von Reinhard Coenen, Beate Fürniß und Christel Kupsch, ITAS
ITAS hat nach zweijähriger Pause wegen der Umstellung der TA-Datenbank im Jahre 1997 wieder eine Erhebung zur Datenbank durchgeführt. In Deutschland sind nach dieser Erhebung 282 Einrichtungen auf dem Gebiet der Technikfolgenabschätzung und verwandten Arbeitsgebieten tätig. 300 laufende Projekte wurden ermittelt. Die Ergebnisse der Erhebungen 1997 für das europäische Ausland sind noch nicht in die Datenbank eingegeben; sie werden aber Ende 1998/Anfang 1999 sowohl online als auch auf einer aktualisierten CD-ROM der Datenbank verfügbar sein.
Rückblick auf 10 Jahre TA-Datenbank
Seit nunmehr zehn Jahren wird die TA-Datenbank weltweit online über das internationale Verbundsystem für wissenschaftlich-technische Fachinformation STN (Scientific and Technical Information Network - c/o FIZ Karlsruhe) angeboten.
Der Aufbau der Datenbank wurde als Reaktion auf die in den 80er Jahren stark zunehmenden in- und ausländischen Aktivitäten auf dem Gebiet der Technikfolgenabschätzung aufgebaut und geht auf eine gemeinsame Initiative des damaligen Referats für Technikfolgenabschätzung im Bundesministerium für Forschung und Technologie, der damaligen Abteilung für Angewandte Systemanalyse (AFAS) des ehemaligen Kernforschungszentrums Karlsruhe (heute Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des Forschungszentrums Karlsruhe) und des Fachinformationszentrums Karlsruhe (FIZ Karlsruhe) zurück. Nach der Erarbeitung eines entsprechendes Datenbank-Designs und dessen erfolgreicher Erprobung entschloß sich das BMFT, ab Mitte 1987 bis 1993 den Aufbau und Betrieb der Datenbank mit Projektmitteln finanziell zu unterstützen. 1988 wurde die TA-Datenbank erstmals online angeboten.
Im März 1992 erschien die erste Ausgabe der "TA-Datenbank-Nachrichten". Mit dieser Publikation wurde eine Diskussionsplattform für die wachsende "TA-Gemeinde" angeboten und eine Möglichkeit geschaffen, Informationen aus der TA-Landschaft schneller und aktueller zu verbreiten. In den folgenden Jahren erschienen auf Basis der TA-Datenbank Dokumentationen zur "Technikfolgenabschätzung in Deutschland" (März 1993) und "Technology Assessment in Europe" (Juli 1994). Neben der online Version der TA-Datenbank wurde 1994 erstmals eine CD-ROM angeboten, auf der mit Hilfe der STN-Retrieval-Sprache Messenger Recherchen durchgeführt werden können.
Seit Juli 1998 wird von ITAS eine zweite wesentlich kostengünstigere TA-CD-ROM zum Preis von 65,00 DM einschließlich Mehrwertsteuer angeboten, die neben der STN-Messenger-Version eine sehr komfortable menuegestützte Suche anbietet.
Die TA-Datenbank will die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Vorbereitung, Durchführung und Nutzung von Technikfolgenabschätzungen verbessern und Nutzern aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und interessierter Öffentlichkeit Informationen über Forschungskapazitäten und -aktivitäten des In- und Auslandes auf dem Gebiet der Technikfolgenabschätzung bieten.
Die TA-Datenbank enthält in drei Segmenten Informationen
Die Grundsprache der TA-Datenbank ist Englisch, Input aus deutschsprachigen Ländern ist zusätzlich in deutscher Sprache verfügbar.
Durch Verknüpfungen zwischen den drei Segmenten werden erweiterte und differenzierte Recherchen ermöglicht. Neben der üblichen Freitextsuche in verschiedenen Textfeldern bietet eine Sachgebietsklassifikation (Classification Code/CC) die Möglichkeit, sich einen schnellen Überblick über TA-Aktivitäten in bestimmten Bereichen zu verschaffen.
Die Datenbank erfaßt nicht nur TA-Aktivitäten im engeren Sinne, sondern auch TA-verwandte Forschung, so z.B. Vorhaben der sozialwissenschaftlichen Technologiebegleitforschung, der Technologiebeobachtung, der Innovationsforschung, Technologiepotentialanalysen und Studien zur Bewertung von Forschungs- und Entwicklungsprogrammen.
