß, aus der Not kann eine Tugend und in unserem
Fall auch Innovation werden. Das Nachdenken über die eigene
gesellschaftliche Bedeutung führt öfter zu neuen theoretischen
Konzeptionen, die dann diesem bedrängten Fach neue Forschungsgebiete
und interdisziplinäre Anschlüsse bescheren. Die geforderte
gesellschaftliche Relevanz wirkt wie eine Verjüngungskur,
es wird ein Bezug zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen
Debatten hergestellt und schon zeigt sich die Unverzichtbarkeit
historischer Forschung. Von einem solchen Fall ist hier zu berichten.
Bewußt versucht Arne Andersen seine historische Forschung in den Kontext aktueller Technikdebatten zu plazieren. Seine Untersuchung soll nicht nur den sozialen Folgen des Metallhüttenwesens und der Chemieindustrie im Zeitraum von 1850 - 1933 nachgehen und nicht nur interessante geschichtliche Daten liefern, sondern sein Anspruch geht darüber hinaus. Technik- und umweltgeschichtliche Forschung hat darüber hinaus die Aufgabe, Bewertungsmaßstäbe für die gesellschaftlich erzeugten Naturveränderungen zu entwikkeln. Um diese Forderung plausibel zu machen und gleichzeitig in konkrete Forschung umzusetzen, entwickelt Andersen einen theoretischen Rahmen aus der Verbindung von Umweltgeschichte und historischer Technikfolgenabschätzung (Retrospektive Technology Assessment - RTA). Diese Kombination von Technik- und Umweltgeschichte könnte insgesamt der Geschichtswissenschaft zu mehr Attraktivität verhelfen. Technikgeschichte und Umweltgeschichte sind heute noch durch einseitige Paradigmen geprägt. Während die Technikhistoriker untergründig noch von der Vorstellung beeinflußt werden, daß der technische Fortschritt auf lange Sicht doch gesellschaftlichen Fortschritt befördere, so hängen die Umwelthistoriker einem "Niedergangsparadigma" an, das die Weltgeschichte als einen Prozeß der fortschreitenden Naturzerstörung interpretiert. Beide Sichtweisen sind insofern zu einseitig, als das "Fortschrittsparadigma" nicht genügend die Verlierer und Verluste des technischen Fortschritts thematisiert, das "Niedergangsparadigma" hingegen Technik prinzipiell nur als Störfaktor in der Mensch-Natur-Beziehung sieht. Eine richtig verstandene retrospektive Technikfolgenabschätzung könnte diese Einseitigkeit korrigieren.
Andersen greift dabei auf Vorbilder aus den USA zurück. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre hatte dort eine Debatte über die Bedingungen und Möglichkeiten einer RTA stattgefunden. Als Ergebnis dieser fruchtbaren Auseinandersetzung referiert der Autor vier Postulate einer RTA, die Menkes von der National Science Foundation (NSF) zusammenfassend aufgestellt hatte. Wenn eine RTA sinnvoll auch für die gegenwärtige Technikbewertung sein soll, so müsse sie folgende Kriterien erfüllen:
Der historische Prozeß kann in Beziehung zu politischen Entscheidungen gestellt werden.
Der Prozeß ist im Gegensatz zu Ereignissen übertragbar.
Die Erfahrung ist generalisierbar.
Konfliktparteien können ausgemacht und entsprechende Konfliktsituationen können dargestellt werden.
Andersen entwickelt aus diesen Vorarbeiten ein doppelstufiges Modell der historischen Technikfolgenabschätzung. Vor dem Hintergrund des zeitgenössischen Wissenstandes sollen die Technikfolgen der Metallhütten- und Chemieindustrie herausgearbeitet werden, um dann im zweiten Schritt zu überprüfen, welche damaligen Argumentationsmuster in der heutigen Diskussion eine Rolle spielen. Programmatisch definiert er sein Vorhaben wie folgt:
"Ausgangspunkt in dieser Untersuchung ist zunächst die Feststellung, daß es eine zeitgenössische Diskussion um Technikfolgen gab, die auf die Technikentwicklung zurückwirkte. Zwar sind Technikhistoriker, die sich einer Sozialgeschichte der Technik verpflichtet fühlten, den sozialen Auswirkungen der Technikgestaltung nachgegangen, doch eine umfassende Technikfolgenabschätzung, bei der es um soziale und ökologische - oder besser nachbarschaftsrechtliche - Folgen ging und deren möglichen auslösende Momente einer Technikkorrektur, haben sie dabei nicht erstellt. Die vorliegende Studie versucht, eine entsprechende historische Technikfolgenabschätzung an Hand der beiden ausgewählten Industriezweige vorzunehmen. Die jeweils aufgetretenen Folgen werden mit dem zeitgenössischen Wissensstand konfrontiert. Dieser Wissensstand schließt ausdrücklich nicht-technologische Disziplinen ein, denn gerade