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TECHNIKFOLGENABSCHÄTZUNG Theorie und Praxis Herausgeber: Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) |
| Nr. 3, 16. Jahrgang - Dezember 2007, S. 126-130 |
Glasgow, Schottland, 3. - 6. September 2007
von Robert Hauser, Linda Nierling und Christiane Quendt, ITASEuropas Gesicht verändert sich. Es befindet sich inmitten eines tief greifenden Transformationsprozesses, der mit dem Ende des „Kalten Krieges“ begann und dessen politische, wirtschaftliche und soziale Folgen die Zukunft Europas in hohem Maße mitbestimmen werden. Die 8. Konferenz der European Sociological Association (ESA) vom 3. bis 6. September 2007 war den Themen „Conflict, Citizenship and Civil Society“ unter einer dezidiert europäischen Perspektive gewidmet. Der Veranstaltungsort war mit der lebendigen Studentenstadt und schottischen Industriemetropole Glasgow gut gewählt. Die beiden Universitäten, Glasgow Caledonian University und University of Strathclyde Glasgow, boten nicht nur die für eine solche Konferenz benötigten Räumlichkeiten, sondern auch eine herzliche und arbeitsfördernde Atmosphäre, die auch durch das Wechselspiel von altehrwürdigen Gebäuden und moderner Architektur entstand.
Die ESA ist der größte sozialwissenschaftliche Fachverband Europas. Die im Zweijahresturnus durchgeführten Konferenzen gehören mit den Treffen der insgesamt 30 Research Networks und 20 Research Streams, die sich mit unterschiedlichsten Themen der Sozial-und Geisteswissenschaften befassen, zu den wohl größten Konferenzen dieses Fachbereichs in Europa. Dieses Jahr waren 1.658 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fast 50 Ländern gekommen. Insgesamt wurden 329 Sessions in ca. 40 Parallelveranstaltungen abgehalten. Neben den „normalen“ Sessions gab es – teilweise auch parallel stattfindende – eingeladene Vorträge als „Semi Plenary Sessions“ und eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Meet the Author“, in der aktuelle Buchveröffentlichungen von und mit den jeweiligen Autorinnen und Autoren vorgestellt wurden. Weiterhin sah das Konferenzprogramm diverse „Social Activities“ vor, von denen das bestbesuchte die „Civic Reception“ im Glasgow Science Centre war. Gerahmt wurde das Konferenzprogramm von einer großen Eröffnungsveranstaltung, der „Plenary Session“, und einer Abschlussveranstaltung, dem „Closing Plenary“.
Die unter dem diesjährigen Motto der Konferenz „Conflict, Citizenship and Civil Society“ eingereichten Themen berührten ein weites Spektrum an fächerübergreifenden Fragestellungen. Das Motto sei von den Veranstaltern vor dem Hintergrund der immer deutlicher werdenden tief greifenden Transformationsprozesse, mit denen sich europäische Gesellschaften konfrontiert sehen, ausgewählt worden, so Giovanna Procacci (Universität Milano, ESA-Präsidentin 2005 bis 2007) in ihrer Begrüßungsrede. Diese Prozesse veränderten nicht nur das Verhältnis zwischen europäischen Gesellschaften, so Procacci, sondern könnten gleichzeitig Auslöser und Resultat innergesellschaftlicher Entwicklungen sein. Es entstünden dabei vielfältige Konfliktlinien, die von der Politik allzu oft in gefährlicher Weise generalisiert würden. Lösungsstrategien griffen oft zu kurz, um eine nachhaltige Verbesserung zu bewirken. Konflikte zwischen europäischen Gesellschaften und innerhalb dieser gehörten aber zum natürlichen Entwicklungsprozess und vermittelten wichtige Einsichten über diese Gesellschaften. Diese Konflikte bewusst zu machen, ihre Ursachen zu erforschen und dadurch adäquate Lösungsstrategien zu entwickeln, sei heute eine der wichtigsten Herausforderungen der Sozial- und Geisteswissenschaften.
Weitere Fragen, so warf die Präsidentin auf, stellten sich anhand des beobachtbaren Transformationsprozesses in Bezug auf die veränderte Beziehung zwischen Nationalstaat und Bürgerschaft. Hierbei seien zwei gegenläufige Tendenzen sichtbar: Während einerseits die angestrebte europäische Gesellschaft mit einer europäischen Verfassung, zumindest das Aufweichen des nationalstaatlichen Prinzips bedeute, führe die ubiquitäre Forderung nach Sicherheit andererseits genau zum Gegenteil, dem Erstarken des Nationalstaates und seiner rechtlichen Befugnisse. In Bezug auf sich wandelnde Identitäten müsse die Rolle von Gemeinschaften, die sich immer mehr vom Nationalstaat emanzipieren und dadurch den Nationalstaat als Identitätsstifter ablösen, neu diskutiert werden.
Im Zuge dieser Transformationsprozesse und den immer dringender werdenden Folgeproblemen sei die Politik inzwischen überfordert, so dass andere wichtige gesellschaftliche Entwicklungen dabei völlig aus dem Blick gerieten. So fragte Giovanna Procacci abschließend kritisch, ob Ungleichheit – hier verstanden als soziologisches Problem – nicht mehr länger als Problem der Politik wahrgenommen werde.
Im eigentlichen Eröffnungsvortrag von Donatella della Porta (Universität Florenz) stellte diese eine ihrer Studien zu neuen politischen Protestbewegungen vor. Obwohl inhaltlich sehr interessant, vermochte es dieser Vortrag, anders als die Begrüßungsrede Procaccis, aus unserer Sicht nicht, die für diese Konferenz wichtigen thematischen Eckpfeiler zu setzen. Die Referentin blieb mit ihrer fachspezifischen Sichtweise zu sehr im Detail der Studie verhaftet.
Das aus Sicht der TA-Community sicher interessanteste Netzwerk, Sociology of Science and Technology (SST), war mit knapp 40 Vorträgen prall gefüllt und inhaltlich sehr breit gefächert. Trotz der Vielzahl an sehr unterschiedlichen methodischen und theoretischen Ansätzen zu verschiedenen Wissenschafts- und Technologiefeldern war die Diskussion der Teilnehmenden mit den Vortragenden lebhaft. Einige immer wiederkehrende Themen, damit verbundene interessante Fragestellungen und Diskussionsstränge sollen im Folgenden exemplarisch dargestellt werden.
Die Beteiligung der allgemeinen Öffentlichkeit, oft auch als Laienöffentlichkeit bezeichnet, an Meinungsbildungs- und Entscheidungsfindungsprozessen zu wissenschaftlichen und technologischen Fragen und die damit verbundenen Ambiguitäten waren der erste Aspekt, der in mehreren Vorträgen thematisiert wurde. Dabei fiel auf, dass die Beschreibung der Hürden für partizipative Projekte – Experten orientierte Technologiepolitik der Länder, fehlende Kommunikationsarenen, ablehnende Haltung der politischen Akteure und nur punktuelle Erfahrung im Umgang mit den Ergebnissen partizipativer Verfahren – über Ländergrenzen hinweg auffallend ähnlich ausfiel. Dieser Eindruck wurde durch einzelne Diskussionsbeiträge bestätigt. Alle in diesem Zusammenhang Vortragenden schienen aber von den Vorteilen solcher „Übungen“ doch überzeugt – schon zu Beginn eines potenziellen Technologiekonflikts könne so lokales Wissen einbezogen, Chancen identifiziert und innovative, möglicherweise auch unkonventionelle Lösungswege aufgezeigt werden. Betont wurde außerdem, beispielsweise von Erich Griessler (Institut für Höhere Studien Wien), Mhairi Aitken (Robert Gordon University Aberdeen) und Aaro Tupasela (Universität Helsinki), wie wichtig die Einbeziehung von Betroffenen (etwa bei der Planung von Windkraftanlagen) sei. Allerdings stelle sich oft das Problem verschiedener Arten von Wissen (Expertenwissen versus Laienwissen) und deren Bewertung sowie des Umgangs mit einer unentschiedenen Öffentlichkeit, auf deren Urteil sich Politik orientieren solle. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bedeutung von Vertrauenin die Urteilskraft der Öffentlichkeit, in das politische System oder in verantwortungsbewusste Wissenschaftler betont.
