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Forschungszentrum Karlsruhe
Technik und Umwelt
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
TA-DATENBANK-NACHRICHTEN

Veranstaltungen


TA-Datenbank-Nachrichten, Nr. 1 / 10. Jahrgang - März 2001, S. 109-115

Symposium "Integrative Modellierung zum Globalen Wandel"
Bad Honnef, 25. Januar 2001

und

2. Nationales Kolloquium zur Global Change Forschung "Durchbrüche der Global Change Forschung: Beiträge deutscher Forschungsgruppen"
Bad Honnef, 26.-27. Januar 2001

Tagungsbericht von Achim Daschkeit, Geographisches Institut, Universität Kiel

Vorbemerkung

Der Globale Wandel als Forschungsthema scheint derzeit sehr beliebt zu sein - zumindest, wenn man die Teilnehmerzahl des Symposiums "Integrative Modellierung zum Globalen Wandel" (25. Januar 2001 in Bad Honnef) und des 2. Nationalen Kolloquiums zur Global Change Forschung "Durchbrüche der Global Change Forschung: Beiträge deutscher Forschergruppen" (26. / 27. Januar 2001 ebenfalls in Bad Honnef) als aussagekräftigen Indikator ansieht. Diese Beliebtheit mag auch daran liegen, dass die Thematik Globaler Wandel zunächst einmal kaum einen Sachverhalt mit potenziell globaler Relevanz ausschließt. Längst geht es nicht mehr nur um die Betrachtung von Phänomenen aus dem Bereich der natürlichen Umwelt im engeren Sinne wie beispielsweise die Veränderung des globalen Klimas, ozeanische Zirkulationsmuster im gesamten Weltmeer oder Teilen davon, die quantifizierende Identifizierung von biogeochemischen Stoffkreisläufen etc.; ebenso werden die Verbindungen zwischen einzelnen globalen Veränderungen untersucht sowie gesellschaftliche Prozesse (Stichworte: ökonomische Globalisierung, technische Entwicklung, Etablierung von Politikregimen). Reizvoll an Forschungen zum Globalen Wandel sind insbesondere die Bemühungen, natur- und sozialwissenschaftliche Wissensbestände zu integrieren - ist doch der Zusammenhang natürlicher und anthropogener Phänomene ebenso evident wie die empirische bzw. modellgestützte Fassung desselben schwierig. Interessant ist, dass das Symposium zur Integrierten Modellierung die Nachfolgetagung einer ähnlichen Veranstaltung vor ziemlich genau einem Jahr war (Januar 2000 in Bonn; die Publikation des von R. Coenen, ITAS, herausgegebenen Tagungsbandes erfolgt im Frühjahr 2001). Vor diesem Hintergrund soll im Folgenden von den beiden genannten Tagungen berichtet werden. Aufgrund der "Choreographie" der beiden Veranstaltungen drängt sich folgende Frage auf: Lässt sich mit Integrativer Modellierung zum Globalen Wandel das Wissen, das im Rahmen disziplinärer und interdisziplinärer Global Change-Forschung gewonnen wurde, angemessen zusammenführen? Oder aus der anderen Perspektive formuliert: Passt die Generierung des Global Change-Wissens zu den Bemühungen um Integrierte Modellierung?

Der nachstehende Bericht über die o. g. Tagungen kann nicht die einzelnen gehaltenen Vorträge im Detail darstellen; dazu waren es insgesamt zu viele Vorträge, die zudem erst im Nachhinein in schriftlicher Fassung vorliegen werden. Aus diesem Grund kann auf einige Vorträge detaillierter, auf andere wiederum nicht eingegangen werden. Der Bericht ist im Wesentlichen an der chronologischen Reihenfolge der gehaltenen Vorträge orientiert (es wird darauf verzichtet, die Titel der gehaltenen Vorträge sowie die institutionelle "Herkunft" der Referenten aufzuführen).

Symposium "Integrative Modellierung zum Globalen Wandel"

In seiner Begrüßung stellt M. Popp die Integrative Modellierung zum Globalen Wandel als ein (sehr) gutes Instrument zur Zusammenfassung des vorliegenden Wissens zu dieser Thematik dar - auch wenn es sich um z. T. unvollständiges Wissen handeln mag. Notwendig seien sog. "Sensitivitätsanalysen", die die Bedeutung einzelner Faktoren im Gesamtkomplex Globaler Wandel zu zeigen vermögen. Zudem schlägt er vor, eine Zertifizierung von Integrierten Modellen eventuell nach ISO 9001 zu überdenken. Er spricht damit den auch in anderen Zusammenhängen viel diskutierten Aspekt der Qualitätssicherung integrierter Modelle an, die derzeit noch weitgehend ungelöst ist und eng mit der Frage der disziplinären vs. der interdisziplinären Qualitätskontrolle verbunden ist.

Im Vortrag von J. Alcamo wird die Frage behandelt, warum Integrative Modellierung nötig sei. Alcamo sieht drei wesentliche Aspekte: Es geht um die Kopplung von Wissensbeständen unterschiedlicher Disziplinen, und es geht um die Erzeugung von handlungsrelevantem Wissen für die Politik(beratung). Vor diesem Hintergrund bestimmt Alcamo Integrierte Modellierung in einem "Formelansatz" = Interdisziplinarität + Politikrelevanz [1] + X; wobei X wiederum = demokratische Partizipation, Transparenz und Robustheit der Modelle beinhaltet. Die Herausforderungen für Integrative Modellierung (die nicht gleich zu setzen sei mit Integrated Assessment) bestimmt er in folgenden Aspekten:

In den Ausführungen von J. Rotmans wurden einige Aspekte des vorherigen Vortrages von Alcamo nochmals angesprochen (raum-zeitliche und funktionale Skalenproblematik, Unsicherheitsdimension, Integrationsnotwendigkeit sozialwissenschaftlicher Wissensbestände etc.) und festgestellt, dass es keine universelle Theorie gibt, die all die Facetten von Globalem Wandel integrieren könnte und dass es - hinlänglich bekannte - Unterscheidungen im Forschungsgegenstand von Natur- und Sozialwissenschaften gäbe. Rotmans favorisiert aus seiner Sicht die sog. "agent(actor)-based models", die künftig um zeitliche und räumliche Komponenten ergänzt werden müssten, es aber gestatten, dass die unvermeidliche Subjektivität jeglicher Modellbildung besser gefasst werden kann. Auf die Ausgestaltung der Wechselwirkungen von natürlichen und sozialen Prozesse wurde ebenso wenig eingegangen wie auf die Berücksichtigung der normativen Ebene in Modellen. Die beiden Vorträge von Alcamo und Rotmans stellten keine konkreten Modelle bzw. Modellergebnisse vor, sondern waren als Überblicksreferate zur Thematik gedacht.

Der Vortrag von P. Janich, der den ersten Block zu "methodischen Problemen integrativer Modellierung" abschloss, argumentierte aus einer gänzlich anderen, wissenschaftstheoretischen Perspektive heraus. Es wurden zwei unterschiedliche erkenntnistheoretische Paradigmen festgehalten ("Prägeparadigma" und "Gussparadigma"). Vor diesem Hintergrund wurden die Global Change-Modelle nicht als Modelle von etwas, sondern als Modelle für etwas (für einen bestimmten Zweck) bestimmt. Vor diesem Hintergrund erfolgt auch die Bewertung dieser Modelle. Als Empfehlungen / Schlussfolgerungen hält Janich fest:

In einer Anmerkung "verteidigt" H.-J. Schellnhuber gleichwohl den Einsatz von Modellen im Sinne einer virtuellen Realität, in der man "strategische Spiele" spielen könne (ohne real etwas anzurichten - möchte man ergänzen).

Im zweiten Block der Tagung ging es um die "Integration natur- und sozialwissenschaftlichen Wissens". Im ersten Vortrag von G. Klepper wurde davon ausgegangen, dass Interpretationen des Klimawandels und dessen Folgen sowohl auf disziplinärem Expertenwissen (der Klimaforscher), das auch divergierende Expertenmeinungen beinhalten könne, sowie "intelligentem transdisziplinären Laienwissen" beruhe. Im Sinne des vorgestellten Modells wurde als Randbedingung formuliert, dass nicht-monetäre Effekte ebenso wie das politische System nicht modellierbar seien. Modelliert wurden mögliche direkte Effekte für den landwirtschaftlichen Sektor auf globaler Ebene sowie teilweise indirekte bzw. Rückkopplungseffekte (inkl. Anpassungsmaßnahmen) mit Hilfe eines Gleichgewichtsmodells. Als Ergebnisse wurden heraus gestellt: direkte Effekte eines möglichen Klimawandels für die Landwirtschaft sind mit hohen Schwankungsbreiten erkennbar, fallen aber relativ gering aus; die indirekten Effekte sind sehr gering; eine worst case-Betrachtung lässt deutlichere Ertragseinbußen erkennen. Als Input für das verwendete landwirtschaftliche Produktionsmodell dienten Input-Daten für Temperatur und Niederschlags-Parameter, der Zeithorizont war auf das Jahr 2030 fest gelegt. Als Desiderate für künftige Forschungen formulierte Klepper auf verschiedenen Ebenen:

C. Jaeger ging in seinen Ausführungen von einer sozio-ökonomischen Datenlücke aus. Gemeint ist damit das zumeist nicht vorhandene prognostische Wissen über künftig entscheidende Entwicklungen in der Menschheitsgeschichte. Im engeren Sinne kann über dieses Wissen ohnehin nicht verfügt werden; Jaeger wies aber darauf hin, dass die bestehenden Möglichkeiten zur Abschätzung künftiger Entwicklungen optimaler genutzt werden könnten. Aufgrund der kontextabhängigen Definition menschlicher Zielvorstellungen und der Tatsache, dass gerade über diese Kontextabhängigkeit so gut wie keine belastbaren Informationen vorliegen, müsse für die Global Change Forschung auf Plausibilitätserwägungen zurück gegriffen werden - diese Erwägungen seien aber nicht hinreichend für die Bewertung von Global Change-Modellen. Um sich aus diesem Dilemma zumindest ansatzweise lösen zu können, plädiert Jaeger für die verstärkte Nutzung vorhandener Informationssysteme, die für sozialwissenschaftliche Fragestellungen nutzbar(er) zu machen seien, wie Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Volkszählungen, aber auch Satelliteninformationen etc.

O. Renn wies ergänzend in diesem Block darauf hin, dass die Methodenauswahl transdisziplinärer Forschungen zum Globalen Wandel stärker zweck- und problemgesteuert orientiert sein müsse und dass es neben der integrierenden immer auch der detailspezifischen, disziplinär orientierten Forschung bedarf. Er wies aber ebenfalls darauf hin, dass es eine gewisse Unvereinbarkeit von wissenschaftstheoretischen und forschungslogischen Ausgangstheorien gäbe [3] .

Im letzten Block der Veranstaltung ging es um die umwelt- und forschungspolitischen Konsequenzen zum Stand der Integrativen Modellierung. H. Graßl ging in seinem Beitrag vornehmlich auf die Geschichte und Weiterentwicklung der Klimamodelle ein und wies auf den jüngsten IPCC-Report hin, der auf der Grundlage wesentlich besser gekoppelter Klima-Biosphären-Modelle erstellt wurde und u. a. zum Ergebnis hat, dass die Temperaturänderungen bis zum Ende des Jahrhunderts vermutlich höher als bislang angenommen ausfallen werden und dass es unter Umständen auch zu einer zusätzlichen Freisetzung von CO2 kommen könne. Graßl betonte nachdrücklich, dass ein verbessertes Verständnis des Klimasystems nicht zwangsläufig zu einer Reduzierung der Fehlerspannen für einzelne Klimaparameter führen müsse; es ist ebenso gut möglich, dass die Fehlerbereiche in der gleichen Größenordnung bleiben, was u.a. in der Nicht-Linearität des Klimasystems begründet ist. Als weiteren "Härtetest" für die weitere Entwicklung von Klimamodellen bezeichnet Graßl die künftige Aufgabe, dass abrupte regionale Klimaänderungen angemessener modelliert werden müssten - bislang ist dies augenscheinlich nur teilweise erfüllt.

Im anschließenden Diskussionsbeitrag (U. E. Simonis) und der Podiumsdiskussion wurde eine Vielzahl von Aspekten angesprochen, die hier nur stichwortartig wiedergegeben werden können:

2. Nationales Kolloquium zur Global Change Forschung "Durchbrüche der Global Change Forschung: Beiträge deutscher Forschungsgruppen"