die Kenntnisse der Agrarchemie, die die Immissionsschadenskunde in Tharandt begründete, beeinflußten z.B. die Hüttenrauchtechnik in Sachsen. Insoweit geht es in der vorliegenden Studie zunächst um eine zeitgenössische Technikfolgenabschätzung. Sie soll deshalb in erster Linie durch Quellen zu belegende Folgen von neu eingeführter Technik oder deren massiven Ausweitung aufspüren, und die ökonomischen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Umgehensweisen untersuchen. Dies beinhaltet auch den Entscheidungsprozeß für bzw. gegen eine bestimmte Technik. Dabei galt es herauszufinden, ob es Alternativen zu den eingeschlagenen technischen Entwicklungslinien gegeben hat und welche Gründe bei der Entscheidung für die durchgesetzte Technik eine Rolle gespielt haben. Keineswegs hat sie deshalb an dieser Stelle der historischen Untersuchung einen prognostischen Stellenwert. Ihr Prognosewert ist auch - im Gegensatz zu aktuellen TA-Untersuchungen - für gegenwärtige und zukünftige Technikentwicklungen gering und wird auch von ihr nicht erwartet, vielmehr geht es um die historischen Entscheidungsprozesse und die dabei verwendeten Argumentationsmuster. Sie können u.U. Hilfen geben für die aktuelle Technikbewertung." (S. 34)
Mit diesem Programm wird in geschickter und fruchtbarer Weise der Zugang zur gegenwärtigen Technikdebatte gesucht und gleichzeitig ein beeindruckendes Beispiel für die technologiepolitische Relevanz historischer Forschung aufgezeigt.
In einer detaillierten und über weite Partien fesselnden Darstellung der sozialen Folgen der Ausweitung des sächsischen Metallhüttenwesens und der Entstehung und Entwicklung der Teerfarbenindustrie in Deutschland gelingt es dem Autor, seinen theoretisch-methodischen Ansatz einer historischen Technikfolgenabschätzung plausibel zu machen. Es kann an diesem Ort nicht auf die vielen Einzelheiten der historischen Analyse eingegangen werden, die in vielen Fällen Neuland betritt, da die historische Debatte zu industriellen Emissionen bisher noch kaum aufgearbeitet wurde, sondern meistens die allgemein-städtischen Hygieneprobleme oder die spezifisch gesundheitlichen Probleme am Arbeitsplatz den Hauptaspekt der historischen Forschung ausmachten.
Dem Autor gelingt es, durch das vielfältige und manchmal auch unübersichtliche Material bei aller Liebe zum Detail für die heutige Technikdebatte wesentliche strukturelle Einsichten zu formulieren. Er zeigt, wie die Emissionsgefahren und -risiken der beiden Industriezweige sukzessive von akuten und lokalen Gefährdungen hin zu globalen Langzeitwirkungen verschoben wurden. Die schädlichen Emissionen werden dabei als betriebswirtschaftlicher Verlust minimiert und gleichzeitig die anfallenden Kosten für Entschädigungen externalisiert.
Die Metallhüttenindustrie erreichte dies mit zwei wesentlichen Strategien, die "End-of-pipe-technology" und mit den "hohen Schornsteinen", beides Strategien, die sich heute noch großer Beliebtheit erfreuen. Zum einen baute man Filter, zum anderen wurden die Schornsteine höher gezogen, um den Rauch weiträumiger zu verteilen. Hier ist auch die Wurzel der Grenzwert-Politik zu suchen, da Grenzwerte jeweils das Maß der verträglichen Belastungen angeben. Die Politik kann mit Hilfe von Grenzwerten Einfluß auf die Technikentwicklung erreichen. Mit dieser Politik konnte sich der lokale Hüttenrauch in den allgemeinen Rauch auflösen und verschwand als spezifisches Verursachungsroblem der Industrie. Die gesellschaftlichen Kosten dieser Externalisierung wurden dann erst wieder am Ende dieses Jahrhunderts als allgemein ökologisches Problem thematisiert.
In der Chemieindustrie verlief die Risikobewältigung komplizierter. Hier liegt eine Kombination aus technischen, sozialpolitischen und - heute würde man sagen - kognitiven Strategien vor. Technisch wurde der Chemiebetrieb zum "continuous flow", zum geschlossenen System umgewandelt, was gleichzeitig der Rationalisierung förderlich war. Sozialpolitisch wurde das spezifische Arbeitsplatzrisiko durch Definition von Berufskrankheiten durch Rentenansprüche oder Spezialversicherungen kompensiert. Kognitiv begann eine bis heute andauernde Debatte um den eindeutig-kausalen Nachweis der Schädigung. Eine Debatte, die noch heute erbittert geführt wird, zumal Langzeitschäden, synergistische Effekte oder kleine Dosis-Wirkungen heute bei den chemischen Emissionen eine große Rolle spielen.