Während für Deutschland eine möglichst vollständige Erfassung der TA-Landschaft angestrebt wird, kann aus Zeit- und Kostengründen für andere Länder ein solcher Repräsentativitätsgrad nicht realisiert werden. Informationen zu den wichtigsten TA-Akteuren der europäischen Staaten sowie deren Projekte sind jedoch erfaßt.
Die Erhebung der TA-Aktivitäten erfolgt in der Regel durch jährlich stattfindende schriftliche Befragungen, in einigen Fällen durch die Auswertung von Jahresberichten und Projektberichten. Zum Teil kooperiert ITAS bei der Erhebung von TA-Aktivitäten mit anderen Einrichtungen.
Nach dem Beschluß, die Erfassung und Pflege der TA-Datenbank aus Kostengründen in ITAS selbst durchzuführen, wurde nach zweijähriger Umstellungszeit im Herbst 1997 wieder eine Fragebogenaktion zur Aktualisierung der in der Datenbank enthaltenen Informationen über Institutionen und die dort durchgeführten Projekte zu TA-relevanten Themen sowie die zugehörigen Veröffentlichungen gestartet. Die Umfrage wurde sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland durchgeführt.
Tab. 1: Länderspezifische Verteilung der Institutionen und Projekte nach der Erhebung 1997 (Stand: Oktober 1998)*
| Länder | Institutionen gesamt | aktive Institutionen | Projekte gesamt | Projekte ab 1990 | Projekte laufend |
|---|---|---|---|---|---|
| Belgien | 8 | 8 | 41 | 29 | 21 |
| Dänemark | 10 | 10 | 108 | 73 | 21 |
| Deutschland | 359 | 309 | 1667 | 998 | 374 |
| Finnland | 6 | 6 | 15 | 14 | 8 |
| Frankreich | 11 | 10 | 62 | 42 | 5 |
| Griechenland | 1 | ||||
| Großbritannien | 33 | 31 | 340 | 253 | 91 |
| Internationale Institutionen und Programme | 19 | 19 | 161 | 78 | 31 |
| Irland | 1 | 1 | 5 | ||
| Israel | 1 | 1 | 5 | 4 | |
| Italien | 2 | ||||
| Niederlande | 33 | 32 | 258 | 113 | 69 |
| Norwegen | 5 | 5 | 12 | 7 | 9 |
| Österreich | 29 | 25 | 148 | 109 | 30 |
| Schweden | 9 | 7 | 62 | 12 | 8 |
| Schweiz | 16 | 16 | 101 | 80 | 28 |
| Tschechische Republik |
3 | 3 | 3 | 3 | 2 |
| Ungarn | 8 | 8 | 3 | ||
| Vereinigte Staaten (USA)** | 24 | - | 218 | 95 | - |
| Summe | 575 | 491 | 3212 | 1910 | 697 |
* Die Ergebnisse der Erhebungen im europäischen Ausland konnten noch nicht in die Datenbank eingegeben werden mit der Ausnahme von Österreich und der Schweiz, die schon weitgehend erfaßt sind. Die Zahlen für die übrigen Länder basieren deshalb noch auf den Ende 1995, Anfang 1996 durchgeführten Erhebungen in diesen Ländern.
** In den USA wurden in den letzten Jahren keine Erhebungen mehr durchgeführt. Die TA-Datenbank enthält aber alle Projekte des 1995 geschlossenen Office for Technology Assessment (OTA) des US-Kongresses.
Die TA-Datenbank enthält gegenwärtig Informationen zu 575 Einrichtungen, 3212 Projekten und Angaben zu 6364 Publikationen. Der gegenwärtige Stand (Ergebnisse der Erhebung 1997 / Stand der Erfassung August 1998) ist Tabelle 1 zu entnehmen.
491 der 575 Institutionen werden als aktiv geführt. Als "geschlossene" Einrichtung sind nicht nur die Institutionen gekennzeichnet, die ihre Arbeit eingestellt haben, sondern auch solche, an denen keine Vorhaben mehr im Bereich Technikfolgenabschätzung laufen. Die relativ hohe Zahl geschlossener Einrichtungen in Deutschland läßt sich durch verstärkte Gründungsaktivitäten nach der Wiedervereinigung erklären, aus denen teilweise nur sehr kurzlebige Einrichtungen hervorgegangen sind.
