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TA-Datenbank-Nachrichten, Nr. 2, 8. Jahrgang - Juli 1999, S. 47-49

Neue "Foresight"- Aktivitäten des Department of Trade and Industry

von Michael Rader, ITAS

Das britische Handels- und Wirtschaftsministerium, das Department of Trade and Industry (DTI), spielt eine zentrale Rolle im "Foresight"-Programm der britischen Regierung, das mit einer neuen Runde fortgesetzt wird. Innerhalb des Ministeriums wurde außerdem ein "Future Unit" gegründet, das die Idee zukunftgerichteten Denkens innerhalb der britischen Verwaltung verbreiten soll.

Foresight-Programm

Im April 1999 begann eine neue Runde des britischen Foresight-Programms. Das Programm will dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit Großbritanniens zu stärken und die Lebensqualität der Bevölkerung des Inselreichs zu verbessern (vgl. TA-Datenbank-Nachrichten Nr. 4, 4. Jahrgang - Dezember 1995, S. 3). In der neuen Runde wird die Einbeziehung junger Menschen, der Regionen und einer großen Bandbreite von Organisationen in den Diskurs angestrebt. Mit dem Programm will die britische Regierung auch Verbindungen zwischen der nationalen "Wissensbasis" und der Wirtschaft herstellen, um innovative Ideen in kommerzielle Erfolge umzusetzen. Dabei entstehen neue Verbindungen zwischen der Wissenschaft und Wirtschaftssektoren, die traditionell wenige Berührungspunkte mit dem Wissenschaftsbetrieb hatten, wie Finanzdienstleistungen und Versicherungen. Weiter strebt die britische Regierung eine begrenzte Kooperation zwischen Wettbewerbern an, beispielsweise auf dem Gebiet der Mobilkommunikation oder im Lebensmitteleinzelhandel. Für das Foresight-Programm ist das Office of Science and technology (OST) im britischen Wirtschaftsministerium (Department of Trade and Industry, DTI) zuständig. Inhaltlich bestimmt wird das Programm durch die Foresight Steering Group, deren Vorsitzender der Chief Scientific Advisor der britischen Regierung ist.

Die inhaltliche Arbeit wird in Panels geleistet, die sich aus Vertretern der Wirtschaft, des Wissenschaftsbetriebs, der Verbände, der Ministerien, der Wissenschaftsräte (science councils) und anderer öffentlicher Einrichtungen zusammensetzen. Die Panels haben die Aufgabe, Trends, Triebkräfte, Hindernisse und Herausforderungen für die technologische Entwicklung und Marktchancen für innovative Produkte aufzuzeigen. In der neuen Runde des Programms gibt es drei thematische Panels, die sich mit der alternden Bevölkerung, Verbrechensvorbeugung und Produktion im Jahre 2020 beschäftigen, und zehn sektorale Panels, die sich mit bestimmten Bereichen der Wirtschaft oder Aktivitätsbereichen befassen. Darüber hinaus gibt es zwei Querschnittsthemen, die in sämtlichen Panels Berücksichtigung finden sollen, nämlich Ausbildung, Qualifikation und Weiterbildung, sowie nachhaltige Entwicklung. Einen zentralen Stellenwert besitzt der Aufbau eines gemeinsamen "knowledge pools", der allen Panels und sämtlichen Teilnehmern am Foresight-Prozeß zur Verfügung stehen soll. Dabei handelt es sich um eine professionell organisierte und gepflegte "Bibliothek" strategischer Visionen, Meinungen und Informationen über die Zukunft. Grundstock dieser Bibliothek sind die Materialien der bestehenden Foresight-Panels und der Ministerien, die um Beiträge weiterer Organisationen aus dem Umfeld des Foresight-Programms ergänzt werden.

Das Programm für diese neue Runde des Foresight-Programms ist in einer Broschüre "Bluepint for the next round of Foresight" des OST beschrieben, das sich an ein breites Publikum mit der Aufforderung zur Teilnahme am Prozeß wendet.

"Future Unit" des DTI

Innerhalb des Department of Trade and Industry, wurde als eigenständige Aktivität im April des vergangenen Jahres das "Future Unit" gegründet. Aufgabe dieser Einrichtung ist das Erzeugen eines Bewußtseins der Bedeutung zukunftsgerichteten Denkens innerhalb des Ministeriums. Dies soll zum einen dadurch bewirkt werden, daß die Einrichtung als "think tank" zu ausgewählten Themenbereichen Berichte produziert und einer breiten Diskussion zuführt. Zum anderen will die Einrichtung zur Förderung der Szenariotechnik als strategisches Werkzeug für die politische Entscheidungsfindung beitragen.

Ende September 1998 wurde vom "Future Unit" ein Bericht "Converging Technologies: Consequences for the New Knowledge-driven Economy" veröffentlicht und vom damaligen Minister für Trade and Industry, Peter Mandelson, vorgestellt. Diese Studie untersucht die Auswirkungen des Zusammenwachsens von Informationssystemen, Telekommunikation und Rundfunk für Unternehmen und Märkte innerhalb des nächsten Jahrzehnts.

Mittlerweile wurde eine zweite Studie abgeschlossen: "Mapping the Future: A Study of Future Thinking within the DTI". Diese Arbeit untersucht, in welchem Ausmaß Zukunftsperspektiven bereits heute die Planungen des Ministeriums durchdringen und welche zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden müßten, um zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden.

Weitere Informationen sind im World Wide Web erhältlich. Dort gibt es auch die Berichte zu den beiden abgeschlossenen Studien sowie Informationen zu den laufenden Aktivitäten der Einrichtung.

Weitere Informationen

Foresight-Programm:

http://www.foresight.gov.uk
   oder
Foresight Directorate
Office of Science and Technology
Albany House, 94-98 Petty France
London SW1H 9ST
Fax: + 44 (0) 171-271 2015

Future Unit des DTI:

http://www.dti.gov.uk/future-unit/stage.html

Kontakt

Dr. Michael Rader
Forschungszentrum Karlsruhe
Institut für Technikfolgenabschätzung
und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
D-76021 Karlsruhe
Tel.: +49 (0) 721 / 608 - 22505
Fax: +49 (0) 721 / 608 - 24806
E-mail: Rader@itas.fzk.de
Internet: http://www.itas.fzk.de/


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Stand: 28.07.1999 - Kommentare und Bemerkungen an: ITAS-WWW-Redaktion