Für eine zeitgenössische Technikfolgenabschätzung bietet diese Studie wichtige Anschlußerkenntnisse, die bei einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Bedeutung sein könnten. Zum einen wird die Genese des Grenzwertkonzepts, der Gesundheitsdefinition (Arbeitsplatzrisiko) bis hin zu rechtlichen Regulierungsformen wie Berufskrankheitsverordnung rekonstruiert. Zum anderen zeigt sie auf, welche Auswirkungen bestimmte technische Strategien besitzen (hohe Schornsteine) und wie mit ihrer Hilfe gesellschaftliche Problemlagen definiert bzw. dethematisiert werden (Externalisierung der Verursacher-Kosten) und nicht zuletzt macht das Beispiel Teerfarbenchemie deutlich, wie früh schon der Kampf um das richtige "Kausal-Wissen" einsetzte, um Zurechnung und damit Haftung zu konstruieren oder abzuwehren. Umweltprobleme und Technikfolgen sind im wesentlichen, so könnte man die Botschaft verkürzt formulieren, Folgen der Gestaltung des Mensch-Naturverhältnisses vermittelt durch den Kampf gesellschaftsrelevanter Interessengruppen.
Wenn sich der Autor in der Tendenz dieser Sichtweise anschließen könnte, so stehen wir unmittelbar theoretisch, methodisch und praktisch in den gegenwärtigen Konflikten bei der Bewältigung von "Technikfolgen".
Jedoch, dies muß kritisch angemerkt werden: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit beginnt bei der Definition einer gemeinsamen Problemstellung, sie findet aber erst statt, wenn darüber hinaus auch eine methodische und organisatorische Vernetzung der Disziplinen stattfindet. Andersens Buch stellt ein Beispiel für eine solche Problemformulierung dar, indem er seinen Blick über die engen Fachgrenzen schweifen läßt. Von Seiten der TA wäre es nun an der Zeit, die Bedeutung der Geschichtswissenschaft für ihr Tagesgeschäft zu entdecken.
Albrecht Müller: Ethische Aspekte der Erzeugung und Haltung transgener Nutztiere.
Rezension von Martin Brumme, FU Berlin
Auf zweifache Weise nähert sich dieses Buch dem Problemfeld Gentechnik beim Nutztier: Ein "Empirischer Teil" stellt Methoden und Ziele sowie agrarstrukturelle, lebensmitteltechnische und medizinische Implikationen des Keimbahntransfers dar. Davon klar getrennt, diskutiert ein "Wertender Teil" die ethischen Implikationen auf zwei Wegen: einer kasuistischen Annäherung aus dem empirischen Material heraus sowie einer theoriegeleiteten Untersuchung, die derzeit vieldiskutierte tierethische Ansätze auf das Konfliktfeld Gentechnik anwendet. Die Ergebnisse dieser erst induktiven und dann deduktiven Herangehensweise werden in einem Schlußkapitel synthetisiert, nachdem zuvor die Bewertungskriterien entwickelt und begründet wurden: Ausreichende Nahrungsbereitstellung, gesunde Nahrungsmittel, Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz, Tierschutz, Orientierung am natürlichen Verhalten des Tieres sowie ein betroffenengeleitetes Innovationstempo. Auf Basis dieser Maßstäbe führt der Autor abschließend eine kritische Bewertung landwirtschaftlicher und medizinischer Vorhaben durch die Erzeugung influenzaresistenter Schweine und transgener Milchkühe mit laktosefreier Milch, von Schweinen mit Genen für Wachstumshormon (GH) sowie für Gene Farming zur Erzeugung therapeutisch oder industriell nutzbarer Proteine in "tierischen Bioreaktoren". Die drei zuerst genannten Vorhaben bewertet der Autor als ethisch nicht rechtfertigbar.