Von den insgesamt 3212 Projekten haben 1910 Vorhaben 1990 oder später begonnen, 697 Projekte sind laufende. Des weiteren enthält die TA-Datenbank Angaben zu 6364 Veröffentlichungen. Der größte Teil davon besteht aus Publikationen, die aus den in der Datenbank erfaßten Projekten hervorgegangen sind. Darüber hinaus enthält die TA-Datenbank auch projektunabhängige Literatur, die TA zum Thema hat. 805 Publikationen sind 1995 oder später erschienen. Da die Erfassung der Literatur aus der letzten Erhebung 1997 für Deutschland, ebenso wie die Eingabe der Ergebnisse der Erhebungen im europäischen Ausland mit der Ausnahme von Österreich und der Schweiz noch nicht abgeschlossen sind, sind diese Zahlen nur vorläufig.
Im folgenden berichten wir nur über die Ergebnisse der Erhebung in Deutschland. Zum Stand der Erhebungen im europäischen Ausland siehe Anhang 1.
a) Institutionen
In Deutschland wurden 278 Einrichtungen angeschrieben, die laut unseren Informationen aktiv TA-relevante Themen bearbeiten. 153 Einrichtungen haben geantwortet; dies entspricht einer Rücklaufquote von 55%. Es wurden 39 Institutionen neu in die Datenbank aufgenommen, zwei aus Baden-Württemberg, drei aus Berlin und je eine aus Bayern, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Alle anderen neu hinzugekommenen Einrichtungen liegen in den neuen Bundesländern (Thüringen 12, Sachsen 10, je drei in Brandenburg und Sachsen-Anhalt).
Im einzelnen werden die neuen Institutionen mit Adresse und Kontaktnummern sowie einer kurzen Beschreibung ihrer Arbeitsziele tabellarisch in der elektronischen Ausgabe der TA-Datenbank-Nachrichten als Anhang 2 zu diesem Beitrag aufgelistet.
Im übrigen findet man eine Liste der deutschen TA-Einrichtungen, die eine Internet-Adresse haben, mit entsprechenden Links auf der Internetseite des ITAS ( http://www.itas.fzk.de/deu/tainst/deutsch.htm ). Für weitere detaillierte Informationen zur TA-Landschaft in den neuen Bundesländern sei auf den Artikel von Frau Dr. Renate Patz in der letzten Ausgabe der TA-Datenbank-Nachrichten (Juni 1998) verwiesen. Frau Dr. Patz, FH Merseburg, betreut im Auftrag von ITAS seit vielen Jahren die TA-relevanten Einrichtungen in den neuen Bundesländern und beschäftigt sich zur Zeit verstärkt mit den TA-Einrichtungen Osteuropas.
Die aktuelle regionale Verteilung der Institutionen und Projekte ist nachfolgender Tabelle 2 zu entnehmen. Zugleich ist die regionale Verteilung der Institutionen auf die Bundesländer in einer Abbildung (Abb.1) dargestellt.
Tab. 2: Verteilung der Institutionen und Projekte auf die Bundesländer (Stand: Oktober 1998)
| Bundesländer | Institutionen gesamt *) | aktive Institutionen | Projekte gesamt | Projekte ab 1990 | Projekte laufend |
|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 65 | 60 | 532 | 323 | 144 |
| Bayern | 23 | 21 | 110 | 46 | 10 |
| Berlin | 42 | 32 | 155 | 83 | 23 |
| Brandenburg | 13 | 13 | 37 | 37 | 14 |
| Bremen | 8 | 8 | 41 | 34 | 18 |
| Hamburg | 10 | 7 | 16 | 9 | 3 |
| Hessen | 27 | 23 | 154 | 68 | 25 |
| Mecklenburg/Vorpommern | 1 | 1 | 2 | 2 | |
| Niedersachsen | 19 | 17 | 58 | 39 | 16 |
| Nordrhein-Westfalen | 86 | 68 | 419 | 236 | 54 |
| Rheinland/Pfalz | 7 | 6 | 14 | 6 | 6 |
| Saarland | 1 | 1 | 7 | 1 | 1 |
| Sachsen | 32 | 28 | 70 | 65 | 33 |
| Sachsen/Anhalt | 10 | 9 | 26 | 26 | 10 |
| Schleswig-Holstein | 2 | 2 | 7 | 4 | 2 |
| Thüringen | 13 | 13 | 18 | 18 | 14 |
| Gesamt | 359 | 309 | 1666 | 997 | 373 |
Abb. 1: Verteilung der 309 aktiven deutschen Einrichtungen auf die Bundesländer
Die Abbildung zeigt eine vergleichsweise starke Verankerung der Technikfolgenabschätzung in den Ländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sowie in Sachsen, bezogen auf den Durchschnitt in den neuen Bundesländern. Verschiedene Gründe können hierfür angeführt werden:
Die institutionelle Zuordnung der deutschen TA-Einrichtungen in Abbildung 2 zeigt, daß fast die Hälfte (46%) der Einrichtungen dem universitären Bereich zuzuordnen ist. Den nächst größeren Anteil mit 28% stellen die privaten oder gemeinnützigen Einrichtungen.
