Stiftung Zukunftsfähigkeit: Auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit - Deutschlands Verantwortung in der Welt
von Klaus Milke, Stiftung Zukunftsfähigkeit
Spätestens seit Rio de Janeiro 1992 ist Nachhaltigkeit (oder englisch Sustainability) auch für DurchschnittsbürgerInnen ein Begriff geworden. Seinerzeit haben sich viele Staaten - und in der Nachfolge Organisationen, Unternehmen und Personen - zur Mitarbeit an der weltweiten Umsetzung des Konzepts der Nachhaltigkeit verpflichtet - wenige sind bisher ihren Verpflichtungszielen wirklich nähergekommen!
Einer, der sich persönlich wie finanziell für mehr Zukunftsfähigkeit - ein anderes Wort für Nachhaltigkeit - in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht einsetzt, ist der Wahl-Hamburger Klaus Milke, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunftsfähigkeit. Der engagierte Stiftungsgründer reißt andere mit: über 30 Personen und Organisationen haben sich bisher als Mit-StifterInnen engagiert. Und Milke ist weiterhin auf der Suche nach ZustifterInnen, die ihren Beitrag für mehr Nachhaltigkeit in eine dynamische Entwicklung der Stiftung einbringen.
Eine Gesellschaft, die eine lebenswerte Zukunft ermöglichen will, muß ihre ökologischen, sozialen und ökonomischen Ziele integriert im Sinne des Rio-Erdgipfels von 1992 organisieren. Die im November 1997 errichtete und im Januar 1998 genehmigte gemeinnützige Stiftung Zukunftsfähigkeit mit Sitz in Bonn will einen Beitrag in Deutschland dazu leisten. Wenn auch zunächst nicht mit großem Vermögen ausgestattet, so kann eine Stiftung doch mit ihrem auf Ewigkeit angelegten Ansatz den Nachhaltigkeitsaspekt sehr gut umsetzen helfen.
Namhafte Persönlichkeiten engagieren sich in Kuratorium und Beirat der Stiftung: Dem Kuratorium gehören Asit Datta, Michael von Hauff, Gunther Hilliges, Reinhard Loske, Paul E. Metz, Katharina Milke, Clemens Stroetmann und Barbara Unmüßig an. Im Beirat wirken mit Ludwig Bölkow, Max Deml, Bärbel Dieckmann, Uschi Eid, Hansjörg Elshorst, Erhard Eppler, Christopher Flavin, Reinhard Hermle, Uwe Holtz, Peter Liese, Udo E. Simonis, Klaus Töpfer, Ernst Ulrich von Weizsäcker und Angelika Zahrnt.
Ganz bewußt hat sich die Stiftung Zukunftsfähigkeit bisher kein eigenes Arbeitsprogramm gegeben. Sie fördert auch nicht auf Antrag Projekte von außen. Denn die InitiatorInnen waren und sind der Meinung, daß dem Anliegen der Nachhaltigkeit die Förderung eines kompetenten Akteurs am meisten nützt. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation GERMANWATCH ist in besonderem Maße dem Ziel einer ökologischen und sozialen Rahmensetzung für den internationalen Handel sowie für mehr Klimaschutz verpflichtet. Deshalb unterstützt die Stiftung die Arbeit dieser Nichtregierungsorganisation als erstes Projekt. Ziel ist u.a., mit Akteuren der Wirtschaft entsprechende Rahmensetzungen für Nachhaltigkeitskonzepte zu erarbeiten.
Beteiligung an der Nachhaltigkeitsdebatte, Dialog und Kooperation, verbunden mit der gezielten Einzelförderung eines wichtigen Akteurs, dies ist also Programm für die Stiftung zur Verwirklichung dieser Ziele.
Die Stiftung Zukunftsfähigkeit hat in ihrer Satzung die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht verankert. Sie sieht Umwelt- und Entwicklungsthemen stets als Einheit, als nicht voneinander zu trennende Aspekte von Nachhaltigkeit, und sie tritt für eine engere Vernetzung dieser Themen ein. Dabei strebt sie Kooperationen an, wo immer sich durch ähnliche Zielsetzungen und Sichtweisen Synergien ergeben.
Die in der Koalitionsvereinbarung der neuen Bundesregierung vom Oktober 1998 verankerte Absicht, die Debatte um eine Nachhaltigkeitsstrategie in unserem Lande voranzubringen, bietet eine zusätzliche Chance, beinhaltet aber auch die Notwendigkeit, in einer Gemeinschaftsanstrengung viele Stiftungen dazu zusammenzuführen. Ihr langfristig angelegter Zweck weist die Stiftung Zukunftsfähigkeit als originären Partner in diesem Suchprozeß aus.