Der Zweiteilung des Buches entspricht die Herkunft des Autors. Als Veterinärmediziner, der im Rahmen eines DFG-Forschungsprojektes am Tübinger Zentrum für Ethik in den Wissenschaften die hier als Buch erschienene Dissertation erarbeitete, hat er sich hinsichtlich der Betreuung seiner Arbeit buchstäblich auf einen "Spagat" eingelassen: von veterinärmedizinischer Seite war der seinerzeit Münchner und jetzt Wiener Genetiker Gottfried Brem der Referent, von philosophischer Seite der Leiter des genannten Zentrums, Reiner Wimmer. Dieser doppelte Anspruch aus Naturwissenschaft und philosophischer Ethik, interpretierbar als interdisziplinärer Diskurs, hat dem Werk in vielerlei Hinsicht gutgetan. Es diskutiert nicht ethisch über die Naturwissenschaften hinweg, sondern läßt sich auf die Bedürfnisse der Fachwissenschaften ein. Sein argumentativer Ausgangspunkt ist der Naturwissenschaftler, der sich selbst mit der ethischen Problematik seines Tuns auseinanderzusetzen beansprucht. Es geht argumentativ im Dienste eines demokratischen Diskurses von möglichst geringen ethisch-philosophischen Voraussetzungen aus. Seine Zielgruppe sind in erster Linie Naturwissenschaftler, denen nebenbei und in verständlicher Sprache ein Überblick über aktuelle "tierethische" Ansätze gegeben wird. Philosophen wird darin kein neuer ethischer Entwurf, aber exemplarisch eine zielgruppengerechte Herangehensweise an praktische Ethik vorgeführt. Das Buch unterscheidet sich durch nüchternen Ton und stringente Argumentation wohltuend von der immer verbreiteter scheinenden Tierschutzpropaganda im Mantel der "Tierethik". Im breiten Feld der Tierethik argumentiert Müller eher im Spektrum der anthropozentrischen als biozentrischen Ansätze. Insbesondere enthält er sich des im Tierschutz modern gewordenen "Gleichheits"-Theorems, welches - einmal abgesehen von seiner begrifflichen Inkonsistenz - das Totschlagargument im Diskurs um die Nutzung von Tieren bedeutet: Wer die Gleichwertigkeit von Mensch und Tier postuliert, braucht über die Moralität bestimmter Nutzungsarten von Tieren nicht mehr zu diskutieren. Das Gespräch mit den Betroffenen wäre beendet, bevor es begonnen hätte. Dann hätte auch diese wichtige diskursorientierte Abhandlung nicht geschrieben zu werden brauchen.
Das Buch ist all jenen zu empfehlen, die am ethischen Problemfeld interessiert sind, jedoch zugleich als Naturwissenschaftler ernst genommen werden wollen.
Bibliographische Angaben
Albrecht Müller: Ethische Aspekte der Erzeugung und Haltung
transgener Nutztiere. Stuttgart: Ferdinand Enke Verlag, 1995.
188 S., DM 38,--. ISBN 3-432-26981-1
GOTTHARD BECHMANN (Hrsg.): Praxisfelder der Technikfolgenforschung. Konzepte, Methoden, Optionen.
WERNER FRICKE (Hrsg.).: Jahrbuch Arbeit und Technik 1996 "Zukunft der Industriegesellschaft".
STI REVIEW No. 18: Special Issue on Technology, Productivity and Employment.
GÜNTHER ROPOHL: Ethik und Technikbewertung.
Technikfolgenforschung kann als Teil einer im letzten Jahrzehnt immer sich stärker organisierenden interdisziplinären Technikforschung verstanden werden, die die Entstehungsbedingungen und Folgen von Technologien ebenso zum Gegenstand der Analyse macht wie die Probleme einer gesellschaftlich und politisch gesteuerten Technikgestaltung.
Im Rahmen dieses Konzeptes werden Technologien als gesellschaftliche Optionen verstanden, die in bezug auf ihre technische Machbarkeit, politische Zielsetzung und ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen erforscht werden müssen.
Technikfolgenforschung hat sich zu einer problemorientierten und anwendungsbezogenen Forschungsrichtung entwickelt, die zwischen akademischer Grundlagenforschung und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen vermitteln will, um relevantes Orientierungs- und Handlungswissen zu erzeugen.
Aufgabe dieser Forschung ist es, die komplexen Problemlagen und umstrittenen Sichtweisen, die mit der Entwicklung und Einführung einer Technologie verbunden sind, zu reflektieren, alternative Lösungsstrategien zu entwickeln, diese miteinander zu vergleichen und mit Blick auf ihre Realisierungschancen zu bewerten. Durch die Analyse und Antizipation von Chancen und Risiken sowie der Erfassung nicht-intendierter Nebenfolgen einer Technologie auf Gesellschaft und Umwelt trägt die Technikfolgenforschung zur Gestaltung, Steuerung und Kontrolle der technischen Entwicklung bei.
Die hier veröffentlichten Arbeiten sind aus Referaten zu einer Seminarreihe des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Forschungszentrums Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hervorgegangen, die in den Jahren 1993/94 durchgeführt wurde.
Mit dem Band soll ein Einblick in die Praxis der Technikfolgenforschung gegeben werden. An den Beispielen Energietechnik, nachwachsende Rohstoffe, neuere Verkehrstechnologien, Telekooperationsnetze und Abfallbeseitigung werden gesellschaftliche Problemfelder analysiert, bei denen besonders Studien der Technikfolgengforschung relevant sind, da diese Aufgaben vornehmlich nur durch den Einsatz neuer Technologien zu bewältigen sind. Gleichzeitig werden die spezifischen Konzeptionalisierungs-, Durchführungs- und Umsetzungsprobleme von Technikfolgenforschungsprojekten dargestellt und an den verschiedenen Themenbereichen untersucht.
Darüber hinaus werden Programme und Arbeitsweisen institutionalisierter Technikfolgenforschung dokumentiert und das Konzept des "Sustainable Development" auf seine Tauglichkeit für die Technikforschung befragt.
