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ITAS-Projekt
Global zukunftsfähige Entwicklung - Perspektiven für Deutschland
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Beschreibung des Projekts
Vorrangiges Ziel des Projekts ist die Konkretisierung des Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung für Deutschland. Es werden Qualitäts- und Handlungsziele für ausgewählte Indikatoren formuliert, die den Ausgangspunkt für die Entwicklung und Analyse von Handlungsoptionen auf nationaler Ebene sowie für einzelne Aktivitätsfelder
(z. B. Bauen und Wohnen, Mobilität) bilden. Des Weiteren sollen Kriterien für
eine am Nachhaltigkeitsleitbild orientierte Prioritätensetzung für die künftige
Forschungs- und Technologiepolitik erarbeitet werden.
Neben der integrativen Betrachtung der ökologischen, ökonomischen, sozialen
und institutionell-politischen Dimension von Nachhaltigkeit besteht ein konzeptionelles Kernelement des Vorhabens darin, die verschiedenen durch technologische und gesellschaftliche Innovationen erreichbaren Effizienz- und Konsistenzsteigerungspotentiale zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen hinsichtlich Effektivität, Folgewirkungen und Realisierungsbedingungen zu analysieren und zu bewerten.
Das Projekt gliedert sich in drei Analyse-Ebenen, die in enger Wechselbeziehung
zueinander bearbeitet werden:
- Die nationale Ebene
Ausgangspunkt ist hier ein im Rahmen einer Vorstudie erarbeiteter Satz von
Nachhaltigkeitsregeln, die, übergreifend zu den verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen, auf dem Postulat der globalen Gerechtigkeit basieren. Zu deren Operationalisierung werden geeignete Indikatoren ausgewählt, für die Qualitäts-
und Handlungsziele formuliert werden. Hierzu wird ergänzend ein problemorientiertes
Vorgehen angewendet, das die gesellschaftlich relevanten Problemfelder berücksichtigt und so als ein die Analysekomplexität reduzierender "Filter" fungiert.
Ziel der hier stattfindenden Arbeiten ist zum einen die Schaffung einer orientierenden Referenzebene für die auf Aktivitätsfelder und Regionen bezogenen
Analysen, zum anderen die Integration dieser Analysen.
- Die Ebene der Aktivitätsfelder und regionaler Analysen
Mit der Strukturierung nach Aktivitätsfeldern ist beabsichtigt, die wichtigen
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten erfassen und analysieren
zu können. Ziel der Betrachtungen der einzelnen Aktivitätsfelder
ist zunächst die Identifizierung und Analyse bestehender Probleme bzw.
Nachhaltigkeitsdefizite anhand der auf der nationalen Ebene festgelegten Indikatoren, ergänzt um bedeutsame aktivitätsfeldspezifische Indikatoren. Hierfür
werden dann, im Abgleich mit der nationalen Ebene, Ziel- bzw. Richtungsvorgaben
formuliert. Vor diesem Hintergrund sollen spezifische Effizienz-, Konsistenz-
und Suffizienzpotentiale abgeschätzt sowie verschiedene Optionen für
Maßnahmen und Instrumente auf ihre Wirksamkeit für die Erreichung
der Ziele und auf ihre Implementationsbedingungen hin untersucht werden. Hieraus
sollen schließlich aktivitätsfeldspezifische Teilstrategien entwickelt,
in ihren Wechselwirkungen zu anderen Aktivitätsfeldern analysiert und
- wiederum auf der nationalen Ebene - zu einer Gesamtstrategie integriert
werden. Darüber hinaus ist beabsichtigt, die Spezifika (Möglichkeiten,
Grenzen, Erfordernisse, Nutzungskonflikte usw.) bei der Umsetzung des integrativen
Konzepts nachhaltiger Entwicklung auf regionaler Ebene exemplarisch zu untersuchen.
- Die Ebene von Querschnittsaufgaben
Eine Aufgabe besteht hier in der Erarbeitung eines konsistenten Datensatzes
für Deutschland. Grundlage hierfür ist der Aktivitätsfelderansatz,
mit dem ein Konzept entwickelt wird, das die Erfassung und Analyse der relevanten
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten und deren Verknüpfung
mit technologischen Faktoren bzw. Entwicklungen ermöglicht. Auf der Basis
dieses Datensatzes sollen die Wechselbeziehungen zwischen technologischen
und sozio-ökonomischen Kenngrößen, vorhandene Nachhaltigkeitsdefizite,
Bezüge zu festgelegten Nachhaltigkeitszielen sowie die Auswirkungen bestimmter
Handlungsstrategien auf diese Größen erfasst und analysiert werden.
Herangezogen werden hierfür Daten der umweltökonomischen Gesamtrechnung
sowie der Input-Output-Tabellen aus der amtlichen Statistik. Schließlich
sollen unterschiedliche Handlungsoptionen bzw. Szenarien u. a. mit Hilfe eines
umweltökonomischen Gesamtsimulationsmodells analysiert und bewertet werden.
Die Feinjustierung dieses und anderer verwendeter Modelle, deren Anpassung
an die spezifischen Vorhabenszwecke, ihre nutzungsfreundliche Gestaltung,
das "Management" der vielfältigen Daten sowie die graphische Umsetzung
von Untersuchungsergebnissen sind ebenfalls diesem Aufgabenbereich zuzuordnen.
Eine weitere Querschnittsaufgabe besteht in der Abschätzung der Potentiale
schon vorhandener sowie neuer aktivitätsfelder-übergreifender Schlüsseltechnologien
zur Erreichung der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung in den Aktivitätsfeldern
sowie in der Analyse der Folgewirkungen und Realisierungsbedingungen ihres
Einsatzes. Einer vertiefenden Betrachtung werden insbesondere Energietechnologien,
Bio- und Gentechnologien ("life sciences"), Informations- und Kommunikationstechnologien,
Mikro- und Nanotechnologien sowie neue Materialien unterzogen. Diskussionsprozesse
in Form von Panels, bestehend aus Wissenschafts- und Technikexperten sowie
aktivitätsfeldspezifischen gesellschaftlichen Akteuren, werden hierbei
eine wichtige Rolle spielen.
Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter http://www.itas.fzk.de/zukunftsfaehigkeit/.
Projektteam: Armin Grunwald (Projektleiter), Volker Brandl, Reinhard Coenen (Koordinator), Torsten Fleischer, Maren Heincke, Juliane Jörissen, Sigrid Klein-Vielhauer, Jürgen Kopfmüller, Eckhard Leßmann, Christine Rösch, Gerhard Sardemann, Volkhard Schulz, Volker Stelzer
Projektlaufzeit: 1999 - 2003
Auftraggeber: HGF-Strategiefondsprojekt
Kooperationspartner: Forschungszentrum Jülich (FZJ); Deutsches Zentrum für
Luft- und Raumfahrt (DLR); GMD-Forschungszentrum Informationstechnik; Umweltforschungszentrum
Leipzig (UFZ); Münchner Projektgruppe für Sozialforschung
Kontaktadresse:
Forschungszentrum Karlsruhe
Technik und Umwelt
Institut für Technikfolgenabschätzung
und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 36 40
D-76021 Karlsruhe
Tel.: +049(0)7247/82-2500
Fax: +049(0)7247/82-4806
Stand: 15.04.2003- Kommentare und Bemerkungen an: