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TA-Datenbank-Nachrichten, Nr. 4 / 10. Jahrgang - Dezember 2001, S. 97-99

Innovationen für nachhaltiges Wirtschaften - ein neuer Förderschwerpunkt des BMBF

von Alexander Grablowitz, Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Jens Hemmelskamp, GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit

Rahmenbedingungen und Innovationen

Die Umweltpolitik und Umweltforschung der vergangenen dreißig Jahre weisen große Erfolge auf. Es ist gelungen, die Entwicklung der Schadstoffemissionen vom Wirtschaftswachstum abzukoppeln. Dennoch sind die Grenzen der Verfügbarkeit vieler Ressourcen und der Aufnahmefähigkeit der Umwelt für Emissionen absehbar. Neue Konzepte und Lösungen hin zum nachhaltigen Wirtschaften sind daher notwendig.

Neben der schrittweisen Verbesserung bestehender Produkte und Methoden sind vor allem grundlegende technische, soziale und institutionelle Innovationen entscheidend. Dies setzt allerdings geeignete Rahmenbedingungen voraus.

Wirtschaftliche, technische, politische und kulturelle Faktoren sind zu berücksichtigen da diese Rahmenbedingungen das Entstehen, den Ablauf und die Ergebnisse der verschiedenen Phasen von Innovationsprozessen maßgeblich bestimmen und damit einen wesentlichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und die Lebensqualität des Einzelnen haben.

Unbestritten ist hierbei die Bedeutung von Regulierungen für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie für die Markteinführung und Diffusion neuer Produkte, Produktionsprozesse oder Dienstleistungen. [1] Hingegen ist die Frage nach den Wirkungen von Rahmenbedingungen auf das Ausmaß und die Richtung von Innovationsaktivitäten in der Wirtschaft umstritten. Dies gilt besonders im Hinblick auf die Umsetzung von auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Wirtschaftsweisen und hierin wieder speziell für die notwendige Integration ökonomischer, sozialer und ökologischer Aspekte in die Innovationsaktivitäten. Denn es gilt nicht nur, die Innovationsfähigkeit zu unterstützen, sondern auch solche Innovationsaktivitäten anzustoßen, die intendierte (und nicht-intendierte) Beiträge zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung leisten können. Die entsprechenden Signale und Anforderungen müssen dazu direkt in die kontinuierlich stattfindenden Neuerungsprozesse integriert und eine entsprechende Funktion der dafür relevanten Rahmenbedingungen gewährleistet werden. Damit gewinnt die Frage nach der Ausgestaltung und Weiterentwicklung von notwendigen und fördernden Rahmenbedingungen für Innovationen zum nachhaltigen Wirtschaften eine besondere Bedeutung.

Der :[riw]-Förderschwerpunkt des BMBF

Der neue BMBF-Förderschwerpunkt ":[riw]-Rahmenbedingungen für Innovationen zum nachhaltigen Wirtschaften" soll hierzu einen Beitrag leisten und ein Verständnis über hemmende und fördernde Rahmenbedingungen sowie über Handlungsmöglichkeiten und dazu wirksame Impulse schaffen. Es wird davon ausgegangen, dass die Akteure in Wirtschaft und Staat nur dann in geeigneter Weise auf veränderte Anforderungen reagieren und neue zukunftsfähige Wege gehen können, wenn ihre Innovationsanstrengungen optimal mit den gegebenen Rahmenbedingungen interagieren und umgekehrt, wenn die Rahmenbedingungen optimale Voraussetzungen für Innovationsaktivitäten in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bieten.

Weiterhin wird angenommen, dass Innovationen zum nachhaltigen Wirtschaften durch staatliche Maßnahmen, aber auch intrinsisch, d. h. durch den Markt generiert werden können. Darum werden zwei Themenblöcke gefördert:

Das :[riw]-Forschungsnetzwerk

Innerhalb des Förderschwerpunktes werden zur Zeit 12 Verbundvorhaben [2] mit 40 RIW-Netzwerkpartnern durch das BMBF gefördert. Die laufenden Projekte können fünf Themenschwerpunkten zugeordnet werden:

  1. Politikstrategien
  2. Chemische Industrie
  3. Innovationssysteme
  4. Politikinstrumente
  5. Modellanalysen

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Mikroökonomik von Prof. E. Feess an der RWTH Aachen wird zudem ein Begleitprozess zum Förderschwerpunkt organisiert. Damit sollen zum einen die Vernetzung der Vorhaben und zum anderen der Wissenstransfer in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gewährleistet werden. Aber auch vorhandene Forschungslücken werden dort identifiziert und Ergänzungen des Förderschwerpunktes angeregt. Gleichzeitig dienen die Maßnahmen auch als Instrumente der Qualitätskontrolle. Zu den Elementen des Begleitprozesses zählen:


Anmerkungen

[1] Für einen Überblick der Diskussion siehe Klemmer, P., 1999: Umweltinnovation. Berlin oder Hemmelskamp, J.; Rennings, K.; Leone, F., 2000: Innovation-oriented environmental regulation. Heidelberg.

[2] Stand November 2001 - zwei Projekte davon befinden sich zur Zeit noch im Bewilligungsverfahren. Für einen Überblick der Projekte siehe: Hemmelskamp, J. (Hrsg.), 2001: Forschungsinitiative zu Nachhaltigkeit und Innovation. München: Ökom.


Informationen

Der :[riw]-Förderschwerpunkt wird vom GSF-Projekträger für Umwelt- und Klimaforschung (PT UKF) des BMBF koordiniert. Informationen über den Förderschwerpunkt finden Sie auf der Website: http://www.riw-netzwerk.de oder sind direkt vom Projektträger UKF zu erhalten:

GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Projektträger Umwelt- und Klimaforschung des BMBF
Kühbachstrasse 11
81543 München
Tel.: +49 (0) 89 / 65 10 - 88 51
Fax: +49 (0) 89 / 65 10 - 88 54
Email: ptukf@gsf.de



Stand: 18.01.2002 - Kommentare und Bemerkungen an:     Redaktion der TA-Datenbank-Nachrichten