Der Deutsche Bundestag hat das Büro für Technikfolgen-Abschätzung
beim Deutschen Bundestag (TAB) 1993 beauftragt, eine Technikfolgen-Abschätzung
zu dem Thema "Die Bedeutung der Umwelttechnik für die
wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland"
durchzuführen. Ausgehend von dem Ergebnis der Vorstudie (siehe
TA-Datenbank-Nachrichten Nr. 2, Juni 1994), daß die Effizienz
der Umweltpolitik sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer
Hinsicht verbessert werden könnte, wenn eine Trendwende vom
bisher überwiegenden Einsatz nachsorgender und additiver
hin zur verstärkten Nutzung integrierter Umwelttechnik eingeleitet
würde, lautete die zentrale Fragestellung des TA-Projektes,
wie ein verstärkter Einsatz integrierter Umwelttechnik gefördert
werden könnte. Der Abschlußbericht zu dem Projekt,
über das in den TA-Datenbank-Nachrichten Nr. 4, Dezember
1995, ausführlicher berichtet wurde, ist jetzt als Buch erschienen.
Der Bericht befaßt sich mit integrierter Umwelttechnik in
definitorischer Abgrenzung von nachsorgenden und additiven Techniken:
Welche Vor- und Nachteile sind mit integrierter Umwelttechnik
unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten
verbunden? Welche außer- und innerbetrieblichen Hemmnisse
sind verantwortlich dafür, daß sich integrierte Umwelttechnik
bisher nur begrenzt durchsetzen konnte? Und welche umweltpolitischen
Instrumente (ordnungsrechtliche, ökonomische, organisatorische,
informatorische und förderpolitische Instrumente sowie das
Instrument der freiwilligen Selbstverpflichtung) eignen sich in
welcher Ausgestaltung dazu, die künftigen Chancen für
die Entwicklung und den Einsatz integrierter Umwelttechnik zu
verbessern? Diese Fragen arbeitet die Untersuchung in einer umfassenden
Bilanz für die Bundesrepublik auf. Sie kommt unter anderem
zu dem Ergebnis, daß die Durchsetzungschancen für integrierte
Umwelttechnik maßgeblich von der langfristigen Planungssicherheit
für Unternehmen abhängen; sie fordert eine umweltpolitische
Langfristplanung und eine prinzipielle instrumentelle Weichenstellung
in der Umweltpolitik.
Gegenstand des Jahrbuchs Arbeit und Technik 1996 sind die sozio-ökonomischen Veränderungen der entwickelten Industriegesellschaft - die notwendigen wie die tatsächlichen - und ihre Perspektiven. Alle Autoren gehen wie der Herausgeber davon aus, daß tiefgreifende Veränderungen notwendig sind, wenn die Industriegesellschaft eine Zukunft haben soll. In ihrer gegenwärtigen Gestalt wird das nicht möglich sein - sowohl wegen der ökologischen Grenzen, an die sie zunehmend stößt, als auch wegen der sozialen Fragmentierungen und Spaltungen, die sie zur Zeit wieder erzeugt und verstärkt. Das gilt nicht nur im Verhältnis der reichen zu armen Ländern, sondern in den letzten zehn Jahren vermehrt auch in den industriell hochentwickelten Ländern, zunächst in den USA und Großbritannien, danach auch in kontinentaleuropäischen Ländern wie Frankreich und Deutschland. In der Bundesrepublik werden wir Zeuge, wie der Gesellschaftspakt, der mit seinen zentralen Institutionen der sozial gebundenen Marktwirtschaft, des Sozialstaats, der Tarifautonomie und des beschäftigungsintensiven Wachstums Grundlage der ökonomischen und der gesellschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik seit Anfang der 50er Jahre war, allmählich aufgekündigt wird und erodiert.
Wenn die Industriegesellschaft eine Zukunft haben soll, dann sind angesichts der doppelten Krise, in der sie sich gegenwärtig weltweit befindet, soziale Reformen und eine grundlegende ökologische Modernisierung erforderlich. Hierzu äußern sich im Jahrbuch Arbeit und Technik 1996 u.a.:
Ulrich Beck, Hartmut Elsenhans, André Gorz, Robert Heilbroner, Peter Hennicke, Joseph Huber, Horst Kern, Dieter Klumpp, Paul Krugmann, Herbert Kubicek, Rudolf Scharping, Udo Ernst Simonis, Peter Wedde, Ernst Ulrich von Weizsäcker und Klaus Zwickel.
(W. Fricke)
Nicht das Trinkwassersparen, sondern die Reinhaltung der Gewässer ist oberstes Gebot: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg, die jetzt im Springer-Verlag erschienen ist. Die Wissenschaftler nehmen unter dem Titel Wasser - die elementare Ressource unseren Umgang mit dem Lebensmittel Nummer eins unter die Lupe.