Abb. 2: Anzahl der Forschungseinrichtungen mit TA-Aktivitäten nach institutioneller Zuordnung (Stand: August 1998)
b) Projekte
Für Deutschland wurden insgesamt 273 neue Projekte gemeldet. Der Schwerpunkt der neu gemeldeten Vorhaben liegt im Umweltbereich. Neben 130 Projekten, die sich mit den Auswirkungen auf die Umwelt befassen, sind noch 26 Projekte zu nennen, die sich mit Umweltschutztechnologien beschäftigen.
Die nächst größeren Gruppen sind Vorhaben, die sich mit den Auswirkungen von Technologien auf Gesellschaft (74), Wirtschaft (55) sowie Recht und Gesetzgebung (51) beschäftigen. Stark vertreten sind auch die Themenkomplexe 'Energietechnologien' mit 56 und 'Informations- und Kommunikationstechnologien' (IuK) mit 52 neuen Projekten. Eine Zunahme von über 100% (von 35 auf 73) ist bei Projekten zum Thema 'Nachhaltige Entwicklung' zu verzeichnen.
Einen Gesamtüberblick über die verschiedenen Themenbereiche der neu hinzugekommenen Vorhaben bietet Tabelle 3; eine Verteilung auf die einzelnen Classification-Codes (CC) zeigt die Abbildung 3.
Tab. 3: Verteilung der neu erfaßten deutschen Projekte auf die verschiedenen Themenbereiche (Stand: August 1998)
| Technologiefelder | CC-Code | Anz. Projekte | Auswirkungsbereiche | CC-Code | Anz. Projekte |
|---|---|---|---|---|---|
| Biotechnologie | 1.01 | 22 | Arbeitsbedingungen Arbeitsmarkt |
6.01 6.02 |
41 |
| Informations- und Kommunikationstechnologie |
1.02 | 52 | Wettbewerbsfähigkeit, Außenhandel |
6.04 | 25 |
| Computergestützte Fertigungstechnologie (CAD, CAM, CIM) |
1.03 | 6 | Internationale Beziehungen | 6.03 | 13 |
| Lasertechnologie, Opto-/ Mikroelektronik |
1.04 | 4 | Wirtschaft | 6.07 | 55 |
| Neue Werkstoffe | 1.05 | 3 | Gesellschaft | 6.05 | 74 |
| Energietechnologie hiervon: |
5.* | 56 | Umwelt hiervon: |
4.* | 130 |
| Fossile Energieträger | 5.02 | 5 | Abfall | 4.11 | 19 |
| Energieversorgungssysteme | 5.01 | 21 | Klima | 4.03 | 17 |
| Neue, regenerative Energieträger | 5.04 | 30 | Wasser | 4.12 | 15 |
| Kernenergie | 5.06 | 3 | Landnutzung, Landverbrauch | 4.06 | 16 |
| Boden | 4.09 | 7 | |||
| Verkehrstechnologie | 3.06 2.13 2.16 |
35 | Gesundheit, einschl. Gesundheit am Arbeitsplatz |
3.03 4.05 |
17 |
| Dienstleistungen | 2.15 3.04 |
12 | Innovationen, Technologietransfer | 8.03 | 35 |
| Weltraumtechnik | 3.03 | 8 | Recht, Gesetzgebung | 6.08 | 51 |
| Stadt- u. Regionalplanung und Entwicklung |
3.07 | 33 | Nachhaltige Entwicklung | 6.10 | 38 |
| Umweltschutztechnologie | 3.10 | 26 | Ökobilanz/Stofffluß-Analyse | 8.08 | 35 |
| Kleine und mittlere Betriebe | 2.19 | 3 | Risikoanalyse | 8.09 | 21 |
Da Mehrfachzuordnungen möglich sind, entspricht die Summe in der Tabelle nicht der Anzahl von 273 neu gemeldeten Projekten.
Wir hoffen, daß wir Ihr Interesse an der TA-Datenbank geweckt haben und würden uns freuen, wenn Sie die preisgünstige CD-ROM (DM 65,-- inkl. MwSt.) bestellen würden. Sie brauchen nur das Bestellformular auf Seite 45 an uns zu faxen. Das nächste Update der CD-ROM, die auch die Ergebnisse der Befragungen im europäischen Ausland enthalten wird, bekommen Sie dann kostenlos.
