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Forschungszentrum Karlsruhe Technik und Umwelt Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) |
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TA-DATENBANK-NACHRICHTEN |
von Gerhard Fuchs, Akademie für Technikfolgenabschätzung, Stuttgart
Die Arbeit der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (TA-Akademie) zeichnet sich durch eine starke Diskursorientierung aus. Diskurse werden dabei nicht nur mit Experten oder der Öffentlichkeit geführt, sondern auch mit betroffenen Einzelgruppen und hier in vielen Fällen mit Akteuren der Wirtschaft, d. h. mit Unternehmen, Betriebsräten, Gewerkschaften, Industrieverbänden etc. Die TA-Akademie experimentierte in der Vergangenheit mit verschiedenen Verfahren, um diese Akteure in den Prozess der Technikfolgenabschätzung zu integrieren. In diesem Artikel werden einige Beispiele vorgestellt.
Die klassische Aufgabe der Technikfolgenabschätzung besteht darin, Technikfolgen zu erforschen und zu bewerten. Diese Aufgabenstellung findet sich auch in der Satzung der TA-Akademie wieder. Mit dieser Aufgabenstellung verbindet sich die Hoffnung, möglichst alle technischen, umweltbezogenen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und psychischen Wirkungen identifizieren zu können, die mit der Entwicklung, Produktion, Nutzung und Verwertung von Techniken in einem weit gefassten Sinne verbunden sind. Das von der TA erzeugte Wissen soll dann wieder an die Gesellschaft und die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft zurückgespielt werden, um dort zu einem informierteren Diskurs und "besseren" Entscheidungen beizutragen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen jedoch deutlich die Grenzen der Prognosefähigkeit von technischen Entwicklungen auf und noch mehr die Probleme mit der Prognose der Folgen von Technik. Diese Erkenntnis hat mit dazu beigetragen, Praxis und Theorie der Technikfolgenabschätzung weiterzuentwickeln. An der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg hat dieser Prozess dazu geführt, die diskursiven Elemente in der Technikfolgenabschätzung in den Mittelpunkt zu stellen. Technikfolgenabschätzung soll damit nicht im Elfenbeinturm der "reinen" Wissenschaft bleiben, sondern in die Problemdefinition, die Durchführung und Umsetzung einer TA werden interessierte Akteure mit einbezogen. Technikfolgenabschätzung kann diesem Verständnis entsprechend nur in einem diskursiven Prozess stattfinden.
Zu den diskursiven Aktivitäten der TA-Akademie gehören neben den konventionellen Methoden wie intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Veranstaltungen, die den Wissenstransfer im Besonderen fördern. Hierzu gehören z. B. Workshops, Arbeitskreise, Diskursverfahren wie z. B. Kooperativer Diskurs, Mediation, Zukunftskonferenzen etc. Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 arbeitet die TA-Akademie an der Entwicklung und Erprobung diskursiver Verfahren. Die langjährige Erfahrung, die die TA-Akademie in diesem Bereich aufweist, zeigt, dass es der ständigen Weiterentwicklung von Diskursverfahren bedarf. Renn unterscheidet drei Hauptformen von Diskursen: den kognitiven Diskurs, der sich in erster Linie an die Wissenschaft und Experten wendet, den gestaltenden Diskurs, der sich vor allem an Technikgestalter und -anwender richtet und den Diskurs mit der Öffentlichkeit (Renn 1994/95). Bei der zweiten Diskursform stehen Fragen im Vordergrund wie: Welche Interessen und welche Werte sind von den jeweiligen Folgemöglichkeiten berührt? Gibt es Strategien, negative Auswirkungen durch Modifikationen des Anwendungsprozesses abzumildern? Gibt es zusätzlichen Regulierungsbedarf? Ziel des zweiten Diskurses ist es also, die möglichen Handlungsstrategien aufzuzeigen und ihre Folgen abzuwägen, gleichzeitig aber auch die mit den Entscheidungen zwangsweise verbundenen Zielkonflikte zu verdeutlichen und die dadurch erforderlichen Prioritäten festzulegen. Gerade diese zweite Form des Diskurses bietet direkte Anknüpfungsmöglichkeiten an die unmittelbaren Probleme der Wirtschaft.
Im Folgenden sollen beispielhaft einige Aktivitäten der TA-Akademie vorgestellt werden, die im Themenfeld Innovationen für Wirtschaft, Arbeit und Beschäftigung durchgeführt wurden bzw. werden. Die Aktivitäten wurden ausgewählt, um verschiedene Formen der Interaktion mit der Wirtschaft vorzustellen. Die TA-Akademie hat keinen Königsweg der Einbeziehung der Wirtschaft in die TA, sondern versucht, problemadäquat Verfahren zu entwickeln. Auf Grund der Satzung der TA-Akademie und der dort festgeschriebenen Gemeinwohlverpflichtung kann diese übrigens nicht direkt im Auftrag einzelner Unternehmen aktiv werden. Auftraggeber ist entweder die TA-Akademie selber oder öffentliche Geldgeber (Ministerien, EU, Verbände etc.). Die folgenden Ausführungen nehmen nicht für sich in Anspruch, einen umfassenden Bericht über die relevanten Aktivitäten der TA-Akademie zu geben.
Die TA-Akademie ist eine "regionale" Einrichtung, und in der Regel haben ihre Projekte auch einen direkten regionalen Bezug. Dies trifft auch für das Themenfeld Innovationen zu. Das durchaus praktische Bezugsproblem ist die in Politik und Wissenschaft oft geäußerte Vermutung, dass sich die deutsche Wirtschaft generell, aber auch die Wirtschaft Baden-Württembergs durch eine gewisse Innovationsschwäche auszeichnet. Kontinuierliche Innovation stellt aber die conditio sine qua non dar für Stärkung und Erhalt von Wirtschaft und Lebensqualität. Wie werden technische Innovationen, Innovationen in der Unternehmens- und Personalführung, der Umgestaltung von sozialstaatlichen Institutionen, der Regulation von Arbeit in Baden-Württemberg umgesetzt, welchen Handlungsbedarf erkennen Landesregierung und gesellschaftliche Gruppen, welche Konsequenzen werden für Unternehmen, Beschäftigte, Arbeitsuchende und Politik damit verbunden sein? Das sind Fragen, die in entsprechenden Projekten des Themenfelds bearbeitet werden (vgl. Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg 1999).
In einem primär expertenorientierten Diskurs hat sich die TA-Akademie zunächst um eine Präzisierung ihres Innovationsverständnisses bemüht (Heidenreich 1997). Basierend auf dem Gedanken, dass ein einer TA angemessenes Innovationsverständnis soziale wie technische Komponenten integrieren muss, gehen wir von der notwendigen Komplementarität von sozialen und technischen Innovationen aus. Die Umsetzung von Wissen in Produkte geschieht in vorgeprägten, technischen und sozialen Zusammenhängen. Innovationen müssen in diese Zusammenhänge hineinpassen oder einigermaßen problemarm in diese eingefügt werden können. Innovationen sind vom Scheitern bedroht, wenn es nicht gelingt, die für diese Innovationen passenden technischen und nicht-technischen Voraussetzungen zu schaffen und einzuführen. D. h. es geht um eine intelligente Verkoppelung von technischen und sozialen Innovationen.
Damit ist ebenso angedeutet, dass es nicht für jede technische Lösung eine entsprechende Chance zu einer sozialen Innovation gibt. Entscheidend ist oftmals, ob mit einer Innovation ein bisher bereits vorhandener Entwicklungspfad fortgesetzt bzw. ausgebaut wird oder ob mit einer Innovation eine Verzweigung des bisherigen Pfades verbunden ist. Eine wichtige Aufgabe der TA-Akademie besteht darin herauszufinden, ob aus der Praxis der handelnden Personen und Institutionen Ansätze zu sozialen Innovationen entstehen. Diese Ansätze studieren wir daraufhin, ob sie tragfähig und verallgemeinerbar sind und welcher Handlungsbedarf mit ihrer Verbreitung verbunden wäre.
Die TA-Akademie hat die Bedeutung und den Beitrag von sozialen Innovationen für das Zustandekommen von technischen Innovationen an konkreten Themen, die für die weitere Entwicklung in Baden-Württemberg eine herausragende Bedeutung haben, untersucht: erstens, die Produkt- und Technikentwicklung speziell im Bereich neuer Technologien (z. B. Laser, Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechniken); zweitens die Errichtung, Verbreitung und Nutzung der Informations- und Kommunikationstechniken und drittens, das regionale Innovationsregime, seine Bedeutung für das Hervorbringen von technischen Innovationen und die Wohlfahrtsentwicklung des Landes (Zusammenhang von institutionellen Strukturen von Forschung und Entwicklung mit Produktinnovation). Wie sieht das in der konkreten Umsetzung aus. Ich stelle einige Beispiele vor, die unterschiedliche Strategien demonstrieren.
Ziel der TA-Akademie ist es, bereits in einem sehr frühen Stadium Akteure in den Prozess der TA mit einzubinden. Konkret bedeutet dies, dass bereits bei der Problemdefinition eine entsprechende Rückkopplung gesucht wird. In einer frühen Phase der Planung zu einem neuen Projekt im Bereich IuK-Techniken etwa wurden Vorgespräche mit interessierten und betroffenen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft geführt, um zu eruieren, welche Probleme aus deren Sicht von besonderer Bedeutung für die nächsten Jahre sein könnten und sich als Gegenstand relevanter TA-Aktivitäten eignen würden. Probleme werden in dem Prozess disziplinunabhängig definiert und in der (Forschungs)Praxis angegangen. Wir gehen somit wesentlich von einem außerwissenschaftlichen Problembezug und von überdisziplinärer Zusammenarbeit als Mittel zum Zweck aus.
Das Thema Electronic Commerce erwies sich früh als ein zentrales Thema. Die TA-Akademie führte dann zur Präzisierung der Problemstellung eine Reihe von weiterführenden Gesprächen durch sowie einen wissenschaftlichen Workshop, der diskutieren sollte, wo der Handlungs- und Forschungsbedarf für die TA-Akademie liegt. Der Workshop war interdisziplinär zusammengesetzt. Vertreter der Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Arbeitswissenschaft, Volkswirtschaft, Informationswissenschaft, Juristen, Beratungsunternehmen usw. diskutierten miteinander (Barthel et al. 2000). Auf dieser Basis wurde ein Projektdesign entworfen und ein wissenschaftliches Netzwerk aufgebaut, um Forschungsarbeiten im Verbund durchzuführen. Das Vorgehen folgte der Idee der Transdisziplinarität. Transdisziplinäre Forschung ist nach Jäger/ Scheringer
Parallel zum wissenschaftlichen entstand ein gesellschaftliches Netzwerk, das seinen Ausdruck in einem Projektbeirat fand, in dem Vertreter von Wirtschaft, Verbänden und Politik vertreten sind. Das Projekt wurde modular um bestimmte Problemfelder herum aufgebaut. Abbildung 1 veranschaulicht die Vorgehensweise an einem der Module. Hierbei ging es um die Frage der konkreten Folgen des Einsatzes von E-Commerce-Systemen in Betrieben. Näher betrachtet wurde der Einsatz in den Bereichen Vertrieb und Beschaffung. Für die empirische Beobachtung des Phänomens wurde ein Unterauftrag an das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation vergeben (zu den Ergebnissen siehe Renner, Schwengels 2000) sowie auch eigene Feldforschung und eine Umfrage unter Maschinenbauunternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in den Netzwerken diskutiert, aber auch mit den betroffenen Unternehmen. Hier ist besonders ein Workshop zu erwähnen, der in Zusammenarbeit mit dem Verband der Maschinen- und Anlagenbauer Baden-Württembergs durchgeführt wurde. Auf diese Weise findet sowohl ein Feed-back-Prozess statt, der sich auf die Haltbarkeit der erzielten Ergebnisse bezieht als auch ein Disseminationsprozess. Die Ergebnisse werden dann auf ihre Verallgemeinerbarkeit hin überprüft und in die Bearbeitung der Gesamtfragestellung reintegriert. Ziel ist es, das Bewusstsein über die Folgen und Voraussetzungen einer Einführung zu schärfen, damit Chancen und Risiken aufzuzeigen.
