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Forschungszentrum Karlsruhe Technik und Umwelt Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) |
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TA-DATENBANK-NACHRICHTEN |
Die Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlicher Technikgestaltung werden in drei Schritten analysiert. Zunächst wird nach wissenschaftlichen Modellen der technischen Dynamik gefragt, in der Absicht, die darin bereits eingehenden optimistischen oder skeptischen Prämissen hinsichtlich einer gesellschaftlichen Gestaltbarkeit der Technik aufzudecken. Hierbei ist die Unterscheidung zwischen der Beobachterperspektive, in der die Modelle entworfen werden, und der Teilnehmerperspektive, in der Technikgestaltung versucht oder betrieben wird, entscheidend. Im zweiten Schritt wird nach den Anforderungen an die gesellschaftliche Legitimation von Technik gefragt. Über die Legitimation von Technik und Technikpolitik wird durch gesellschaftliche Entscheidungsverfahren über Technik entschieden. Unverzichtbar dabei ist jedoch transparente Argumentation. Aus der Analyse der Legitimationsprobleme verschiedener Ansätze gesellschaftlicher Technikgestaltung wird das Modell einer argumentationsgestützten Legitimation durch Verfahren entwickelt. Dies wirft schließlich, auf der dritten Ebene, die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen argumentativer Rationalität in einer heterogenen und pluralistischen Gesellschaft auf und stellt damit gleichzeitig die Frage nach dem Sinn wissenschaftlicher Technikfolgenabschätzung. In den zwei Bereichen der integrativen deskriptiven Technikforschung und der normativen Technikbeurteilung wird dieser Frage nachgegangen. Es zeigt sich, dass es in einem pragmatischen Verständnis von "rational" möglich ist, von rationaler gesellschaftlicher Technikgestaltung zu reden. Dies hat jedoch nichts mit einer "rationalistischen" Planung der Technikentwicklung zu tun, sondern führt auf die vernünftige Ausgestaltung der gesellschaftlichen Such- und Lernprozesse im Umgang mit Technik.
Das Planungsverständnis, das sich durch diese Schrittfolge als rational erweisen lässt, ist durch einen pragmatischen Mittelweg zwischen planungsskeptischen inkrementalistischen Planungstheorien, nach denen - und zwar in Form kleiner Schritte - nur die Behebung erkannter Missstände geplant werden solle, und sehr weitreichenden, planungseuphorischen Verständnissen gekennzeichnet. Das Medium der Rationalität ist dabei die rationale Verständigung über die Wahl der "richtigen" Planungstiefe und die Adaptation des Plans an neue Entwicklungen ("flexible Planung").
| Kontakt: | |
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Prof. Dr. Armin Grunwald Forschungszentrum Karlsruhe Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) Postfach 3640 D-76021 Karlsruhe oder Hermann-von-Helmholtz-Platz 1 D-76344 Eggenstein-Leopoldshafen |
Tel.: +49 (0) 721 / 608 - 22500 Fax: +49 (0) 721 / 608 - 24806
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