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Forschungszentrum Karlsruhe
Technik und Umwelt
Institut für Technikfolgenabschätzung und
Systemanalyse (ITAS)
TA-DATENBANK-NACHRICHTEN
Nr. 2, 6. Jahrgang - Juli 1997

NEUES AUS ITAS

Mit dieser Sektion führt die Redaktion einen ITAS-Newsletter innerhalb der TA-Datenbank-Nachrichten ein, in dem in gebündelter Form aktuelle Informationen über das ITAS angeboten werden.
Berichtet wird über neue Projekte, die Ergebnisse abgeschlossener Projekte, neue Veröffentlichungen und sonstiges mehr.
Bisher waren solche Informationen über die verschiedenen Sektionen der TA-Datenbank-Nachrichten verstreut.

Bevorstehender Wechsel in der Institutsleitung

ITAS steht vor einem Wechsel der Institutsleitung, da Professor Dr. Paschen Mitte nächsten Jahres aus Altersgründen ausscheidet.

Aus diesem Grund wird ITAS im Juni nächsten Jahres in Bonn eine doppelte Jubiläumsveranstaltung durchführen, einerseits zum 65-jährigen Geburtstag von Herrn Professor Dr. Paschen sowie andererseits zum Thema "25 Jahre TA in Deutschland" (siehe die Vorankündigung).

Die Vorbereitungen für die Berufung eines neuen Leiters laufen schon. Eine vom Aufsichtsrat und vom Wissenschaftlich-technischen Rat des Forschungszentrums Karlsruhe einberufene Strukturkommission hat empfohlen, das Institut mit der derzeitigen Programmatik und inhaltlichen Ausrichtung auf die beiden Themenfelder

fortzuführen und für die Neubesetzung der Stelle des Institutsleiters eine gemeinsame Berufung mit der Universität Freiburg durchzuführen. Für das eigentliche Berufungsverfahren ist inzwischen eine Berufungskommission eingesetzt worden.


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25 Jahre TA in Deutschland - Bilanz und Ausblick -

Vorankündigung einer Veranstaltung des ITAS im Wissenschaftszentrum Bonn am 17. und 18. Juni 1998

In Reaktion auf die amerikanische Institutionalisierung von TA durch den Technology Assessment Act (1972) begann wie in anderen Industrieländern auch in Deutschland eine öffentliche Debatte über Bedarf, Ziele, Potentiale und mögliche Institutionalisierungsformen von Technikfolgenabschätzung. Im April 1973 brachte die damalige Oppositionsfraktion von CDU und CSU einen Gesetzentwurf ein, der die Errichtung eines parlamentarischen "Amtes zur Bewertung technologischer Entwicklungen" zum Inhalt hatte. Damit war eine bekannt langwierige politische Kontroverse ebenso eröffnet wie eine zunehmende wissenschaftliche Erörterung verschiedenster TA-Konzeptionen.

Anläßlich des 25-jährigen "Jubiläums" der Einführung des TA-Konzepts in die deutsche Politikberatung - und zugleich anläßlich des 65-jährigen Geburtstags seines Leiters Prof. Paschen im kommenden Jahr, mit dessen Namen diese Einführung eng verbunden ist - wird das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Forschungszentrums Karlsruhe eine Veranstaltung im Wissenschaftszentrum Bonn durchführen, deren Ziel eine umfassende Bestandsaufnahme bisheriger TA-Aktivitäten in Deutschland sowie ein Ausblick auf zukünftige Herausforderungen bei der gesellschaftlichen Bewältigung der wissenschaftlich-technischen Entwicklung ist.

Die Veranstaltung wird am Mittwoch, den 17.6.98 , um 14 Uhr beginnen und am Donnerstag, den 18.6.98, 16.30 Uhr enden. Während der erste Tag eher repräsentativen Charakter erhalten und wichtigen Wegbegleitern der TA aus Politik und Wissenschaft Gelegenheit zu einer rückblickenden Bilanz sowie zu zukunftsgerichteten Einschätzungen geben soll, sind für den zweiten Tag wissenschaftliche Vorträge zu zentralen konzeptionellen und praktischen Fragen heutiger wie künftiger TA vorgesehen. Alle Beiträge zu dieser Veranstaltung sollen in einem parallel dazu vorbereiteten Buch veröffentlicht werden.

Im Anschluß an die Vorträge des ersten Tages wird ein Empfang im Wissenschaftszentrum Bonn ausgerichtet.