Eine andere Art von öffentlicher Beteiligung stellte Cristina Palma Conceicao (CIESISCTE Portugal) vor: Das portugiesische Ciência Viva-Programm[1], das zunächst nach einem Programm auf Grundlage des Defizitmodells (die Öffentlichkeit muss nur mehr über Wissenschaft und Technologie wissen, damit sie diese akzeptiert) aussähe – Wissenschaftler erklären Laien ihre Arbeit –, entpuppte sich bei näherer Analyse als Mischung aus klassischen Informations- und Aufklärungsinstrumenten und echten Dialogveranstaltungen, die sich gerade bei den beteiligten Wissenschaftlern großer Beliebtheit erfreuten. Zudem entstand der Eindruck, dass es der portugiesischen Regierung gelungen ist, geschickt Anreize für Wissenschaftler und Forschungsinstitutionen zu setzen. Zum Beispiel sei die Mitwirkung am Ciência Viva-Programm ein Evaluationskriterium für wissenschaftliche Arbeit in Portugal, so Conceicao.
„Innovation“ war ein weiteres, immer wieder auftauchendes Schlagwort in den Sessions des SST-Netzwerks. Dabei wurde vor allem die sich wandelnde Rolle von Forschungseinrichtungen im Innovationsprozess thematisiert. Diese arbeiteten, laut Harald Rohracher (Universität Graz, IFZ), zunehmend an den Schnittstellen zwischen Forschung, Öffentlichkeit und Wirtschaft und betätigten sich dabei als Unternehmer oder Vermittler. Damit verbunden seien die Auflösung von „System“grenzen, heterogene Anforderungen an Forschungsinstitutionen und Rollenkonflikte; es entstünden Hybridorganisationen. In diesem Zusammenhang machte sich Maria Nevada (Universität Manchester) Gedanken über die Reproduktion der Universitäten im Zuge der Popularisierung der „third mission“ – verstanden als Beziehungen und Interaktionen der Universitäten mit nicht-akademischen Institutionen, in der Realität allerdings vielfach beschränkt auf Kontakte mit der Wirtschaft. Nach Analyse der Veränderungen der Universitätslandschaften konstatierte sie, dass Universitäten derzeit auf einem Kontinuum zwischen der „University of Infinite Wisdom“ und der „University of Prose and Packaging“ angesiedelt seien. Erstere verstünden ihre bereits vorhandenen „Produkte“ gut zu verkaufen und müssten daher nicht den gesamten Universitätsbetrieb im Hinblick auf die „third mission“ umstrukturieren. Letztere würden dagegen nur Dinge „produzieren“, die sich auch verkaufen ließen, und daher ihre gesamte Organisation darauf ausrichten. In eine ähnliche Richtung ging der Beitrag von Franc Mali und Blanca Jelnikar (Universität Ljubljana), die sich mit den Veränderungen der Wissenschaft durch die zunehmende Vermarktung von Forschungsergebnissen beschäftigten.
Eine dritte Linie, die sich inhaltlich durch einige Vorträge und Diskussionen zog, ist im Spannungsfeld von Risiko und Konflikt anzusiedeln. Piet Sellke (Universität Stuttgart) stellte ein Modell des International Risk Governance Councils (IRGC) am Beispiel von Pervasive Computing vor, das in Abhängigkeit von der Risikoart – die es vorher zu identifizieren gelte – verschiedene Risikomanagementstrategien und -instrumente vorschlägt, die beim Umgang mit Risiken und daraus erwachsenden Konflikten angewendet werden könnten. Konflikte entstehen oft, weil es bezüglich der zu erwartenden Konsequenzen der Einführung von Technologien unterschiedliche Einstellungen verschiedener Akteursgruppen zu diesen Technologien gibt. Piotr Stankiewicz (Nikolaus-Kopernikus-Universität Torun), kam in seinem Vortrag zu dem Schluss, dass Nicht-Wissen beim Umgang mit Konflikten eine wichtige und bisher zu wenig beachtete Rolle spiele. Er schlug vor, dieses Nicht-Wissen, quasi im Sinne eines Katalogs, auf drei Ebenen zu betrachten: auf der Ebene der Wissenschaft (Wie wird dort Risikobewertung vorgenommen? Welchen Einfluss hat die Sozialisation von Wissenschaftlern?), auf der Ebene von Politik und Wirtschaft (Wie werden Konflikte aufgegriffen? Welche Risiken werden verborgen?) und auf der Ebene des Diskurses (Wie werden Konflikte gerahmt? Welche sozialen Gruppen und welches Wissen werden aus dem Diskurs ausgeschlossen?).
Schon die hier angerissenen Themenkomplexe Bürgerbeteiligung, Innovation sowie Risiko und Konflikt machen deutlich, wie gut das Netzwerk Sociology of Science and Technology, das zunächst nur am Rande der klassischen Soziologie zugeordnet zu sein scheint, in den Rahmen einer sozialwissenschaftlichen Konferenz mit dem Titel „Conflict, Citizenship and Civil Society“ passte.
Der Einsatz qualitativer Forschungsmethoden war an zwei prominenten Stellen Gegenstand der Konferenz. Im Semi-Plenary zu „Social Movements, Identities and Social Institutions“ referierte zum einen David Silverman (Goldsmiths College and King’s College, University of London) über den Zugang mittels qualitativer Methoden zu übergeordneten gesellschaftlichen Phänomenen, wie sie die Leitthemen der Konferenz („Conflict, Citizenship and Civil Society“) darstellten. In seinem Vortrag „Putting society together: What qualitative research can and cannot say about identities and social institutions“ zeigte er auf, dass die individuelle Konstruktion von Identität Vorraussetzung sei, so weit definierte Termini wie z. B. „Citizenship“ zu fassen. Die individuelle Konstruktion von Identität wiederum sei nur über qualitative Methoden hinreichend zu erforschen, da sich soziale Identität durch Interaktion ständig (neu) kontextspezifisch bilde. Anhand einer Interviewsequenz zeigte Silverman auf, wie die Konstruktion von „Wirklichkeit“ zu gesellschaftlichen Phänomen wie z. B. „Racism“ in Gesprächen entstehen könne und die eigentliche Deutungshoheit über die Identitätskonstruktion dem Gegenüber überlassen werden könne. „The hearer is forced to judge the truth“, fasste Silverman zusammen. Qualitative Forschung könne folglich einen Beitrag dazu leisten, nachzuvollziehen, wie gesellschaftliche Phänomene auf individueller Ebene bzw. in der „world around us“ diskursiv verhandelt und individuell konstruiert würden.
Zum anderen waren zwei neu erschienene Bücher von Uwe Flick (Alice-Salomon-Fachhochschule, Berlin) Gegenstand einer der Sessions „Meet the Author“, bei denen die Gelegenheit bestand, mit ausgewählten Autorinnen und Autoren über aktuelle Bücher zu diskutieren. Die beiden besprochenen Neuerscheinungen bzw. -auflagen von Uwe Flick sind Handbücher qualitativer Forschung. Während das „Qualitative Research Kit“ (Flick 2007) in achtBänden einen aktuellen Überblick über verschiedene qualitative Methoden darstellt und einen praktisch orientierten Zugang für Forscherinnen und Forscher bieten möchte, ist „An Introduction to Qualitative Research“ (Flick 2006) als Einführung in die qualitative Forschung vor allem an Studierende gerichtet. Thomas Eberle (Universität St. Gallen) und Shalva Weil (Hebrew University Jerusalem) bewerteten diese beiden Handbücher qualitativer Forschung sehr positiv. Beide seien aktuell recherchiert, sehr umfassend, gut verständlich und pragmatisch ausgerichtet. Dies entspräche zudem dem Anspruch von Uwe Flick, einenÜberblick über die qualitative Forschungslandschaft zu geben und die verschiedenen Methoden und Ansätze qualitativer Sozialforschung für Forschende auf internationaler Ebene praktisch zugänglich zu machen.
