Andreas Köhler
Posterpräsentation auf der ersten Konferenz des Netzwerks TA: Technik in einer fragilen Welt. Die Rolle der Technikfolgenabschätzung, 24. - 26. November 2004, Berlin
Pervasive Computing ist eine zukünftige Anwendungsform von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT), die durch Miniaturisierung und Einbettung von Mikroelektronik in andere Objekte sowie ihre Vernetzung und Allgegenwart im Alltag gekennzeichnet ist. Anders als die meisten heutigen ICT-Produkte können die Komponenten des Pervasive Computing ausserdem ihren Aufenthaltsort und weitere Merkmale der Situation erfassen, ohne dass der Benutzer dies aktiv veranlasst (Kontextsensitivität). Eine solche im Alltag vieler Menschen allgegenwärtige und gleichzeitig unauffällige Technologie kann weit reichende Auswirkungen für das Individuum und die Gesellschaft als Ganzes hervorrufen. Neben der Erwartung vielfältiger Vorteile steht die Besorgnis über mögliche unerwünschte Nebeneffekte des Pervasive Computing im Raum.
Ziel der im Auftrag des Schweizer Zentrums für Technologiefolgenabschätzung durchgeführten Studie ist es:
Der Zeithorizont der Untersuchung in Bezug auf die Technologie- und Marktentwicklung wurde in eine Nahperspektive (2007) und eine Fernperspektive (2012) aufgeteilt. Die Abschätzung der zukünftigen Entwicklung und ihrer Chancen und Risiken stützt sich auf eine interdisziplinäre Herangehensweise. Die Methoden reichten von Literaturauswertung, Trendextrapolation, Szenarien, Expertenworkshops bis zur Entwicklung eines Filters zur qualitativen Beurteilung von Risiken.
Das Augenmerk der Risikobeurteilung lag neben den Umweltwirkungen des Pervasive Computings und den Gesundheitswirkungen der emittierten nicht-ionisierenden Strahlung auch auf den sozialen und ökonomischen Auswirkungen. Es stellt sich heraus, dass die meisten gesellschaftlichen Effekte dieser neuen Technologie sowohl eine vorteilhafte als auch eine nachteilige Seite aufweisen. Solche Janus-Effekte zeichnen sich häufig durch eine Ungleichverteilung von Chancen und Risiken innerhalb der Gesellschaft aus. Wenn Teilgruppen der Gesellschaft oder zukünftige Generationen unfreiwillig mit Nachteilen einer technologischen Entwicklung konfrontiert werden ohne einen adäquaten Nutzen daraus zu ziehen können Konflikte entstehen. Das Poster zeigt zusammenfassend gesellschaftlich relevante Chancen und Risiken auf, die durch Pervasive Computing zu erwarten sind. Ebenfalls dargestellt wird eine Übersicht zu möglichen Massnahmen zur Vermeidung solcher Risiken im Sinne des Vorsorgeprinzips.
Lorenz Hilty et al. Das Vorsorgeprinzip in der Informationsgesellschaft: Auswirkungen des Pervasive Computing auf Gesundheit und Umwelt. Studie des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung. TA 46 / 2003
Andreas Köhler
Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA)
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