Für die Vorträge des zweiten Tages sind vorläufig folgende Themen vorgesehen:

Die Veranstalter erhoffen ein breites Interesse bei Repräsentanten aus Politik und Verwaltung, aus Wirtschaft ,Wissenschaft und Öffentlichkeit - nicht zuletzt auch bei allen Mitgliedern des inzwischen weit verzweigten "TA-Netzwerks" im In- und Ausland. Um Vormerkung des genannten Termins wird bereits jetzt gebeten! Das endgültige Programm und die Anmeldungsformalitäten werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Kontakt

Dipl.-Soz. Fritz Gloede
Forschungszentrum Karlsruhe
Institut für Technikfolgenabschätzung
und Systemanalyse (ITAS)
E-mail: gloede@itas.fzk.de


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NEUE PROJEKTE:

HGF-Verbundprojekt "Global zukunftsfähige Entwicklung: Perspektiven für Deutschland"

Wie weitere rund 150 Staaten hat sich Deutschland 1992 anläßlich der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio verpflichtet, das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ("sustainable development") in konkrete Politik umzusetzen. Verschiedene Staaten haben inzwischen entsprechende Strategien bzw. Pläne vorgelegt. In Deutschland beschäftigt sich, neben anderen, vor allem die Enquete-Kommission des Bundestages "Schutz des Menschen und der Umwelt" mit Fragen der Operationalisierung und politischen Umsetzung dieses Leitbilds.

Ziel des Vorhabens, das in Zusammenarbeit von Forschungsgruppen aus verschiedenen HGF-Zentren durchgeführt werden wird, ist es, diesen politischen Prozeß wissenschaftlich zu unterstützen. Hierzu soll das vielfältige in der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) vorhandene Fachwissen aktiviert und gebündelt werden. Es sollen zum einen Orientierungs- und Handlungswissen für die Politik, zum anderen Grundlagen für künftige Prioritätensetzungen in der Forschungs- und Technologiepolitik innerhalb und außerhalb der HGF erarbeitet werden. Das Vorhaben wird - in interaktiven Schritten bzw. Prozessen - die folgenden Arbeitsschritte umfassen:

Kennzeichnend für den Ansatz des Vorhabens werden folgende Aspekte sein:

  1. Das Vorhaben versteht das Leitbild "Nachhaltige Entwicklung" in dem Sinne, daß es darum geht, die Verbesserung ökonomischer und sozialer Lebensbedingungen mit der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen. Ausgangshypothese des Vorhabens ist es, daß die ökologischen, ökonomischen und sozialen Implikationen einer zukunftsfähigen Entwicklung gleichrangig betrachtet werden sollten, während sich bisherige Studien primär auf die ökologischen Aspekte konzentriert haben. Hiermit wird allerdings ein sowohl inhaltlich als auch methodisch komplexes und bisher kaum bearbeitetes Terrain betreten.

  2. Im Vorhaben wird davon ausgegangen, daß eine zukunftsfähige Entwicklung eines politischen Ansatzes bedarf, der Substitutions-, Effizienz-, Suffizienz- und Konsistenzelemente umfaßt. Gegenüber anderen vorliegenden Studien sollen jedoch im Vorhaben die Effizienzverbesserungspotentiale von Innovationen technologischer, aber auch sozialer Art und die Chancen zu ihrer Nutzung, detaillierter analysiert werden.
    Sowohl für die 2. Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Schutz des Menschen und der Umwelt" (siehe Zwischenbericht 1997) als auch für die Bundesregierung (Entwurf des neuen Umweltforschungsprogramms vom April 1997) sind Innovationen der Schlüssel zu einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung, wobei diese technischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Natur sein können.
    Bezüglich der Analyse von Innovationspotentialen ist darauf hinzuweisen, daß der Typ von Innovationen, der für eine nachhaltige Entwicklung erforderlich sein wird, zunehmend technische und soziale Innovationen integrieren und gleichzeitig Effizienz-, Suffizienz- und Konsistenzelemente aufweisen wird.
    Zur Ermittlung der technologischen Innovationspotentiale sind im Rahmen des Vorhabens sowohl für Schlüsseltechnologien als auch für sektorspezifische Technologien entsprechende Abschätzungen und Vorhersagen vorzunehmen. Die HGF verfügt sowohl für verschiedene Schlüsseltechnologien (Informations- und Kommunikationstechnologien, Nano- und Mikrosystemtechnik, Bio- und Gentechnik, Umwelttechnik) als auch für sektorspezifische Technologien (Energietechnik, Verkehrstechnik) über hohe Kompetenz. Für den Bereich sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und institutioneller Innovationen besitzt die HGF zwar in den Systemanalyse- und Technikfolgenabschätzungseinrichtungen auch entsprechenden sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Sachverstand, eine Zusammenarbeit mit Einrichtungen außerhalb der HGF wird hier aber unumgänglich sein.