Auf dem Umweltgipfel in Rio vereinbarten die Unterzeichnerstaaten 1992, zum Wohl nachfolgender Generationen eine nachhaltige Entwicklung ("Sustainable Development") anzustreben. Sie setzt einen verantwortungsbewußten, also nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde voraus. Da nicht erneuerbare Ressourcen früher oder später verbraucht sein werden, kommt in einer nachhaltigen Wirtschaft erneuerbaren Ressourcen wie z.B. dem Wasser eine zentrale Bedeutung zu.
Viele Ressourcen sind weltweit in unterschiedlichem Maße verfügbar. Dies gilt besonders für das Wasser. Deshalb kann die Frage nach dem nachhaltigen Umgang mit Wasser nur regionalspezifisch beantwortet werden. Die Studie der Akademie weist nach, daß Baden-Württemberg eine wasserreiche Region ist, in der nur rund 15 Prozent der vorhandenen Wasserressourcen als Lebens- und Produktionsmittel genutzt werden. Etwa drei Viertel davon fließen allerdings von aussen zu (vor allem durch den Zufluß in den Bodensee).
Die Qualität der lokalen Wasserressourcen ist oft unbefriedigend. Im Hinblick auf die Folgen für kommende Generationen ist vor allem der Zustand des Grundwassers kritisch einzuschätzen. Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel aus der Landwirtschaft, Stickstoff- und Säureeinträge aus der Luft sowie ein Stoffcocktail aus undichten Abwasserkanälen belasten die Grundwasserreserven. Trotz erheblicher Fortschritte sind auch einige Oberflächengewässer immer noch in einem unbefriedigenden Zustand. Dies gilt in Baden-Württemberg insbesondere für den Neckar.
Wasser - die elementare Ressource spannt einen Bogen von den Aspekten der Wassernutzung in Haushalten und Industrie über die ökologische Behandlung des Abwassers bis hin zur Gewässergüte, den Schutzkonzepten und Qualitätszielen der EU und schließlich den Anforderungen, die an eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung gestellt werden müssen.
(Presseinformation)
Die Lösung von Umweltkonflikten wird immer aufwendiger. Traditionelle Konfliktlösungsmechanismen und Verwaltungsverfahren erweisen sich dabei zunehmend als ungeeignet. In Wissenschaft und Praxis haben sich in den USA und in einigen europäischen Ländern alternative Konfliktlösungsmodelle (Verhandlungslösungen, Mediation etc.) entwickelt, die in diesem Buch vorgestellt werden. 15 Autoren aus den USA, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz stellen in 11 Beiträgen Erfahrungen, Anwendungsfälle und erste Analysen vor. Daraus entsteht ein praxisnahes und repräsentatives Bild der gängigsten Verhandlungsmodelle aus dem In- und Ausland. Der Band enthält u.a. aktualisierte Beiträge, die an einem Symposium der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Umweltforschung und Ökologie (SAGUF) in Chur vorgetragen wurden.
(Klappentext)
Nehmen die Risiken für Umwelt und Gesundheit tatsächlich immer mehr zu, oder ist nur unsere Sensibilität für die Gefährdungen gewachsen? Ist unsere Gegenwart von besonderen Gefahren geprägt oder gerade im Gegenteil von besonderen Sicherheitsvorkehrungen? Viele dieser Fragen werden inzwischen unter dem Begriff der "Risikogesellschaft" verhandelt, der sich längst aus den soziologischen Seminaren emanzipiert hat und zum Thema auch für die interessierte Öffentlichkeit geworden ist.
In dem vorliegenden Buch werden einige der aktuellsten Facetten der "Risikogesellschaft" beleuchtet. Aus der Perspektive von Natur- und Sozialwissenschaften, Umweltrecht und Politik wird untersucht, inwieweit die Risiken in der Risikogesellschaft materiell existieren und/oder kulturell konstruiert sind. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei das Umweltrisiko "Elektrosmog" und die "Risikokommunikation".
(Verlagsprospekt)
Der Herausgeber, der Wissenschaftsladen Hannover e.V., stellt sich wie folgt vor:
Ungeachtet aller Unterschiede hinsichtlich der primären Ausrichtung ihrer konkreten Arbeit, der finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen sowie der personellen Kapazitäten setzen sich alle Wissenschaftsläden - in Deutschland existieren 12, in Österreich 3 - für eine soziale und ökologische Wende in der Gesellschaft ein. Wissenschaftsläden befinden sich an der Schnittstelle von Wissenschaft und Öffentlichkeit; die wissenschaftliche Entwicklung soll zu einem "gesellschaftlichen Projekt" werden, an dem die gesellschaftliche Öffentlichkeit ebenso beteiligt ist wie die wissenschaftlichen "communities". Defizite und Mängel der Universitäten und Hochschulen sollen aufgedeckt und diesen tradierten Systemen alternative Modelle von Wissensproduktion, Wissenschaftsvermittlung und Wissenschaftsproduktion entgegengesetzt werden.