Abb. 1: Projektbeispiel E-Commerce
In verschiedenen Projekten, die insbesondere von der Europäischen Kommission gefördert wurden, haben wir mit zahlreichen Instituten und Firmen aus verschiedenen Ländern Einzelfragen der Gestaltung und Weiterentwicklung von so genannten telematischen Diensten zu klären versucht. In diesen Projekten wurde eine andere Variante des Gestaltungsdiskurses durchgeführt, die stärker an der direkten Gestaltung von technischen Anwendungen orientiert ist. Die Untersuchung zu den Folgen und Voraussetzungen der Anwendung von EURO-ISDN erbrachte einige Einsichten in die Bedeutung von Nutzerbedürfnissen und Nutzungskonzepten. Den Nutzer interessiert im Grunde nicht das Übertragungsnetz, sondern die Frage, welche Anwendungen er zu seinem Nutzen angeboten bekommt. Damit hängt zusammen, dass sich die Vorteile von ISDN für den potenziellen Anwender erst voll erschließen, wenn ausreichend viele Interaktionspartner in ihrem relevanten Handlungsfeld an das Netz angeschlossen sind und ebenfalls entsprechende Anwendungen auf dem Netz nutzen können.
Die Bedeutung der Nutzenaspekte nimmt für den Fall von Multimedia-Anwendungen noch weiter zu. Im Detail vollzogen wir dies z. B. in gemeinschaftlichen Evaluationen von Telelearning-Angeboten nach. Das sind Sprachkurse, Fachstudiengänge und fachliche Weiterbildungskurse. Hierbei interessierten die Voraussetzungen für die Interaktivität und die jeweils spezifisch ausgeformten Lernbedingungen in zeitlicher, sachlicher und sozialer Hinsicht.
Bei diesen Projekten stand jeweils der direkte Kontakt mit Technikentwicklern, umsetzenden Akteuren sowie Anwendern im Mittelpunkt des Interesses.
Wie kann die Organisation und Regulation von Arbeit an neue Herausforderungen und Problemstellungen angepasst werden? Bisherige Regulationsformen sind auf die Anforderungen der industriellen Produktion zugeschnitten: Für die wachsenden Beschäftigungsfelder in dienstleistungsorientierten Bereichen, für die gewandelten Tätigkeitsanforderungen der wissensbasierten Arbeit finden sich bisher wenige Beispiele adäquater Problemlösungen. Die Akademie organisierte zwei Arbeitskreise, in denen die Teilnehmer über innovative Wege bei der Organisation und Regulation der Arbeit diskutierten. Die zwei Arbeitskreise boten ein Forum für die inhaltliche Auseinandersetzung, zugleich sollten sie aber die Erarbeitung innovativer Problemlösungen unterstützen. Die Arbeitskreise wendeten sich an unterschiedliche Personengruppen. Der Arbeitskreis "Zukunft der Arbeitsregulation" führte Unternehmens und Verbandsvertreter aus dem Bereich der Metall- und Elektroindustrie zusammen, der Arbeitskreis "Arbeitsorganisation in Zukunftsbranchen" richtete sich an Unternehmensvertreter aus den Branchen Informationstechnik und Biotechnologie (vgl. u. a. Abel et al. 1998).
In Planung befindet sich momentan der Aufbau eines Wissenstransfernetzes Arbeitsforschung (WISTRAN). In Projekten wie "Electronic Commerce" gelingt es punktuell, eine Rückkopplung der Ergebnisse an die betriebliche Praxis zu erreichen. Dies ändert aber nichts an dem grundsätzlichen Problem, dass trotz eines steigenden Beratungsbedarfs bei Unternehmen die Wissenschaft - ob es nun die Technikfolgenabschätzung ist oder eine Einzelwissenschaft - nicht unbedingt der Partner erster Wahl ist, wenn es um die Einholung von entsprechender Expertise geht. Im Projekt WISTRAN geht es darum, innovative Formen des Wissenstransfers zwischen betrieblicher Praxis und zukunftsorientierter, arbeitsbezogener Forschung zu entwickeln.
WISTRAN geht zunächst der Frage nach, weshalb die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeitsforschung von der Praxis der Arbeitsgestaltung - wenn überhaupt - nur begrenzt aufgenommen werden. Mögliche Gründe liegen eventuell darin, dass sich Wissenschaftler verschiedener Disziplinen in Bezug auf die Gestaltung von Arbeit Problemdefinitionen zueigen machen, die oftmals nicht denen ihrer Kunden bzw. Zielgruppen entsprechen. Die Disziplinenorientierung mit ihren spezifischen disziplinenbezogenen, theoriegeleiteten Kriterien für die Forschungswürdigkeit von bestimmten Fragestellungen geht an der praktisch orientierten Problemdefinition der wirtschaftlichen Akteure oft vorbei.
