Prototypentwicklung in der Mikrosystemtechnik

Das VDI/VDE Technologiezentrum Informationstechnik hat einen Bericht über seine Evaluation der BMBF-Förderung von Prototypenentwicklungen in der Mikrosystemtechnik vorgelegt (sog. indirekt-spezifische Maßnahme Mikrosystemtechnik (MST)). Wesentliche Ergebnisse der Evaluation sind in der folgenden Kurzfassung des Berichtes dargestellt:

"Im Mittelpunkt des Berichtes steht die Auswertung von Verwendungsnachweisen der geförderten Entwicklungsvorhaben in der indirekt-spezifischen Maßnahme Mikrosystemtechnik (MST). Der Untersuchung zugrunde gelegt wurden 346 Vorhaben mit Verwendungsnachweisen, die zum Berichtszeitpunkt (30.11.1994) vorlagen und die nach Vorhabens- und Unternehmensmerkmalen ausgewertet wurden.

Die Ergebnisse im einzelnen zeigen, daß die Unternehmen in der indirekt-spezifischen Maßnahme MST mehrheitlich die Vorhaben technisch erfolgreich abgeschlossen haben (67 %). Von diesen planen wiederum fast alle die Vermarktung. Neun Prozent der Unternehmen haben das Vorhaben ohne einen Prototyp abgebrochen und rund ein Viertel ist in der vorgesehenen Entwicklungszeit noch nicht fertig geworden.

Es sind zahlenmäßig vor allem Vorhaben zur Signalverarbeitung und Sensorvorhaben mit Eigenentwicklung des Sensorelements, die technisch erfolgreich abgeschlossen wurden und vermarktet werden sollen. Technologisch hochkomplexe Vorhaben sind dabei tendenziell in der Entwicklung noch offen, während es mehrheitlich technologisch komplexe MST-Prototypenentwicklungen sind, die aus technischer Sicht bewältigt worden sind und einer Vermarktung zugeführt werden sollen.

Die Technologieprofile der Vorhaben zeigen, daß SMT und ASICs eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von geförderten MST-Prototypen haben. Weitere wichtige Technologien sind Schichttechnik, Hybridtechnik sowie die Halbleitertechnik. Die Diffusion der integrierten Optik und der neuen Materialtechniken steht noch bevor.

Bei den Anwendungsgebieten der MST-Prototypen mit Vermarktungsabsicht ist zu konstatieren, daß die in der indirekt-spezifischen Maßnahme entwickelten MST-Prototypen in der Industrie (Fertigungs- und Verfahrenstechnik, Fahrzeuge und Verkehr) eingesetzt werden und hier vor allem als Komponenten für das investitionsgüterproduzierende Gewerbe. Mit einem deutlichen Abstand in der Bedeutung zu nennen sind darüber hinaus die Gebiete Sicherungs- und Kommunikationstechnik sowie die Umwelttechnik.

Es hat sich gezeigt, daß eine Vielzahl von Unternehmen, darunter viele kleine und mittlere Unternehmen, MST-Prototypenentwicklungen mit Gesamtaufwendungen von durchschnittlich rund 870 TDM erfolgreich in einem Zeitraum von höchstens 30 Monaten bewältigt haben. In diesem Zusammenhang betont werden muß, daß die erfolgreichen Unternehmen über ein differenzierteres Innovationsmanagement verfügen. Die überbetriebliche Zusammenarbeit in der Prototypenentwicklung spielt dabei eine wichtige Rolle."

Bibliographische Angaben und Bestellhin
weis

Oliver Pfirrmann / VDI/VDE Technologiezentrum Informationstechnik: Förderschwerpunkt Mikrosystemtechnik 1990-1993. Prototypenentwicklung in der Mikrosystemtechnik. Analyse der indirekt-spezifischen Maßnahme. Teltow, Januar 1995.

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