Die Frage, warum und wofür Akteure Standards brauchen, bleibt ... in der Regel unberührt. ...Die Vernachlässigung dieser Frage ist bedauerlich, denn auf diese Weise bleibt das techniksoziologisch interessante Problem, was an der Konstitution technischer Systeme sich so verändert hat, daß heute zu ihrer Integration und Koordination mehr und qualitativ andere Standards gebraucht werden als früher, vollkommen ausgespart. Diesem Defizit soll im folgenden ein wenig abgeholfen werden. Die vorliegende Arbeit wird am Beispiel der Informationstechnik versuchen, den angedeuteten Zusammenhang zwischen dem relativen Bedeutungsverlust hierarchischer Lenkungsstrukturen und dem relativen Bedeutungsgewinn technischer Standards empirisch nachzuzeichnen. Die Informationstechnik ist insofern ein geeignetes Objekt für dieses Bemühen, weil einerseits beide ihrer Sparten, sowohl die Telekommunikation als auch die Computertechnik, ursprünglich sehr stark von hierarchischen Formen der technischen Koordination geprägt waren und weil andererseits heute die Abhängigkeit der Informationstechnik von der Verfügbarkeit technischer Standards besonders ausgeprägt ist.
(Aus der Einleitung)
Eine ausführliche Besprechung der Arbeit erfolgt in den TA-Datenbank-Nachrichten Nr. 1/97 mit dem Themenschwerpunkt "Informationsgesellschaft. Theorie und Praxis".
Das Technikfolgenforschungsprogramm Scientific and Technological Options Assessment (STOA) des EU-Parlaments hat 1995 eine Reihe von Studien, die sich mit verschiedenen Aspekten der Informationsgesellschaft befassen, in Auftrag gegeben. Zwei davon - eine zu Bildung und eine zu Überwachungspotentialen sowie Partizipationsmöglichkeiten in der Informationsgesellschaft - gingen an das Forum Informatikerinnen und Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF), Bonn. Die Abschlußberichte liegen jetzt vor.
(FIfF)
Bibliographische Angaben
R. Keil-Slawik, M. Klemme, H. Selke (FIfF): Report to the European Parliament on Information and Communication Technologies in Education and Training (Part A). Bonn, Oktober 1995. PE: 165.714
European Parliament, Scientific and Technological Options Assessment/STOA (ed.): The Information Society. An Appraisal of Technical Instruments for Political Control and to Improve Participation in the Information Society (Part B). Working Document for the Project Steering Group. Luxembourg, January 1996. PE: 165.715.
Die Studien können angefordert werden bei
STOA Programme
European Parliament
Directorate-General for Research
Directorate B
Eastman Bldg. 112
Rue Belliard 97-113
B-1047 Bruxelles
Fax: 0032/2-284-9059
Das Forum Informationsgesellschaft (Information Society Forum) hat seinen ersten Jahresbericht an die Europäische Kommission vorgelegt. Das Forum wurde von der Kommission im Juli 1995 eingesetzt, um eine offene Diskussion über die gesellschaftlichen und sozialen Aspekte der Informationsgesellschaft zu führen. Es wird geleitet von Birgitta Carlson (Telia AB Teleservices, Schweden). Zu den 14 deutschen Teilnehmern, von insgesamt 129, gehören u.a. Michael Geuenich (DGB), Fritz Pleitgen (WDR), Hans-Eberhard Schleyer (Zentralverband des deutschen Handwerks), Spiros Simitis (Universität Frankfurt).
In sechs Arbeitsgruppen werden die folgenden Themen behandelt:
1. Auswirkungen auf Wirtschaft und Beschäftigung
2. Grundlegende soziale und demokratische Werte
3. Einfluß auf öffentliche Dienste
4. Ausbildung, Lernen, Weiterbildung
5. Die kulturelle Dimension und die Zukunft der Medien
6. Nachhaltige Entwicklung, Technologie und Infrastruktur.
Eine inhaltliche Vorstellung des ersten Jahresberichts des Forums ist für das Schwerpunktthema "Informationsgesellschaft in Theorie und Praxis" in den TA-Datenbank-Nachrichten Nr. 1/97 vorgesehen.
Der Bericht kann vom Sekretariat des Forums Informationsgesellschaft bezogen werden.
(U.R.)
Bestellhinweis
Information Society Forum Secretariat
European Commission
Information Society Joint Activity Centre
Rue de la Loi 200, BU24 2/70
B-1049 Brussels
Tel.: + 32 2 296 90 33
Fax: + 32 2 295 06 88
E-mail: Fabrizia.Derosa@bxl.dg13.cec.be
WWW:
http://www.ispo.cec.be/infoforum/pub.html
The European Commission, DG XII, has published the proceedings of the 1995 COST Interaction Conference - "The contribution of science and technology to the development of human society".
The conference which was organized jointly by the Swiss authorities and the European Commission within the framework of COST (European Cooperation in the field of Scientific and Technological Research) took place in Basel, Switzerland, from 9 to 11 October 1995.
