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TECHNIKFOLGENABSCHÄTZUNG Theorie und Praxis Herausgeber: Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) |
| Nr. 3, 16. Jahrgang - Dezember 2007, S. 142-144 |
Mindestens seit Proklamation einer „Dekade des Hirns“ (decade of the brain) in den 1990er Jahren erfährt die Hirnforschung weit über die Forschungspolitik und Expertenkreise hinaus starke Aufmerksamkeit. In seiner Untersuchung des Forschungs-, Entwicklungs- und Anwendungsstands in den Bereichen Hirnforschung, Psychopharmaka und Neurotechnologien hat sich das TAB mit diesem vielschichtigen und brisanten Thema befasst. Wesentliche Ergebnisse der Studie wurden von TAB-Mitarbeiter Arnold Sauter am 19. September 2007 im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung präsentiert. Seine Ausführungen stießen auf lebhaftes Interesse der anwesenden Mitglieder des Deutschen Bundestages. Sehr positiv wurde aufgenommen, dass und wie der TAB-Bericht bei der Bearbeitung des Themas einen weiten Bogen spannt: von der Grundlagenforschung und medizinischen Anwendungen (z. B. im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen) über philosophische Grundsatzfragen bis hin zu gegenwärtigen, sich abzeichnenden und visionären Möglichkeiten einer leistungs- oder wohlbefindenssteigernden Alltagsnutzung von Anwendungen aus der Hirnforschung. Die Untersuchung wurde als TAB-Arbeitsbericht Nr. 117 („Hirnforschung“) veröffentlicht.
Die mittlerweile als Zukunftsreport „Arbeiten in der Zukunft“ vorgelegten Untersuchungsergebnisse des TAB zu Strukturen und Trends der Industriearbeit tragen offenkundig dazu bei, einen erheblichen politischen Beratungsbedarf zu dieser Thematik zu decken. Diesen Schluss legen die Reaktionen der Abgeordneten im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung auf die Ausführungen des Projektleiters Steffen Kinkel am 13. Juni 2007 nahe, die auf starkes Interesse stießen. In der sich anschließenden Aussprache wurde insbesondere das im Bericht herausgearbeitete, sich abzeichnende „doppelte Dilemma“ der zukünftigen Arbeitswelt intensiv debattiert: der Mangel an Fachkräften einerseits und der Abbau von Arbeitsplätzen für weniger Qualifizierte andererseits. Aufgrund zunehmender internationaler Konkurrenz und dynamischer Entwicklungen in Schlüsselbereichen (wie den Bio-, Nano- und Informationstechnologien) drohen sich diese Entwicklungen weiter zu verschärfen. Der Bericht empfiehlt daher ein politikfeldübergreifendes Gegensteuern. Die Untersuchung wird als TAB-Arbeitsbericht Nr. 113 erscheinen.
Die TAB-Arbeitsberichte „Alternative Kulturpflanzen und Anbauverfahren“ (BT-Drs. 16/3217) und „Precision Agriculture“ (BT-Drs. 16/3218) wurden am 13. Juni 2007 in erster Lesung in der 102. Sitzung des Deutschen Bundestages zur Beratung an die Ausschüsse überwiesen.
Die Abnahme des TAB-Arbeitsberichts „Hirnforschung“ (erscheint als Nr. 117) im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung erfolgte am 19. September 2007 (vgl. oben stehenden Bericht), die des Innovationsreports „Forschungs- und wissensintensive Branchen: Optionen zur Stärkung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit“ bereits am 4. Juli 2007 (erscheint als TAB-Arbeitsbericht Nr. 116).
Der Sachstandsbericht des TAB zum Thema „Industrielle stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe“ wurde am 23. Mai 2007 im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung abgenommen und ist als TAB-Arbeitsbericht Nr. 114 veröffentlicht (vgl. unten stehenden Bericht). Bereits am 25. April 2007 erfolgte die Abnahme des Zukunftsreports „Arbeiten in der Zukunft – Strukturen und Trends in der Industriearbeit“ (vgl. oben stehenden Bericht). Die beiden letztgenannten Berichte werden derzeit als Bundestagsdrucksachen vorbereitet.
TAB-Arbeitsbericht Nr. 115: „Zielgruppenorientiertes eLearning für Kinder und ältere Menschen“ (März 2007; Verfasser: Simone Kimpeler, Peter Georgieff, Christoph Revermann)
Der Bericht ist eine weitere Veröffentlichung, die aus den umfangreichen Arbeiten des TAB zum Thema eLearning hervorgegangen ist (vgl. die TAB-Arbeitsberichte Nr. 105 und Nr. 107 sowie die TAB-Hintergrundpapiere Nr. 11 und Nr. 14). Die vorherigen Untersuchungen des TAB hatten Zielgruppendifferenzierung als Schlüssel für erfolgreiche eLearning-Konzepte identifiziert. Dieser Aspekt wird im Bericht für die beiden Zielgruppen ‚Kinder’ und ‚ältere Menschen’ aufgegriffen. Ausgehend von deren Mediennutzungsverhalten wird der entsprechende Markt für eLearning einer Analyse unterzogen. Dabei werden auch Praxisbeispiele vorgestellt sowie Angebotsstrukturen und Nachfrageaspekte näher beleuchtet. Schließlich wird ein Ausblick auf die Potenziale des eLearning für Kinder und ältere Menschen sowie Hinweise auf Gestaltungs- und Handlungsoptionen gegeben.
