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ITAS-Projekt Zukunftsperspektiven der Technikfolgenabschätzung |
Technikfolgenabschätzung (TA) ist als wissenschaftliche und gesellschaftliche Reaktion auf das Problem entstanden, wie mit komplexen Nebenfolgen und Unsicherheiten in Wissenschaft und Technik umgegangen werden kann. Die Erfahrung, dass in der Moderne die nicht intendierten Nebenfolgen von Wissenschaft, Technik und Technisierung erhebliche Dimensionen annehmen können, die Herausforderung, ob und wie Wissen um Nebenfolgen bereits in Entscheidungsprozesse integriert werden kann sowie das Problem des Umgangs mit den dabei unweigerlich auftretenden Unsicherheiten des Wissens markieren die Fragen, auf die TA Antworten geben soll. Das "Assessment" als eine als rational auszuzeichnende und prozesshaft organisierte Vorgehensweise zur Beantwortung dieser Herausforderung gerät auf diese Weise in den Mittelpunkt der konzeptionellen Überlegungen zur TA. In diesem Sinne werden Technikfolgen im Rahmen eines Assessments von Policy-Optionen zur Technikgestaltung behandelt, die dem komplexen Umgang mit Technikfolgenproblemen Genüge leisten können. Welche konzeptionellen Angebote TA hierzu an Gesellschaft und Politik TA unterbreitet, ist stark kontextabhängig - und bedarf, wenn in einer sich dynamisch entwickelnden Weltgesellschaft sich diese Kontexte rasch ändern, der ständigen Modernisierung.
Der ständige Modernisierungsbedarf der TATA als eine spezifische Form interdisziplinärer Technikforschung und wissenschaftlicher Politikberatung ist, wie problemorientierte Forschungsansätze im Allgemeinen, zweckgebunden, kontextabhängig und adressatenbezogen. In den Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozessen, für die TA Wissen und Orientierungen bereitstellt, spielen die situationsspezifischen Kontexte und die Erwartungen der jeweiligen Adressaten eine wichtige Rolle. Änderungen im gesellschaftlichen Umfeld der TA (gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen, Rollen und Konstellationen der relevanten Akteure, Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse) wirken sich daher direkt auf die Formen des Assessment im o.g. Sinne aus. Eine TA, die ihrem Auftrag gerecht werden will, muss daher in der Lage sein, die Veränderungen in ihrem Umfeld zu beobachten und konzeptionell darauf zu reagieren bzw. pro-aktiv diese Veränderungen in ihrem eigenen konzeptionellen Selbstverständnis zu reflektieren.
Gegenwärtige Veränderungen im gesellschaftlichen UmfeldTA hat sich in den 60iger und 70iger Jahre vor dem Hintergrund einer planungsoptimistischen und staatszentrierten Ausrichtung etabliert. Politikberatung als "Frühwarnung vor technikbedingten Gefahren", die Unterstützung der Legislative gegenüber der Exekutive und die Anfänge einer Stakeholder-Beteiligung kennzeichnen diesen Beginn. In der Zwischenzeit haben sich weit reichende Veränderungen ergeben: die mehr oder weniger ständige Krise des repräsentativen Demokratiemodells mit jeweils verschiedenen Ausprägungen, die wirtschaftliche Globalisierung, die aktuelle Diskussion über die Unsicherheit des Wissens, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung, Überlegungen zu neuen gesellschaftlichen Governance-Strukturen unter stärkerer Berücksichtigung partizipativer Elemente, die Innovationsschwäche vieler Volkswirtschaften, ethische Diskussionen, vor allem im biomedizinischen Kontext, und neue Strukturen im Wissenschaftssystem. Aktuelle Themen im gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Kontext der TA sind:
Diese Entwicklungen haben in der einen oder anderen Weise bereits zu neuen bzw. modifizierten TA-Konzepten geführt. Eine konzeptionelle Neubestimmung des gesellschaftlichen Ortes der TA steht jedoch bislang aus. Aus diesem Grunde verfolgt das Projekt folgende Ziele:
Die Erarbeitung der Ergebnisse erfolgt im Rahmen einer offenen "Projektwerkstatt" (TA-Labor) im ITAS. Thesenpapiere und Impulsreferate, vorgelegt bzw. vorgetragen von Mitgliedern des Projektteams sollen hierbei die Diskussion an stoßen. Die Arbeitsschwerpunkte sind:
| Projektteam: | Armin Grunwald (Projektleiter), Gotthard Bechmann, Knud Böhle, Michael Decker, Ulrich Fiedeler, Torsten Fleischer, Fritz Gloede, Bettina-Johanna Krings |
| Projektlaufzeit: | 2004 - 2008 |
Kontaktadresse:
Prof. Dr. Armin Grunwald
Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 36 40
76021 Karlsruhe
Tel.: 07247/82-2500
Fax: 07247/82-4806
E-Mail: grunwald@itas.fzk.de
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