Vor dem Hintergrund des Symposiums zur Integrativen Modellierung kann die sich anschließende zweitägige Veranstaltung des National Committee on Global Change Research (NCGC) unter dem Motto betrachtet werden: Besteht eine adäquate Basis für die Integrative Modellierung der Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt im Rahmen globaler Umweltveränderungen? Unter dieser Perspektive kann für diese Veranstaltung festgehalten werden (Bezüge zu einzelnen Vorträgen erfolgen lediglich exemplarisch. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es kann hier nicht um fachliche Bewertungen der Vorträge bzw. Inhalte gehen; es geht lediglich um die Frage, ob und wie die Mensch-Umwelt-Wechselwirkungen im Hinblick auf Integrative Modellierung berücksichtigt wurden.):

Kommen wir zurück zur Fragestellung, die oben aufgeworfen wurde. Wurde eine adäquate Basis für die Integrative Modellierung der Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt im Rahmen globaler Umweltveränderungen oder zumindest Bausteine auf dem Weg dorthin vorgestellt? Die (subjektive) Antwort sei in fünf Punkten formuliert:

  1. Die Integration von sozial- und naturwissenschaftlichen Wissensbeständen wurde während der NCGC-Tagung vielfach gefordert - ebenso wie auf der voran gehenden Tagung zur Integrativen Modellierung. Es gab nach meinem Dafürhalten allerdings nur sehr vereinzelt Beiträge der empirischen bzw. modellgestützten Operationalisierung. Wenn - vereinzelt - diese Wechselwirkungen aufgegriffen wurden, waren sie zumeist unterkomplex dargestellt.

  2. Nach meiner Einschätzung bestand eine (deutliche) Diskrepanz zwischen den beiden Tagungen aus dem Bereich Global Change-Forschung. Um es etwas lax zu formulieren: Das was die "integrativen Modellierer" brauchen, wird von der Basis her nur teilweise erarbeitet; was von der Basis erarbeitet wird, eignet sich augenscheinlich nur bedingt für eine ernsthafte Integrative Modellierung [4].

  3. Das Verhältnis von Natur- zu Sozialwissenschaften, so wie es auf diesen Tagungen aufschien, betrug überschlägig 75 : 25 % - ein meiner Erfahrung nach durchaus typisches Verhältnis, das nicht zuletzt auf der historischen Entwicklung der Umweltforschung beruht und einer integrierenden Perspektive nicht unbedingt entgegen kommt.

  4. Viele der in der Global Change-Forschung erarbeiteten, für sich genommen hoch interessanten Ergebnisse sind zudem nicht an den Kriterien orientiert, die für Integrative Modellierung aufgestellt wurden (siehe hierzu Vorträge bzw. Diskussionsanmerkungen auf beiden Veranstaltungen von A. Grunwald, J. Alcamo, G. Klepper, C. Jaeger, H. Graßl). Das "Relevanz"-Kriterium der Global Change-Forschung scheint in offenbar nur sehr geringem Maße für die konkreten Forschungsarbeiten eine Rolle zu spielen und bezieht sich mehr auf außerwissenschaftliche Relevanz denn auf Relevanz für Integrative Modellierung.

  5. Somit scheint sich anzudeuten, dass zwar die Problemstellung der Global Change-Forschung außerwissenschaftlich (= transdisziplinär) formuliert ist; die "Bearbeitung" und die Generierung von Lösungsvorschlägen aber erfolgt überwiegend innerwissenschaftlich und zum großen Teil auch disziplinär. Interdisziplinarität beschränkt sich überwiegend auf die Kommunikation und Kooperation jeweils innerhalb der großen Bereiche Natur- oder Sozialwissenschaften. Für transdisziplinäre Forschung, die womöglich auch noch unter dem Etikett der Nachhaltigen Entwicklung aufscheint, wäre allerdings ein anderes Forschungsdesign zu wählen; solche Ansätze waren hier nicht bzw. so gut wie gar nicht vertreten. Wenn zudem Global Change-Forschung sog. "Sustainability-Science" werden will bzw. soll (so ein Diskussionsbeitrag von H.-J. Schellnhuber), dann kann gefragt werden, ob sie an dem orientiert ist, was sich gemeinhin und erfahrungsgemäß an Notwendigkeiten für den Sustainability-Diskurs heraus kristallisiert hat: nämlich die Orientierung am transdisziplinären, dialogisch-partizipativen Wissenschaftsmodell (Bechmann 2000; Jüdes 2000). Es gehört nicht viel dazu, schon auf den ersten Blick zu erkennen, dass die Global Change Forschung bislang eine andere Strategie verfolgt und eine andere Ausrichtung genommen hat: Sie zielt in allererster Linie auf die Generierung von Systemwissen ab; und ob man gut daran tut, den Bestrebungen in Richtung Erzeugung von Ziel- und Transformationswissen nach zu geben, ist noch nicht einmal ausgemacht. Außerdem steht dem die noch weit gehende Separierung von naturwissenschaftlichen Diskursen einerseits und sozialwissenschaftlichen Diskursen andererseits entgegen. Versuche des "ernsthaft" fachübergreifenden Diskurses und die interdisziplinäre Integration waren so gut wie nicht zu beobachten. Oder aber die in einem solchen Kontext präsentierten Modelle und Ergebnisse mussten von stark vereinfachenden (z. T. sogar trivialisierenden) Annahmen ausgehen, so dass ein Komplexitätsdefizit zu erkennen war.