Das Nachhaltigkeitsthema und die global orientierte Aufgabenstellung eröffnen ein weites Feld möglicher Kooperationspartner. Inhaltliche Kooperationen sind z.B. denkbar mit anderen Umweltstiftungen, mit Entwicklungsorganisationen, aber auch im Dialog mit der Wirtschaft (und hierzu zählen auch wirtschaftsnahe Stiftungen) liegen große Chancen.
Vorstellbar sind gemeinsame Veranstaltungen, wenn die beiderseitigen Zielsetzungen sich so decken, daß bei der Zielgruppe Übereinstimmungen entstehen. Eine weitere Aufgabe wird es sein, Projektpartner zum Thema Nachhaltigkeit zusammenzubringen. So wie Vernetzung und Schaffung von Netzwerken überhaupt die Aufgabe der Nichtregierungsorganisationen der Zukunft sein wird.
Ein interessantes Beispiel für ein solches Netzwerk ist das BELLAGIO FORUM FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT, dem die Stiftung Zukunftsfähigkeit seit 1998 als assoziiertes Mitglied angehört. Unter diesem Dach arbeiten international renommierte Stiftungen zusammen, die alle von ihrem Ansatz her Nachhaltigkeitskonzepte verfolgen. Informationsaustausch steht dabei im Vordergrund, doch es werden auch Impulse für Kooperationsvorhaben vermittelt. Mit dabei sind unter anderem die Rockefeller Brothers Foundation, der GERMAN MARSHALL FUND und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Höchst-Stiftung und YEER (Deutsche Bank).
Die Stiftung Zukunftsfähigkeit sucht jedoch nicht nur den Dialog mit anderen Stiftungen und Organisationen. In einer Reihe von Dialogveranstaltungen - die erste zum Thema Klimaschutz fand auf Einladung der Bonner Oberbürgermeisterin am 1. Juni 1999 im Alten Bonner Rathaus statt - bietet sie einem ausgewählten Kreis von WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen und VertreterInnen von Wirtschaft und Verbänden die Möglichkeit zu intensivem, nichtöffentlichem Meinungsaustausch.
Diese Initiative soll am Rande des Bonner Klimagipfels im November 1999 fortgesetzt werden.
Bereits jetzt genießt die junge Stiftung in Fachkreisen einen guten Ruf. Ihre 2. Stiftungsversammlung beging sie am 2. Juni 1999 in Bonn. Die Veranstaltung stand im Zeichen der Verantwortung Deutschlands in der Welt, was insbesondere durch zwei Gastbeiträge von Beiratsmitgliedern zum Ausdruck kam.
Dr. Christopher Flavin, Vizepräsident des renommierten Worldwatch-Institutes, der zur Lage der Welt referierte (so auch der gleichnamige Jahresbericht des Instituts), sah in der deutschen Ratspräsidentschaft, verbunden mit der Gastgeberrolle zum G 8-Treffen im Juni und des Weltklimagipfels im November, eine große Chance und Herausforderung für Deutschland.
Professor Udo E. Simonis vom Wissenschaftszentrum Berlin forderte als Voraussetzung der Wahrnehmung deutscher Verantwortung, über den kurzfristigen und geographischen Tellerrand hinaus zu blicken. Die Globalisierung der Wirtschaft müsse ergänzt werden durch politische Globalisierung und eine Globalisierung der Zivilgesellschaft.
Durch die Unterstützung von Akteuren im Nichtregierungsbereich betreibt die Stiftung Zukunftsfähigkeit eine "Globalisierung von unten". Weiterhin wird sie die Umwelt- und Entwicklungsorganisation GERMANWATCH in den Mittelpunkt ihrer Förderung stellen.
Was können Interessierte tun, um die Arbeit der Stiftung und damit die Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung voranzubringen? Willkommen sind natürlich Spenden und Zustiftungen in jeder Höhe. Darüber hinaus bietet die Stiftung Zukunftsfähigkeit aber auch an, nicht selbständige Unterstiftungen einzubinden und treuhänderisch zu verwalten, wenn sie ihre die Grundphilosophie mittragen.
Kontakt
Stiftung Zukunftsfähigkeit
Roonstr. 5
D-53175 Bonn
Tel.: + 49 (0) 228/3680036
Fax: + 49 (0) 228/3680038