  3. Der Titel des Vorhabens "Global zukunftsfähige Entwicklung - Perspektiven für Deutschland" impliziert zwar eine Konzentration der Analyse auf dem Weg Deutschlands zu einer nachhaltigen Entwicklung. Angesichts der Globalität von Ursachen und Auswirkungen vieler Probleme, der Wechselwirkungen zwischen globaler und regionaler Ebene sowie wegen der besonderen Verpflichtungen der hochentwickelten Länder, weltweit zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen, muß das Vorhaben notwendigerweise auch eine internationale Dimension haben. Entwicklung, Anwendung und weltweite Diffusion von nachhaltigen Technologien und die Kooperation mit anderen Ländern, insbesondere Entwicklungsländern, stellen hier zu betrachtende Felder dar, ebenso wie die möglichen Folgen von nationalen Nachhaltigkeitsstrategien entwickelter Länder, z.B. Deutschlands, für die Entwicklungsländer, die vielfach wirtschaftlich stark von Rohstoffgewinnung und -export abhängig sind.

Das Vorhaben wird als Verbundvorhaben des HGF-Forschungsverbundes Umwelt durchgeführt. Es wird eine breite interdisziplinäre Kooperation und die Zusammenführung sehr unterschiedlicher Expertisen erfordern.

Das Vorhaben sieht nicht nur die Politik und die HGF als Adressaten ihrer Arbeit, sondern alle gesellschaftlichen Akteure, die letztlich zur Umsetzung des Leitbilds einer global zukunftsfähigen Entwicklung beitragen sollen. Dies erfordert während der Durchführung des Vorhabens die Interaktion mit allen wichtigen gesellschaftlichen Gruppen, die auf unterschiedlichen Ebene und in unterschiedlichen Formen zu organisieren ist (Projektbeirat, Runder Tisch zusammen mit der baden-württembergischen Akademie für Technikfolgenabschätzung, Workshops, öffentliche Präsentation von Zwischenergebnissen).

Das Vorhaben soll drei Phasen umfassen:

Diese dritte Phase soll möglichst bereits parallel zur systemanalytischen Phase beginnen und systemanalytisch begleitet werden.

An der ersten Phase, der Vorstudie, werden sich die folgenden Forschungsgruppen der HGF-Zentren beteiligen:

In der Hauptphase werden sich neben den genannten, vor allem systemanalytisch orientierte Forschungsgruppen weitere technische und naturwissenschaftliche Institute der HGF-Zentren beteiligen.

Die Federführung für das Vorhaben übernimmt zunächst das ITAS.
(J.K.)


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Webmaster, bitte zahlen! Aber wie?

Das ITAS-Projekt Elektronische Zahlungssysteme im Internet "PEZ" befaßt sich mit elektronischen Zahlungssystemen für digitale Produkte und Dienstleistungen im Internet.

Das Internet macht gegenwärtig einen Wandel vom einst staatlich finanzierten und national orientierten Wissenschaftsnetz zu einem kommerziell betriebenen, globalen Universalnetz durch. Die Kommerzialisierung des Internet betrifft sowohl die Trägerschaft und den Betrieb der Netzinfrastruktur als auch die dort angebotenen Dienste und Produkte. Das Wachstum dieses Marktes, so die häufig zu hörende Meinung, werde derzeit behindert, weil kein angemessenes Zahlungssystem im Internet verfügbar sei. An experimentellen Systemen, die versuchen, die verschiedenen bargeldlosen Zahlunsgformen wie Scheck, Kreditkarten, Überweisungen oder auch "echtes" Bargeld im Internet zu ermöglichen, fehlt es nicht. Aber von etablierten und akzeptierten Zahlungssystemen im Internet kann in keinem Fall die Rede sein. In der gegenwärtigen Phase wird allenthalben experimentiert, und das meiste erscheint noch offen - selbst für die Position, daß der elektronische Handel sich nicht zu einem Erfolg entwickeln wird und elektronisches Geld entbehrlich bleibt, lassen sich Argumente finden.

Obwohl gerade der medienwirksame Ausdruck "elektronisches Geld" einmal mehr von einer bevorstehenden Revolution zu künden scheint, ist auch dieses neue Phänomen nicht ohne vielfältige Rückbezüge zu verstehen. Schon lange gibt es "elektronischen Zahlungsverkehr" in großem Stil zwischen den Banken und im Geschäftsverkehr mit Banken; schon lange gibt es auch Online-Zahlungen am "Point of Sale", und viele Kunden nutzen diverse Plastikkarten mit Zahlungsfunktionen - seien es solche mit Magnetstreifen oder Chip. Schon lange gibt es auch kommerzielle Onlinedienste wie T-Online, AOL und noch länger die professionellen Datenbankanbieter, die ihre digitalen Fachinformationen verkaufen.

