Annette Henn
Posterpräsentation auf der ersten Konferenz des Netzwerks TA: Technik in einer fragilen Welt. Die Rolle der Technikfolgenabschätzung, 24. - 26. November 2004, Berlin
Der Beitrag stellt ausgewählte Ergebnisse eines am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Fachhochschule Merseburg bearbeiteten Forschungsprojektes zum Thema Qualität von Naturangeboten in urbanen Landschaften. Analogien zu betriebswirtschaftlichen Ansätzen der Produktpolitik vor. Gefördert wurde die Projektbearbeitung durch das UFZ Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH, Department Ökonomie, Soziologie und Recht (vormals Projektbereich Urbane Landschaften). Sie ist dort eingebettet in das Verbundprojektes 3.1: Stadtnatur. Management von Natur in urbanen Landschaften.
Die in Raumordnungsverfahren involvierten Akteure sehen sich heute mit der Forderung konfrontiert, ihre Entscheidungen an den Erfordernissen einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten, welche die natürlichen Lebensgrundlagen sichert, Mehrfachnutzungen der Landschaft möglichst konfliktarm gestaltet und die Rechte zukünftiger Generationen angemessen berücksichtigt. Trotz weitreichender Forschungsbeiträge der unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen zur Entwicklung von Landschaftsanalyse- und -bewertungsverfahren fehlt es in der Praxis von Landschaftsplanung und -entwicklung immer noch an entscheidungsunterstützenden Methoden, die eine angemessene Umsetzung des Nachhaltigkeitspostulats in den einzelnen Planungsebenen ermöglichen.
Es bedarf jedoch weniger der Entwicklung neuer Verfahren zur Beurteilung räumlicher Strukturen, Nutzungen, Funktionen und Potenziale, sondern vielmehr der Suche und begründeten Auswahl von geeigneten Bewertungsmaßstäben, welche Entscheidungen zur Landschaftsentwicklung transparent werden lassen.
Hauptziel der vorliegenden Arbeit war die Entwicklung einer Planungsmethodologie zum Management auftretender Landnutzungskonflikte. Die Verfahrensanwendung sollte eine operationale Unterstützung von Entscheidungen zum nachhaltigen Landschaftswandel gewährleisten. Aus dieser Zielstellung leiten sich die drei folgenden Bestandteile des entwickelten integrierenden Landschaftsplanungsverfahrens ab:
Den Ausgangspunkt für die Bearbeitung der Thematik bildete die These, dass viele Veränderungen des natürlichen und naturnahen Potenzials einer Landschaft eine Folge des menschlichen Handelns sind. Die Verfahrensentwicklung mündet deshalb in einen integrierenden Landschaftsplanungsmodus, der auf der Erkenntnis fußt, dass die Umsetzung von Konzepten zur Vermeidung oder Lösung von Landnutzungskonflikten nur durch Partizipation der von raumordnerischen Konzepten Betroffenen und Mitwirkenden möglich ist.
Die Verfahrensanwendung lässt nicht nur Empfehlungen zur Lösung von Konfliktfeldern zu, sondern unterstützt vielmehr auch die Suche nach Strategien für eine nachhaltige Gestaltung und Vermarktung von Landschaften. Das Planungsverfahren wird im Sinne einer erweiterten Stakeholder-Ökonomie erarbeitet.
Zur Spezik der Methodenentwicklung wurde u. a. in: Henn, A. / Patz, R.: Qualität des Naturdargebotes in der Landnutzung. Soziale und ökonomische Bewertung als Instrument der Entscheidungsunterstützung - In: Technikfolgenabschätzung - Theorie und Praxis, ITAS Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Forschungszentrum Karlsruhe (Hrsg.), [Nr. 2, 12. Jg. 2003, S. 104-110] referiert.
Annette Henn
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