Obwohl die Bilanz eher pessimistisch auszufallen scheint, wird abschließend darauf hingewiesen, dass es (natürlich) auch interessante und erfolgreiche Ansätze der fachübergreifenden Forschung gibt und dass die Erfolge ("Durchbrüche" war wohl das am häufigsten benutzten Wort während der Tagungen) in keinster Weise "herunter geredet" werden sollen - eine Darstellung und Erörterung dieser war im Rahmen des Tagungsberichtes nicht zu leisten; eine entsprechende Übersicht wäre eine separate Aufgabe. Unter der Perspektive der Integrativen Modellierung ist aber offenkundig geworden, dass es verstärkter Anstrengungen bedarf.


Anmerkungen

[1] Die Rückfrage von A. Grunwald, wie denn nun die Kriterien für Politikrelevanz aussehen, wurde nicht eingehend beantwortet.

[2] Siehe hierzu Mittelstraß (2001: 25): "Tatsächlich scheint hinter der transdisziplinären Orientierung moderner Forschungsprogramme die ursprüngliche Idee einer Einheit der Natur wieder hervor. (...) Transdisziplinarität (ist) nicht nur ein philosphischer Traum, sondern Teil, sogar wesentlicher Teil, der neueren wissenschaftlichen Forschung".

[3] An dieser Stelle sei auch auf die umfänglichen und systematischen Überlegungen von Renn (2000) im Rahmen der Klimawirkungsforschung hingewiesen.

[4] Der Verfasser ist im Übrigen der Ansicht, dass beispielsweise der Syndrom-Ansatz (WBGU, PIK) ein verfolgenswerter Ansatz ist, der die Wechselbeziehungen zwischen Natur- und Anthroposphäre ernst nimmt, auch wenn dort noch längst nicht alle wissenstheoretischen Grundlagen sowie die Frage der Wissenstransformation geklärt sind; aber der Ansatz war nicht Gegenstand während dieser Tagung.


Literatur

Bechmann, G., 2000: Das Konzept der "Nachhaltigen Entwicklung" als problemorientierte Forschung - Zum Verhältnis von Normativität und Kognition in der Umweltforschung. In: K.-W. Brand (Hrsg.): Nachhaltige Entwicklung und Transdisziplinarität. Besonderheiten, Probleme und Erfordernisse der Nachhaltigkeitsforschung. Berlin (Angewandte Umweltforschung, Band 16), S. 31 - 46

Jüdes, U., 2000: Towards a Culture of Sustainability. In: W.L. Filho (Ed.): Communicating sustainability. Berlin u. a. (Environmental Education, Communication and Sustainability; Vol. 8), S. 97 - 120

Mittelstraß, J., 2001: Transdisziplinarität in den Naturwissenschaften. In: Naturwissenschaftliche Rundschau 53 (1), S. 24 - 27

Nowotny, H., 1999: The Need for Socially Robust Knowledge. TA-Datenbank-Nachrichten, 8. Jg., Nr. 3/4, Dezember 1999, S. 12 - 16

Renn, O., 2000: Sozio-ökonomische Auswirkungen des Klimawandels. Einige Grundüberlegungen für ein Forschungsprogramm. In: J.-Fr. Hake und W. Fischer (Hrsg.): Klimawirkungsforschung auf dem Prüfstand. Jülich (Schriften des Forschungszentrums Jülich Reihe Umwelt/Environment, Band 25), S. 95 - 104


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Stand: 10.04.2001 - Kommentare und Bemerkungen an: Redaktion der TA-Datenbank-Nachrichten