In der Abschlusssession schlug Margaret Archer (University of Warwick) einen breiten theoretischen Bogen, um die Themen der Konferenz in die gegenwärtige soziologische Debatte einzuordnen. In ihrem Vortrag „From High Modernity to Nascent Globalisation: The New Reflexive Imperative and Transformations of Civil Society“ analysierte sie die veränderten Voraussetzungen, denen Individuen in der Moderne ausgesetzt seien. Hervorgerufen von vielfältigen Entwicklungen im Zuge der Globalisierung müssten Individuen aller gesellschaftlichen Schichten zunehmend „contextual discontinuities“, d. h. Veränderungen und auftretende Widersprüche abseits gewohnter Routinen reflektierend bewältigen und ihre Person in einen ständigen Aushandlungsprozess zwischen (sich verändernden) gesellschaftlichen Kontexten und individuellen Ansprüchen positionieren. Vergesellschaftung funktioniere in diesem Sinne zwar zum einen über instrumentelle Rationalität, zum anderen gewännen übergeordnete wertrationale Orientierungsmuster, die über die individuelle Reflexionsfolie hinausgingen, an Bedeutung. Diese würden gegenwärtig vor allem von europäischen Sozialen Bewegungen sowie dem „Dritten Sektor“[2] in der veränderten Zivilgesellschaft widergespiegelt. Laut Archer spielten diese Orientierungen gegenwärtig eine bedeutende Rolle, da individualisierte Lebenswelten nicht mehr durch den „Habitus“ (Bourdieu) bestimmt wären, und auch öffentliches Leben nicht durch eine Form der Individualisierung geprägt sei, die nur zu einer Selbstverwirklichung des Einzelnen tendiere (Beck). Dieser reflexive Zugang beziehe sich auch auf die Zivilgesellschaft an sich, „Conflict, Citizenship and Civil Society“ seien durch Transformationen und Aushandlungen bestimmt, die die gegenwärtige gesellschaftliche Lage widerspiegelten.
Die 8. ESA-Konferenz überwältigte allein durch ihre Größe und präsentierte eine sehr vitale und gut organisierte europäische Fachgemeinschaft. Dabei war die Vielfalt und Breite der bearbeiteten Themen ebenso imposant wie unüberschaubar, dadurch ging zum Teil der Blick für die Leitthemen der Konferenz „Conflict, Citizenship and Civil Society“ verloren. Das 552 Seiten starke Abstract Book wirkte eher abschreckend, als dass es für eine thematische Orientierung nützlich gewesen wäre. Das Fehlen einer vollständigen Namensliste aller Teilnehmer erschwerte nicht nur effizientes Selektieren, sondern auch gezieltes Networking. So verblieb man zumeist in dem Netzwerk, in dem man seinen Vortrag eingereicht hatte, mit dem Gefühl, dass eine der anderen 40 Sessions, die man gerade verpasste, möglicherweise lohnender gewesen wäre. Manchmal ist mehr eben wirklich zu viel.
[1] Im Juni 1996 wurde das Ciência Viva-Programm als Beitrag des portugiesischen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie zur Förderung der Wissenschafts- und Technologiekultur in der portugiesischen Bevölkerung ins Leben gerufen. Ciência Viva wird vom Strukturfonds der Europäischen Gemeinschaft gefördert. Es handelt sich um ein offenes Programm, das Bündnisse und autonome Maßnahmen durch drei grundlegende Instrumente fördert: durch ein Förderprogramm für experimentelles Lehren und für den Ausbau des naturwissenschaftlichen Unterrichts in Schulen, durch das nationale Netz von Ciência Viva-Zentren und durch nationale Kampagnen zur Sensibilisierung für die Wissenschaft.
[2] Unter dem Begriff „Dritter Sektor“ versteht man einen gesellschaftlichen Teilbereich „der durch ein Neben- und Miteinander von Marktmechanismus, staatlicher Steuerung und Leistung und gemeinschaftlicher bzw. familiärer Arbeit geprägt ist, in dem jedoch keiner dieser Mechanismen eindeutig vorherrscht” (Schubert, Klein 2006).
Flick, U. (Hg.), 2007: The SAGE Qualitative Research Kit. London, Thousand Oaks, New Delhi
Flick, U., 2006: An Introduction to Qualitative Research. 3. Aufl., London, Thousand Oaks, New Delhi
Schubert, K.; Klein, M., 2006: Das Politiklexikon. 4. Aufl., Bonn
TATuP-Redaktion