Johannes Simons, Bettina Rudloff
Vortrag auf der ersten Konferenz des Netzwerks TA: Technik in einer fragilen Welt. Die Rolle der Technikfolgenabschätzung, 24. - 26. November 2004, Berlin
Bei Lebensmitteln werden Verbraucher mit Ängsten und Hoffnungen der Globalisierung und des technischen Fortschritts unmittelbar und alltäglich im Rahmen der Kaufentscheidungen konfrontiert. Daher ist die Konfrontation mit und der Bedarf an Informationen im Anwendungsfall Lebensmittel besonders ausgeprägt. Die Verbraucherschutzpolitik erscheint damit als geeignetes Fallbeispiel zur Analyse der Auswirkungen von Risikokommunikation auf Entscheidungsprozesse.
Die Zielsetzung des Konferenzbeitrages besteht darin, Bedeutung und Wirkungsweise von Risikoinformationen und Kommunikation für eine selbst bestimmte Konsumentenentscheidung darzustellen und damit Anforderungen für politische Entscheidungssysteme im Hinblick auf eine angemessene Verbraucherschutzpolitik abzuleiten.
Die wissenschaftliche Risikobewertung nimmt sowohl in den internationalen Handelsvereinbarungen (SPS-Abkommen der WTO) als auch im Rahmen des Reformprozesses der europäischen Lebensmittelsicherheitspolitik einen zentralen Stellenwert für eine transparente und rationale Verbraucherschutzpolitik ein.
Eine entsprechende wissenschaftsbasierte institutionelle Umsetzung erfolgt in der EU durch die neue Europäische Lebensmittelbehörde und korrespondierende Verantwortlichkeiten auf Ebene der Mitgliedsstaaten, z. B. in Deutschland durch das neue Bundesinstitut für Risikobewertung.
Wissenschaftsbasierte Verbraucherschutzpolitik erfährt ihre Grenze durch die Informationsverarbeitung des Verbrauchers, dessen souveräne Entscheidung über individuelles Risikoverhalten gehemmt wird durch
Die Fähigkeit und die Bereitschaft, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und in eigene Handlungen umzusetzen sind demnach Kernfaktoren für den Erfolg einer am Leitbild des souveränen Konsumenten ausgerichteten Verbraucherschutzpolitik.
Aus unterschiedlichen empirischen Studien [1] auf der Basis von Tiefeninterviews zur Informationsaufnahme und -verarbeitung lassen sich folgende Ergebnisse herausstellen:
Auf Basis dieser Ergebnisse zum Informationsverhalten lassen sich zwei grundsätzliche politische Strategien für wirkungsvolle Risikokommunikation ableiten:
In der Anwendung auf die bestehende Lebensmittelpolitik in der EU und Deutschland wird abschließend identifiziert, welche realen Spielräume es für diese Ansätze gibt, welche Defizite und damit welches Verbesserungspotenzial existieren.
In der Anwendung auf die bestehende Lebensmittelpolitik in der EU und Deutschland wird abschließend identifiziert, welche realen Spielräume es für diese Ansätze gibt, welche Defizite und damit welches Verbesserungspotenzial existieren.
[1] Z.B. Gutachten für das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (2003): Ansätze moderner Verbraucherinformation. Berlin. Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit (2003): Ansätze zur Verbesserung der Folsäureversorgung in Deutschland durch kommunikative Maßnahmen. Empirische Studie im Rahmen eines Projektes in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit.
Dr. Johannes Simons
Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn
Institut für Agrarpolitik, Marktforschung und Wirtschaftssoziologie
Nussalle 21
53115 Bonn
E-Mail:
simons@agp.uni-bonn.de
Dr. Bettina Rudloff
Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn
Institut für Agrarpolitik, Marktforschung und Wirtschaftssoziologie
Nussalle 21
53115 Bonn
E-Mail:
rudloff@agp.uni-bonn.de
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