TECHNIKFOLGENABSCHÄTZUNG – Theorie und Praxis
Herausgeber: Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Nr. 3, 17. Jahrgang - Dezember 2008, S. 146-147


Netzwerk TA
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Das Projekt TRANSDISS

Doktorandinnen und Doktoranden im breit verstandenen Themenfeld TA (Technikfolgenabschätzung / Technology Assessment, Praktische Ethik, Systemanalyse, Risikoforschung, Technikgestaltung für nachhaltige Entwicklung, Innovations-, und Technikanalyse, Zukunftsforschung) stellen sich gemeinhin transdisziplinären Fragestellungen, denen sie sich aus einem disziplinären Blickwinkel annähern. Der disziplinäre Anteil ist über die Fakultäten gedeckt. Dieses Projekt „Disziplinäre Forschung in der Transdisziplinarität – Dissertationen in der Technikfolgenabschätzung“ (TRANSDISS) bietet demgegenüber eine Reflektionsplattform für die transdisziplinären Anteile.

TRANSDISS ist gefördert von der „Innovations- und Technikanalyse“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und finanziert eine Folge von neun bis zehn Workshops. Diese verfolgen zwei Ziele:

  1. Es werden Konzepte der TA im oben angedeuteten Sinn vorgestellt und diskutiert. Damit werden die Grundlagen der TA vermittelt.
  2. Die Doktorandinnen und Doktoranden stellen jeweils den aktuellen Stand ihrer Arbeiten vor und haben die Möglichkeit, ihre Ergebnisse im transdisziplinären Kontext zu diskutieren.

Es sind jeweils drei Treffen im Jahr vorgesehen, ggf. im Rahmen der NTA-Konferenzen. Die Ergebnisse der Diskussionen im Projekt sollen in Vorträgen und Postern auf den Konferenzen des Netzwerks TA vorgestellt werden. Damit wird ein Anschluss des Nachwuchses an die TA-Community erreicht. Anträge zur Aufnahme in das Projekt können während der gesamten Laufzeit, auch aktuell, gestellt werden. Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist begrenzt.

Gefördert werden Doktorandinnen und Doktoranden, die sich in der Dissertation transdisziplinären TA-Fragen stellen. Bezahlt werden die Reise- und Übernachtungskosten zu den Workshops und zu den Konferenzen des Netzwerks TA. Bitte bewerben Sie sich per E-Mail-Anhang oder Post mit einem Motivationsschreiben, einem Lebenslauf, einer aussagekräftigen Kurzdarstellung des Dissertationsvorhabens sowie einem kurzen Empfehlungsschreiben des Betreuers / der Betreuerin der Doktorarbeit beim Projektleiter Michael Decker.


TRANSDISS Kick-Off-Meeting in Wien

Ende Mai 2008 fand unmittelbar vor der dritten Tagung des Netzwerks TA (NTA3) das erste Treffen des Projekts TRANSDISS statt. Seit dem offiziellen Beginn des Projekts im Januar 2008 hatten sich zwölf Doktorandinnen und Doktoranden erfolgreich für die Teilnahme in dem Projekt beworben und nahmen infolgedessen dann auch an dem ersten Treffen teil. Als externer Referent zum Thema „Transdisziplinäre Forschung in der Praxis“ konnte Christian Pohl, Co-Leiter des „td-net for Transdisciplinary Research“ gewonnen werden. Pohl verfasste zusammen mit Gertrude Hirsch Hadorn das Buch „Gestaltungsprinzipien für die transdisziplinäre Forschung“.

In seinem Vortrag zielte Christian Pohl zunächst ab auf die Abgrenzung transdisziplinärer Forschung von angewandter und Grundlagenforschung über die unterschiedlichen Arten der darin bearbeiteten Problemstellungen. Anschließend wies er auf die Unterschiede zur interdisziplinären Forschung hin, die zwar über wissenschaftliche (universitäre) Disziplingrenzen hinweg, aber eben innerhalb der Wissenschaft stattfindet. Ausgang transdisziplinärer Forschung (TF) nach Pohl ist dann ein gesellschaftlich relevantes Problemfeld, welches durch TF strukturiert, analysiert und bearbeitet wird. Dies geschieht in der Art, dass

  1. die Komplexität der Probleme erfasst,
  2. die Diversität von gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Sichtweisen der Probleme berücksichtigt,
  3. abstrahierende Wissenschaft und fallspezifische Relevanz des Wissens verbunden und
  4. Wissen zu einer am Gemeinwohl orientierten praktischen Lösung der Probleme erarbeitet wird.

Die Diskussion während und nach dem Vortrag umfasste nicht nur die von Pohl eingeführte Gemeinwohlorientierung, sondern fokussierte auch immer wieder auf die methodische Umsetzung transdisziplinären Forschens. Und hierbei besonders auf die Frage, wie und in welchem Maße partizipative Methoden in der TF berücksichtigt werden sollten.

Am zweiten Tag des Treffens wurden von den Doktorandinnen und Doktoranden die zukünftigen Themen erarbeitet, die bei den kommenden Projekttreffen behandelt werden könnten. In Gruppenarbeit wurden folgende Themencluster entwickelt:


Das Netzwerk TA

Das Netzwerk TA ist ein Zusammenschluss von WissenschafterInnen und ExpertInnen im Themenfeld „Technikfolgenabschätzung“. Das Netzwerk dient dem Ziel, Informationen auszutauschen, gemeinsame Forschungs- und Beratungsaufgaben zu identifizieren, methodische Entwicklungen zu initiieren und zu begleiten sowie den Stellenwert der TA in Wissenschaft und Gesellschaft auszubauen. Gleichzeitig dient das Netzwerk als Plattform für gemeinsame Kooperationen und Aktionen. Die Adresse des „Netzwerk TA“ im Web lautet http://www.netzwerk-ta.net.

Kontakt

PD Dr. Michael Decker
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Forschungszentrum Karlsruhe
Postfach 36 40, 76021 Karlsruhe
Tel.: +49 (0) 721 / 608 - 230 07
Fax: +49 (0) 721 / 608 - 248 06
E-Mail: decker@itas.fzk.de

Erstellt am: 16.01.2009 - Kommentare an: E-Mail an dieTATuP-Redaktion