Vor diesem Hintergrund ist die Neuheit zu sehen, die mit der Kommerzialisierung des Internet sich ausbilden mag: An die Stelle privater, sicherer (sog. value added) Netze tritt ein globales, offenes Netz, und an die Stelle langfristig vertraglich geregelter Beziehungen und der Bewegung in ausgewiesenen "Nutzergruppen" tritt potentiell ein anonymer Markt im "digitalen Milieu", auf dem jeder anbieten und (nach Möglichkeit auch anonym) kaufen kann. Dabei stehen Geldbeträge zur Diskussion, die nur Bruchteile heutiger Geldstückelungen umfassen ("minipayment"). An diesem Punkt kann der Bedarf nach sicheren, elektronischen Zahlungssystemen im Internet entstehen.

Der Fokus der vom BMBF geförderten Untersuchung liegt bei solchen Zahlungssystemen im Internet, die für den Handel mit digitalen Informationsprodukten und Dienstleistungen (elektronische Publikationen, Datenbankinhalte aller Art, Medienangebote wie Film, Fernsehen und Radio, Software, Beratung etc.) geeignet sind. Hier können Angebot, Kauf-Verkauf, Liefern und Zahlen sowie auch die Nutzung bzw. Inanspruchnahme vollständig im "digitalen Milieu" des Internet abgewickelt werden.

Das Projekts soll den Sachstand zu dem skizzierten Problemfeld aufbereiten und transparent machen, Konfliktlinien und wahrscheinliche Entwicklungspfade aufzeigen sowie Handlungsoptionen und förderpolitisch relevante Hinweise geben. In der elektronischen Projektbeschreibung auf dem ITAS-WWW-Server http://www.itas.fzk.de/ deu/projekt/pez.htm wird das Projekt etwas ausführlicher vorgestellt. Mit Ergebnissen ist Ende 1997 zu rechnen.
(K.B.)

Kontakt

Knud Boehle
Ulrich Riehm
Forschungszentrum Karlsruhe
Institut für Technikfolgenabschätzung
und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640, D-76021 Karlsruhe
Tel: +49 (0) 721 / 608 - 22989
Fax: +49 (0) 721 / 608 - 24806
E-mail: boehle@itas.fzk.de
E-mail: riehm@itas.fzk.de


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NEUE VERÖFFENTLICHUNGEN

Band 4 + 5 der ITAS-Reihe im Campus Verlag erschienen!

"Risiko Klima: Der Treibhauseffekt als Herausforderung für Wissenschaft und Politik"

Einhergehend mit der wissenschaftlichen Behauptung der Existenz eines durch menschliche Aktivitäten verursachten zusätzlichen Treibhauseffekts und der damit verbundenen Furcht vor den Risiken möglicher Klimaänderungen und deren Folgewirkungen für ökologische und sozioökonomische Systeme entwickelte sich die Klimapolitik seit Mitte der 80er Jahre zu einem neuen Politikfeld. Auf der Forschungsebene fand dies eine Entsprechung in der Neueinrichtung des Bereichs der Klimawirkungsforschung. Hier sollen die unterschiedlichen Auswirkungen möglicher Klimaänderungen auf globaler und regionaler Ebene untersucht und Handlungsoptionen für Politik und Forschung formuliert werden. Damit wurde einerseits der politisch-strategischen Komponente der Klimathematik ein höherer Stellenwert eingeräumt, andererseits wurde damit der Weg für eine zumindest stärkere Einbeziehung der Sozialwissenschaften in die klimabezogene Forschung geebnet.

Mit Analysen und Bewertungen der Kernelemente und Defizite der gegenwärtigen Forschungs- und Politikpraxis sowie mit einigen Vorschlägen für veränderte Ansätze möchten die Autoren mit dem vorliegenden Buch einen Beitrag zu der hier seit einigen Jahren geführten Diskussion um die wissenschaftliche, politische und öffentliche Behandlung der Klimathematik leisten. Das Buch basiert dabei auf Ergebnissen zweier vom BMBF-geförderten Vorhaben, zum einen auf Ergebnissen des Vorhabens "Sozialwissenschaftliche Konzepte einer interdisziplinären Klimawirkungsforschung" und zum anderen auf Arbeiten der vom BMBF geförderten Informationsstelle Umweltforschung zur UN-Klimarahmenkonvention.

