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TECHNIKFOLGENABSCHÄTZUNG Theorie und Praxis |
Berlin, 8. - 12. September 2003
Tagungsbericht von Berndt Keller, Universität KonstanzDie International Industrial Relations Association (IIRA) ist eine weltweite, 1966 gegründete, bei der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization) in Genf angesiedelte Vereinigung von Wissenschaftlern sowie Praktikern aus Unternehmen, Verbänden und öffentlichen Verwaltungen. Ihre Mitglieder beschäftigen sich mit den verschiedenen Problemen der Arbeitsbeziehungen, einem interdisziplinär orientierten Lehr- und Forschungsgebiet, das in den angelsächsischen Ländern im Gegensatz zu den kontinentaleuropäischen als Industrial Relations seit Jahrzehnten institutionalisiert und fest etabliert ist.
Zu den vielfältigen Aktivitäten der IIRA gehört neben zahlreichen Publikationen sowie den jährlich stattfindenden Treffen ihrer nationalen Mitgliedsverbände vor allem die Veranstaltung von Regional- und Weltkongressen mit dem Ziel des Meinungs-, Erfahrungs- und Informationsaustausches. Der letzte europäische Regionalkongress war im Frühsommer 2001 in Oslo/Norwegen, der nächste wird im September 2004 in Lissabon/Portugal stattfinden. Andere Regionalkongresse (Afrika, Nord- und Südamerika, Asien) finden ebenfalls in regelmäßigen Abständen statt; der nächste wird im Juni 2004 in Seoul/Südkorea sein.
Die Deutsche Sektion (German Industrial Relations Association - GIRA) richtete nach 1986 zum zweiten Male den (inzwischen 13.) Weltkongress aus, der vom 8. bis 12. September 2003 auf dem Campus der Freien Universität Berlin stattfand und mit mehr als 800 registrierten Teilnehmern aus über 60 Ländern große Resonanz fand. Die mehr als 90 von der GIRA eingeworbenen Stipendien ermöglichten auch vor allem jüngeren Interessenten aus Entwicklungsländern sowie Osteuropa die Teilnahme. Mit weniger als 100 Teilnehmern aus der Bundesrepublik handelte es sich um einen ausgesprochen internationalen Kongress.
Praktiker und Wissenschaftler referierten und diskutierten in Plenarveranstaltungen sowie thematisch zugeordneten Workshops unter dem Rahmenthema Beyond Traditional Employment. Industrial Relations in the Network Economy weltweite Entwicklungen und Trends von Arbeitsbeziehungen und Arbeitsmärkten. Der wissenschaftliche Hauptteil des Kongresses gliederte sich in fünf Abteilungen (Tracks), die auf der Mikro-, Meso- und Makroebene das gesamte heterogene Spektrum der Employment Relations von ihren klassischen Themen bis zum aktuellen Human Resource Management abdeckten:
Zahlreiche, den Tracks zugeordnete interaktive Poster Sessions, eine Reihe von Special Seminars sowie mehrere Symposien zu aktuellen Fragen (u. a. Europäische Betriebsräte, Zeit- und Leiharbeit) rundeten das umfangreiche Programm ab. Außerdem organisierte die GIRA für ihre ausländischen Gäste einen Pre-Congress Codetermination in Germany sowie eine Reihe von Betriebsbesichtigungen, die mit über 200 Teilnehmern auf überaus reges Interesse stießen. Weiterhin nutzten die mehr als 20 permanenten, thematisch fokussierten Study Groups der IIRA die Gelegenheit zu weiteren Arbeitstreffen zwecks Vertiefung ihrer Kooperationsbeziehungen sowie zur Koordination von vor allem komparativ angelegten Forschungsprojekten.
Die insgesamt über 100, in den Plenarveranstaltungen sowie den zugehörigen Workshops gehaltenen Vorträge stehen bis Ende 2003 im Internet zur Einsicht und zum Herunterladen zur Verfügung: http://www.fu-berlin.de/iira2003/. Ausgewählte Manuskripte aus den einzelnen Tracks werden Ende 2003 bzw. Anfang 2004 in den thematisch jeweils einschlägigen internationalen Fachzeitschriften publiziert (Industrial Relations/USA, British Journal of Industrial Relations/UK, The International Journal of Comparative Labour Law and Industrial Relations/Italien, Industrielle Beziehungen/Bundesrepublik, European Journal of Industrial Relations/UK). Last but not least: Der 14. Weltkongress der IIRA wird 2006 in Lima/Peru - und damit zum ersten Male in einem Entwicklungsland - stattfinden.