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TA-Datenbank-Nachrichten, Nr. 3 / 4, 7. Jahrgang - November 1998, S. 58-60

Die Gesellschaft für Zukunftsgestaltung - NETZWERK ZUKUNFT

von Beate Schulz, Netzwerk Zukunft e.V.

Die Gesellschaft für Zukunftsforschung - NETZWERK ZUKUNFT e.V. feiert im kommenden Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Leitgedanke des NETZWERKES ist, ausgehend von den Ergebnissen der Zukunftsforschung, eine partizipative Zukunftsgestaltung nach dem Motto "Global denken - lokal handeln". Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, wurden vielfältige Aktivitäten entwickelt, in denen das Netzwerk als Anlaufstelle, Vermittler und Forum fungiert.

Entstehungsgeschichte

Seit der Auflösung des ehemaligen Instituts für Zukunftsforschung in Berlin und der mit ihm verbundenen Gesellschaft für Zukunftsforschung zu Beginn der achtziger Jahre hatte die Zukunftsforschung in Deutschland keinen gemeinsamen Ort der Begegnung und des Austausches mehr. Diese Lücke sollte mit der Ende 1989 in Berlin gegründeten Gesellschaft für Zukunftsgestaltung - NETZWERK ZUKUNFT e.V. geschlossen werden. Dahinter stand das Bestreben, die bis dato vereinzelt agierenden Institutionen, Personen und Initiativen aus dem Bereich der Zukunftsforschung wieder stärker miteinander zu vernetzen. Im Unterschied zu dem Ansatz der Vorgängergesellschaft zielten die Bemühungen vor allem darauf ab, eine Brücke zwischen Forschung und Praxis zu schlagen. Bewußt wurden daher nicht nur WissenschaftlerInnen, sondern ein breites Spektrum an Personen angesprochen, die ein gemeinsames Interesse an der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft verband.

Zielsetzungen

Angesichts der globalen, ökologischen und sozialen Probleme sieht das NETZWERK ZUKUNFT seine Aufgabe darin, Visionen für eine bessere Zukunft mitzuentwickeln, Zukunftswissen zu sammeln und weiterzugeben sowie die Durchführung sozialer Experimente zu unterstützen. Im Sinne einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung sollen vor allem soziale Innovationen für ein friedliches und selbstbestimmtes Zusammenleben sowie die Erhaltung der ökologischen Lebensgrundlagen gefördert werden.

Das NETZWERK ZUKUNFT folgt dabei dem Leitgedanken einer auf den Ergebnissen der Zukunftsforschung aufbauenden partizipativen Zukunftsgestaltung nach dem Prinzip "Global denken - lokal handeln". Es versteht sich als Anlaufstelle, Vermittler und Forum für Menschen aus unterschiedlichsten Lebens- und Arbeits- und Erfahrungszusammenhängen, die an Zukunftsthemen interessiert sind. Es will anregen und ermutigen, persönliches Engagement, Kreativität und soziale Phantasie zu entfalten, um Einfluß auf gesellschaftliche Entscheidungsprozesse zu nehmen und zukunftsorientierte Handlungsoptionen zu eröffnen.

Organisation und Kooperationen

Das NETZWERK ZUKUNFT hat die Organisationsform eines gemeinnützigen Vereins, der wirtschaftlich und parteipolitisch unabhängig ist. Er lebt von dem vielfältigen Wissen und (ehrenamtlichen) Engagement seiner rund 140 Mitglieder. Möglich und ausdrücklich erwünscht ist eine aktive Mitarbeit in den dezentral organisierten "Netzwerk-Knoten", von denen es mittlerweile 27 in fünf Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Schweden, USA) gibt. Bei den "Knoten" handelt es sich jeweils um regionale Kontaktpersonen für das NETZWERK ZUKUNFT mit der Option, auch für Interessierte "vor Ort" einen Nucleus für gemeinsame Aktivitäten zu schaffen. Viele der regionalen AnsprechpartnerInnen engagieren sich im Bereich Partizipation/Bürgerbeteiligung, moderieren Zukunftswerkstätten oder sind in anderer Weise mit Themen der Nachhaltigen Entwicklung, Lokale Agenda 21-Prozessen etc. befaßt.

Enge Kooperationsbeziehungen werden darüber hinaus mit dem Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Berlin, den in Gelsenkirchen ansässigen Einrichtungen Sekretariat für Zukunftsforschung (SFZ) und Z_punkt - büro für zukunftsgestaltung, der Internationalen Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg und der Schweizerischen Vereinigung für Zukunftsforschung (SZF) unterhalten.

Zum Gründungskuratorium des NETZWERK ZUKUNFT gehörten u.a. Robert Jungk, Ossip K. Flechtheim, Martin Jänicke, Rolf Schwendter, Lea Rosh, Mike Cooley, Riccardo Petrella und Rolf Kreibich. Um konzeptionelle und organisatorische Belange des Vereins kümmert sich ein siebenköpfiger Vorstand. Ein Rat profilierter Persönlichkeiten, die sich in unterschiedlichen Bereichen mit der Lösung von Zukunftsfragen beschäftigen, soll das Netzwerk beratend unterstützen.

Aktivitäten

Nach fast zehnjährigem Bestehen hat sich aus dem NETZWERK ZUKUNFT heraus ein vielfältiges Spektrum an Aktivitäten entwickelt, von denen hier nur einige exemplarisch skizziert werden können (ausführlichere Informationen sind auf Anfrage in der Geschäftsstelle des NETZWERK ZUKUNFT erhältlich):

Ausblick

Im kommenden Jahr begeht das NETZWERK ZUKUNFT sein zehnjähriges Gründungsjubiläum. Dieses Datum soll zum Anlaß genommen werden, noch einmal an seinen vielleicht wichtigsten spiritus rector zu erinnern: den verstorbenen Zukunftsforscher und Journalisten Robert Jungk. Zusammen mit Künstlern, Weggefährten und anderen Institutionen, denen Jungk verbunden war, bereitet das NETZWERK ZUKUNFT daher ein Robert-Jungk-Jahr mit Veranstaltungen, einem Ideenwettbewerb, Ausstellungen u.a.m. vor. Ferner hat sich eine Arbeitsgruppe zum Thema "New Work/3. Sektor" konstitutiert. Weitere Planungen richten sich auf die Intensivierung der internen und externen Vernetzungsarbeit des Vereins. Und ab 1999 wird auch die Zeitschrift ZUKÜNFTE in einem neuen, verbesserten Gewand erscheinen.

Kontakt

NETZWERK ZUKUNFT e.V.
Georg Schreiber (Geschäftsführer)
c/o tesof
Erkelenzdamm 47
D-10999 Berlin
Tel.: ++ 49 (0) 30 / 615 67 68 (mittwochs 17-20 Uhr)
Fax: ++ 49 (0) 30 / 614 3003
E-mail: E.Lischke@t-online.de

Büro Gelsenkirchen
Klaus Burmeister
c/o Z_punkt - büro für zukunftsgestaltung
Munscheidstr. 14, Wissenschaftspark
D-45886 Gelsenkirchen
Tel.: ++ 49 (0) 209 / 167 2828
Fax: ++ 49 (0) 209 / 167 2801
E-mail: burmeister@z-punkt.de


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Stand: 15.12.1998 - Kommentare und Bemerkungen an: ITAS-WWW-Redaktion