Ein Ausgangspunkt des Buches ist die Tatsache, daß sich das "Risiko Klima" in vielerlei Hinsicht von den bislang zu behandelnden gesellschaftlichen (Umwelt-)Risiken unterscheidet. Zu nennen sind hier z.B. die Globalität von Problemverursachung und Wirkungen, die Irreversibilität klimatischer Prozesse oder die erheblichen Unsicherheiten in bezug auf Zeitpunkt, Art und regionale Differenzierung möglicher Klimaänderungen sowie auf deren Auswirkungen. In den verschiedenen Beiträgen wird versucht, aus unterschiedlichen Perspektiven deutlich zu machen, daß die zentrale Herausforderung dieses Forschungs- und Politikbereichs darin besteht, das Spannungsfeld zwischen diesen vielfach unsicheren Informations- und Entscheidungsgrundlagen, unterschiedlichen Interessenlagen der gesellschaftlichen Akteure und drängendem Handlungsbedarf zu analysieren und daraus die geeigneten Schlußfolgerungen zu ziehen.

Drei der insgesamt sechs Beiträge des Buches befassen sich dabei eher mit den wissens- bzw. wissenschaftssoziologischen Aspekten: mit der historischen Entwicklung der Debatte um den anthropogenen Treibhauseffekt, mit dem Verhältnis zwischen Natur- und Sozialwissenschaften in der Klimawirkungsforschung und mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung des (anthropogenen) Klimawandels und seiner möglichen Folgen. Politisch-ökonomische Aspekte stehen im Vordergrund der drei anderen Beiträge. Hier werden die Entwicklung, wesentliche Konfliktlinien und Perspektiven in den Verhandlungen im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention von 1992, die Ansatzpunkte und Defizite der gegenwärtigen bundesdeutschen Klimapolitik sowie die internationale Dimension der Klimathematik mit ihren Konsequenzen für Politik und Wissenschaft behandelt.
(J.K.)

Jürgen Kopfmüller, Reinhard Coenen (Hrsg.): Risiko Klima: Der Treibhauseffekt als Herausforderung für Wissenschaft und Politik. Frankfurt/New York: Campus Verlag, 1997. (Veröffentlichungen des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse; Bd. 4). ISBN 3-593-35742-9


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"Vom allmählichen Verfertigen elektronischer Bücher.
Ein Erfahrungsbericht"

Innerhalb des Projekts Elektronisches Buch (PEB) des ITAS wurden Prototypen dreier elektronischer Bücher (andere würden von Hypertexten sprechen) entwickelt, die von der Textart und dem Nutzungskonzept her jeweils anders gelagert sind: ein Kapitel eines wissenschaftlichen Buches, ein multimediales Studiersystem ("Flusser-Hypertext") und eine elektronische Darstellung des Projekts PEB. Das Buch "Vom allmählichen Verfertigen elektronischer Bücher" enthält eine detaillierte und systematisch angelegte Beschreibung und Reflexion des Entstehungsprozesses dieser digitalen Medienangebote. Die daraus gewonnenen Erfahrungen und Einsichten sind an eine doppelte Leserschaft adressiert, zum einen an die, die mit der praktischen Gestaltung elektronischer Medienangebote zu tun haben und zum anderen an die, die an der politischen und sozialen Gestaltung des langfristigen Medienwandels interessiert sind. Der Erfahrungsbericht kommt u.a. zu dem Ergebnis, daß das Hypertextkonzept als Leitbild praktischer Medienentwicklung nicht geeignet ist und daß in der Multimediaeuphorie die längerfristig große Bedeutung digitaler Texttechnologien nicht vergessen werden darf. Nachgedacht wird auch über den besonderen "TA-Ansatz" des Projekts PEB, in dem "konkrete Gestaltung" und Technikfolgenabschätzung (TA) in Kombination erprobt wurden.

Weitere Informationen zu dem Projekt und dem Buch sind auf dem ITAS-WWW-Server unter http://www.itas.fzk.de/deu/ projekt/projekt.htm zu finden. Dort sind auch die entwickelten Prototypen elektronischer Bücher zu beziehen (Prototyp 1 und 2 als "Demo").
(K.B.)

Knud Böhle, Ulrich Riehm, Bernd Wingert: Vom allmählichen Verfertigen elektronischer Bücher. Ein Erfahrungsbericht. Frankfurt / New York: Campus Verlag, 1997. (Veröffentlichungen des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Bd. 5) ISBN 3-593-35772-0


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Stand: 26.08.2011 - Kommentare und Bemerkungen an: ITAS-WWW-Redaktion