Zudem wird die Gestaltung von Arbeit nicht nur von den Unternehmen selbst, sondern auch von institutionellen Faktoren bestimmt. Zielgruppen und potenzielle Kunden von Ergebnissen der Arbeitsforschung sind demnach Unternehmen und Individuen, die in den Unternehmen Gestaltungswissen umsetzen, aber auch politische Akteure und intermediäre Organisationen wie etwa Verbände, Gewerkschaften, (Landes)Regierungen, Arbeitsämter, private und öffentliche Bildungseinrichtungen etc. auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Diese Akteure müssen in die Konzeption, Durchführung und Ergebnisvermittlung von Projekten, die sich mit Arbeitsgestaltung beschäftigen, von Anfang an aktiv einbezogen werden. Ein solches Vorgehen überfordert aber sehr häufig die Einzelwissenschaft.
WISTRAN wird zwei thematische Netzwerke aufbauen zu den Problemfeldern Electronic Business sowie Kompetenzmanagement für ältere Arbeitnehmer und versuchen, eine transdisziplinäre Problemdefinition und -bearbeitung durchzuführen und in diesen Prozess gleichzeitig die Akteure einzubeziehen, die mit der Umsetzung der Ergebnisse der entsprechenden Forschung beschäftigt sind.
Diese Beispiele machen deutlich, dass die TA-Akademie in ihren Projekten einen intensiven Kontakt mit Akteuren der Wirtschaft pflegt und entsprechende Zukunftsthemen aufgreift. Die Beispiele machen auch deutlich, dass die TA-Akademie kein spezielles Verfahren für eine wirtschaftsbezogene TA entwickelt hat. Vielmehr versucht sie ihr Instrumentarium, das sie kontinuierlich weiterentwickelt, anzuwenden. Der Form des Kontakts und der Einbeziehung von Wirtschaftsakteuren nimmt dabei in Abhängigkeit von dem jeweiligen Problem unterschiedliche Formen an. Das Problem, das zur Debatte steht, wird nicht aus einem einzelwissenschaftlichen Erkenntnisinteresse heraus definiert, sondern orientiert sich an im weiteren Sinne "lebensweltlichen" Problembezügen. Die kurz beschriebenen Einzelprojekte aus dem Themenfeld Innovationen für Wirtschaft, Arbeit und Beschäftigung sind allerdings einer übergeordneten Fragestellung zugeordnet. Diese ist auf die Aufklärung der komplizierten Wechselbeziehung zwischen technischen und sozialen Innovationen gerichtet.
Abel, J.; Braczyk, H.-J.; Renz, Ch.; Töpsch, K., 1998: Wandel der Arbeitsregulation. Arbeitsbericht Nr. 118 der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg. Stuttgart.
Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (Hrsg.), 1999: Themenfeld: Innovationen für Wirtschaft, Arbeit und Beschäftigung. Jahrbuch 1999. Stuttgart, S. 183-225.
Barthel, J.; Fuchs, G.; Renz, Ch.; Wolf, H.-G., 2000: Electronic Commerce - Herausforderungen und Chancen für Baden-Württemberg. Workshopdokumentation. Arbeitsbericht Nr. 155 der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg. Stuttgart.
Heidenreich, M. (Hrsg.), 1997: Innovationen in Baden-Württemberg. Baden-Baden: Nomos.
Jäger, J.; Scheringer, M., 1998: Transdisziplinarität: Problemorientierung ohne Methodenzwang. In: GAIA 1/98: 15.
Renn, O., 1994/95: Möglichkeiten einer diskursiven Technikfolgenabschätzung im Spannungsfeld von technischen und sozialen Entwicklungen. In: Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (Hrsg.): Jahrbuch 1994/95. Stuttgart, S. 53-65.
Renner, T.; Schwengels, Ch., 2000: Electronic Commerce in Vertrieb und Beschaffung. Fallstudien zum Einsatz von internetbasierten Technologien für Vertrieb und Beschaffung. Arbeitsbericht Nr. 179 der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg. Stuttgart.
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