Vortrag auf der NTA3 – Dritte Konferenz des Netzwerks TA
TA' 08 – Achte österreichische TA-Konferenz des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung
(ITA): Technology Governance. Der Beitrag der Technikfolgenabschätzung. Österreichische Akademie der Wissenschaften und das Netzwerk TA. Wien, Österreich, 28. - 30.05.2008
Abstract
Der Wandel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, den Technikfolgenabschätzung im Rahmen einer Governance-Perspektive zu berücksichtigen hat, schließt nicht zuletzt das gesteigerte Interesse der Öffentlichkeit an den sich beschleunigenden Innovationsprozessen ein.
Anders als in traditionell-ordnungsrechtlicher Perspektive, bei der die von Standortentscheidungen betroffene Öffentlichkeit erst am Ende von komplexen Entwicklungs-, Planungs- und Aushandlungsprozessen mit den möglichen Folgen konfrontiert der Implementation von Technik konfrontiert wird, hebt die neue Sichtweise auf eine frühzeitige Einbeziehung betroffener wie interessierter Bürgerinnen und Bürger ab - in der einen oder anderen Weise. Dabei setzt sie auf die Tugenden zivilgesellschaftlichen Engagements und etikettiert Formen wie Verfahren einer solchen Einbeziehung von Öffentlichkeit in die verschiedenen Phasen der Technikentwicklung gern auch als Demokratisierung.
Partizipative Verfahren der Beteiligung von Öffentlichkeit an Technikgestaltung sind dementsprechend seit geraumer Zeit in aller Munde. Es wird dabei freilich selten sauber unterschieden zwischen einer Partizipation an Entscheidungen und einer Partizipation an der (wissensgenerierenden) Vorbereitung von Entscheidungen, wie sie etwa Konzepte partizipativer Technikfolgenabschätzung kennzeichnen.
Anhand einer Diskussion exemplarischer Beteiligungsverfahren (formelle Öffentlichkeitsbeteiligungen, Diskursverfahren, Konsensuskonferenzen, Planungszellen u.a.) sowie vorliegender Untersuchungen über partizipative Technikfolgenschätzung (ADAPTA, EUROpTA) in Europa soll die Erforderlichkeit einer solchen Unterscheidung ebenso wie ihr analytischer Gewinn verdeutlicht werden.
Dem sind allerdings analytische und prozessbezogene Präzisierungen vorauszuschicken, die die hier einschlägigen Schlüsselbegriffe der Governance-Perspektive ebenso betreffen (Zivilgesellschaft, Technikgestaltung, Öffentlichkeit, Demokratisierung, Antizipation / Berücksichtigung von Entscheidungsfolgen u. a. ) wie Vorstellungen über mögliche Wirkungen von TA-Projekten.
Noch allgemeiner ist vor dem Hintergrund konzeptioneller Vorstellungen zum Prozess der Technikentwicklung zu diskutieren, in welchem Sinn und in welchem Maße Entscheidungen (im Unterschied zu evolutionären Mechanismen und/oder kontingenten Marktprozessen) überhaupt Bedeutung zuzuschreiben ist.
Methodische Vorgehensweise
Sekundärliteratur-Auswertung, theoriegeleitete Überlegungen
Erwartete Resultate
Beitrag zur Klärung des begrifflichen Rahmens von „Technology Governance“mit besonderer Berücksichtigung von zivilgesellschaftlicher Beteiligung
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