Abb. 3:Verteilung der neu erfaßten deutschen Projekte auf die Sachgebietsklassifikation (CC-Codes) mit mehr als 5 Nennungen
von Ingrid von Berg, ITAS
Die TA-Datenbank war zunächst nur für Deutschland konzipiert worden. Das damalige BMFT wollte mit der Datenbank die Voraussetzungen für den sich entwickelnden Bereich der Technikfolgenabschätzung in Deutschland verbessern und zu einer besseren Nutzung der Ergebnisse beitragen. Es zeigte sich dann jedoch, daß auch in einigen anderen europäischen Ländern TA an Bedeutung gewann. Die Erhebungen der Datenbank wurden deshalb nach 1990 in zunehmendem Maße auch auf diese Länder ausgeweitet, neben dem Office of Technology Assessment des U.S. Kongreß, dessen Studien und Berichte bis zu seiner Schließung im Jahre 1995 vollständig dokumentiert sind (siehe hierzu Tab. 1 im Beitrag von R. Coenen et al.). Durch die Kontakte des ITAS mit einigen der wichtigen TA-Institutionen in diesen Ländern konnte im Laufe von drei Jahren eine Reihe der wesentlichen TA-Einrichtungen in diesen Ländern erfaßt werden. In Österreich und der Schweiz konnten Kooperationspartner gewonnen werden, die die Erhebungen in ihren Ländern für die TA-Datenbank seit einigen Jahren durchführen. Für Österreich ist dies das Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, für die Schweiz werden die Erhebungen von der TA-Geschäftsstelle des Schweizerischen Wissenschaftsrates durchgeführt. Dadurch ist ein besserer Erfassungsgrad in diesen Ländern gewährleistet. In Ländern mit parlamentarischen TA-Einrichtungen konnte zum Teil deren Unterstützung bei der Erstellung der Listen der anzuschreibenden Organisationen gewonnen werden.
Insgesamt muß jedoch gesagt werden, daß die TA-Datenbank für Deutschland ein sehr engmaschiges Erhebungsnetz angestrebt und inzwischen auch erreicht hat. Im europäischen Ausland war dies nicht möglich bzw. wäre nur mit einem sehr hohen Kosten- und Personalaufwand zu erreichen gewesen. Nachdem die finanzielle Unterstützung durch das BMBF nach dem Auf- und Ausbau der Datenbank im Jahre 1993 auslief, wird die Datenbank von ITAS selbst finanziert. Aufgrund der sich daraus ergebenden Restriktionen wurde für das europäische Ausland dann die Entscheidung getroffen, nur noch die "major actors" der dortigen TA-Szene zu erfassen. Das bedeutet, daß die für das Ausland angegebenen Zahlen seit einigen Jahren relativ konstant geblieben sind. Auch war es nicht möglich, die südeuropäischen Länder, in denen TA in den letzten Jahren auch allmählich an Bedeutung gewonnen hat, zusätzlich mit zu berücksichtigen. Allerdings werden so wichtige neue Entwicklungen, wie die Schaffung parlamentarischer TA-Einrichtungen in Italien und Griechenland im vergangenen Jahr, in der Datenbank dokumentiert.
In den bisher in der Datenbank erfaßten Ländern neben Deutschland wurden die Erhebungen nach 1995 und der darauf folgenden Umstellungsphase wieder im Herbst 1997 durchgeführt. Für Österreich und die Schweiz konnten die Daten schon weitgehend eingegeben werden und sind in Tabelle 1, wenn auch noch nicht vollständig, aufgeführt. Für die anderen Länder beziehen sich die angegebenen Zahlen noch auf die Erhebung Ende 1995/Anfang 1996. Ende diesen Jahres werden jedoch die Ergebnisse der '97er Erhebungen sowohl auf der CD-ROM wie auch online im FIZ File verfügbar sein. Der Rücklauf war für die einzelnen Länder sehr unterschiedlich, jedoch haben die wichtigen Akteure in den jeweiligen Ländern sich beteiligt. Die TA-Datenbank-Nachrichten werden in ihrer nächsten Ausgabe über die Ergebnisse berichten.
Anhang 2:
Die Liste der mit der Erhebung 1997 neu in die TA-Datenbank aufgenommenen Einrichtungen wird aus Platzgründen nur in der Internet-Version der TA-Datenbank-Nachrichten enthalten sein ( http://www.itas.fzk.de/deu/tadn/Tadn.htm ).