Attended by over 600 participants, from both inside and outside the COST networks, the conference was structured around three symposia:
The reasonable exploitation of the earth's resources;
The development of new processes, products and services;
The human dimension in science and society.
Speakers at the conference emphasized the importance of COST in promoting interdisciplinary research across Europe. Since COST has a bottom-up approach, uses national financing for each partner and funds pre-competitive research, it has a clearly defined role to fill. The conference did, however, suggest that COST might be better defined, in order to secure greater complementarity with other European research programmes.
The published proceedings contain summaries of the three symposia and abstracts of the discussions which took place during the conference.
(CORDIS focus)
Copies of the proceedings, available in English only, may be obtained from
European Commission
DG XII - Science, research and development
Mr. B. Reichert
COST Secretariat
200 rue de la Loi
B-1049 Brussels, Belgium
Fax: + 32 2 2964289
The results of research conducted under the Community's specific RTD programme in the field of environment and climate has been published in a book entitled "Environmental policy in Europe - Industry, competition and the policy process".
The book examines the role of various concerned parties, primarily interest groups, in the framing and enactment of Community environmental policy. The policy-making process is seen as one in which these groups have considerable influence in shaping policy.
Following general analysis of the European Community's environmental policy-making framework, and legal and institutional background, the book examines a number of case studies in European environmental policy-making. Specific areas covered include: the energy sector; waste disposal; specific waste regulation, such as car recycling; and the Environmental Management and Audit Scheme (EMAS). The book also includes a chapter outlining the economics of environmental regulation, particularly in respect of "eco-taxes".
(CORDIS focus)
Further information about the social and economic environmental research area of the Environment and Climate programme may be obtained from:
European Commission
DG XII - Science, research and development
Bill Watts
Unit D/5
200 rue de la Loi
B-1049 Brussels, Belgium
Fax: + 32 2 2963024
Prepared by the OECD Directorate for Science, Technology and Industry, the STI Review, published twice yearly, presents studies of interest to science, technology and industry policy makers and analysts, with particular emphasis on cross-country comparisons, quantitative descriptions of new trends and identification of recent and future policy problems.
The articles in this issue have been selected from the papers presented at a Workshop on "Technology, Productivity and Employment: Macroeconomic and Sectoral Evidence", organised jointly by the OECD and the French Ministry of the Economy in June 1995. The Workshop was part of the activities undertaken at the request of the G-7 countries and the OECD Council on the relationship between technology, productivity and job creation in the framework of the follow-up to the OECD Jobs Study. Its purpose was to examine issues such as the role of technology in productivity growth, differing employment performances or widening wage differentials in OECD countries, and to assess their implications for policy making in the increasingly "knowledge based" OECD economies.
(Foreword, abridged)
The report can be ordered from
OECD Publications
2, rue André-Pascal
F-75775 Paris, Cedex 16
Tel.: + 33 1 45/248200
Fax: + 33 1 49/104276
Internet: Compte.PUBSINQ@oecd.org
or the main sales outlets of OECD publications, i.e. for Germany
OECD Publications and Information Centre
August-Bebel-Allee 6
D-53175 Bonn
Tel.: + 49 (0) 228/959 120
Fax: + 49 (0) 228/9591217
Wenn die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft die Geschichte von Emergenzen ist, wie die Vorrede zum neuerschienenen Werk Ropohls meint, dann ließe sich dieses Buch selbst als Emergenz aus einer weit zurückreichenden Abfolge von Gedanken und Publikationen seines Verfassers ansehen. Im besonderen gilt dies für das seit 1982 verfolgte Programm Ropohls, Ingenieursethik und politische Technikbewertung miteinander zu verbinden.
Ausgehend von einer "normativen Wende in der Technologie", die der Verfasser seit Ende der 60er Jahre datiert, diskutiert er im ersten Hauptteil den moralphilosophischen Diskurs einer Ethik technischen Handelns, im zweiten Hauptteil den Diskurs zur politischen "Technikbewertung" (oft auch als Technikfolgenabschätzung bezeichnet), und führt im dritten Hauptteil beide Konzepte (zwecks Überwindung ihrer spezifischen Defizite) zu einer "Synthese der praktischen Philosophie" zusammen, welcher er das programmatische Etikett einer "konzertierten Techniksteuerung" gibt.
Gerade einer Institution, die sich vom Autor einerseits bescheinigen lassen muß, in ihrer angewandten Projektforschung theorielos zu operieren, andererseits aber wohl auch unzulässig bescheiden war, insofern sie die sozialphilosophische Tragweite ihrer Diskursbeiträge nicht erkannte, gibt das vorliegende Werk mannigfaltige Anstöße zur Selbstbesinnung. Eine eingehende Rezension wird daher in der nächsten Ausgabe der TA-Datenbank-Nachrichten erscheinen.
(G. Bechmann/F. Gloede, ITAS)