Der Bericht steht im Internet als pdf-Datei unter http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab115.pdf zur Verfügung.
TAB-Arbeitsbericht Nr. 114: „Industrielle stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe“ (März 2007; Verfasserin: Dagmar Oertel)
Dieser Bericht entstand im Rahmen des TAB-Monitoring „Nachwachsende Rohstoffe“ und untersucht schwerpunktmäßig die Bandbreite der Möglichkeiten stofflicher Nutzung nachwachsender Rohstoffe, die sich im Gegensatz zur energetischen Nutzung durch eine hohe Komplexität möglicher Erzeugungs- und Herstellungspfade sowie Forschungs- und Anwendungsfelder auszeichnet.
Aus nachwachsenden Rohstoffen werden heute z. B. Biokraftstoffe hergestellt. Neben dieser energetischen Nutzung können nachwachsende Rohstoffe aber auch stofflich - d. h. ähnlich wie heute Erdöl - zunächst in eine breite Produktpalette überführt werden. Dies ist die Grundidee so genannter Bioraffinerien, die zukünftig entstehen könnten. Heute gibt es bereits eine Palette an Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen, die zudem ein beachtliches Innovationspotenzial aufweisen (z. B. Verbundwerkstoffe aus thermoplastischen Kunststoffen und Holzfasern oder bioabbaubare Folien). Sie stoßen daher verstärkt auf industrielles Interesse. Auch aus politischer Sicht rückt die Vision einer schadstoffarmen und ressourcenschonenden Versorgung mit Grundchemikalien und daraus hergestellten Produkten ins Blickfeld. Die Einbeziehung der energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe als Vergleichsebene machte zudem eine Einordnung der stofflichen in die gesamte Nutzung vorhandener Biomasseressourcen möglich, wodurch wesentliche Facetten der anstehenden Flächen- und Nutzungskonkurrenzen aufgezeigtwerden. Überdies erfolgte explizit die Einbeziehung zukünftiger „Bioraffinerie- Systeme“, die auch in den Analysen des Berichts zu ökologischen Gesichtspunkten gesondert betrachtet werden. Der Bericht ist im Internet als pdf-Datei auf http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab114.pdf verfügbar.
TAB-Arbeitsbericht Nr. 119: „Tätigkeitsbericht 2006 des TAB“ (Juni 2007). Der Bericht ist als pdf-Datei unter http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab119.pdf abrufbar.
Als neuer Band in der Reihe „Studien des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag“ der edition sigma ist das Buch „Biobanken als Ressource der Humanmedizin. Bedeutung, Nutzen, Rahmenbedingungen“ erschienen (Autoren: Christoph Revermann, Arnold Sauter).
Biobanken, also wissenschaftliche Sammlungen menschlicher Körpersubstanzen, die genetische und weitere personenbezogene Informationen liefern, stehen im Brennpunkt des biomedizinischen Diskurses, weil die Nutzung menschlicher Biomaterialien zu Forschungszwecken zwar erhebliche Potenziale bietet, aber auch rechtliche, ethische und forschungspolitische Herausforderungen und Probleme mit sich bringt. Das Buch erschließt insofern Neuland, als erstmals auf die große Vielfalt von Biobanken im In- und Ausland umfassend eingegangen wird. Die Autoren analysieren überdies die Rechtslage, die Forschungspraxis sowie die darauf bezogenen Diskurse. Es werden politisch-gesellschaftliche Handlungsoptionen vorgestellt, wie das Potenzial von Biobanken in qualitätssichernder, kontrollierter Weise medizinisch und ökonomisch nutzbringend zu erschließen ist. Die Studie stellt dabei auch einen Beitrag zur Einschätzung der Chancen und Herausforderungen dar, die in diesem Feld für den Forschungsstandort Deutschland bestehen.
Die Buchpublikation basiert auf dem TAB-Arbeitsbericht Nr. 112 „Biobanken für die humanmedizinische Forschung und Anwendung“ (Dezember 2006; gleiche Verfasser). Die Zusammenfassung des Berichts ist als pdf-Datei unter http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab112.htm verfügbar.

Die Druckexemplare des TAB können schriftlich per E-Mail oder Fax beim Sekretariat des TAB bestellt werden:
Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag
Neue Schönhauser Straße 10
10178 Berlin
Fax: +49 (0) 30 / 28 49 11 19
E-Mail:
buero@tab.fzk.de
Internet:
http://www.tab.fzk.de
(Christopher Coenen)
TATuP-Redaktion