Verwaltungsinformatisierung, Vernetzung und kommunale Planungsprozesse. Eine Mikro-Analyse des Electronic Government

Matthias Werner

Posterpräsentation auf der ersten Konferenz des „Netzwerks TA“: „Technik in einer fragilen Welt. Die Rolle der Technikfolgenabschätzung“, 24. - 26. November 2004, Berlin


Abstract

Das hier vorzustellende - politikwissenschaftliche - Dissertationsprojekt widmet sich den Auswirkungen der Informatisierung von Kommunalverwaltungen auf Prozesse der Planung und Entscheidungsfindung. Hierzu nimmt es eine Perspektive ein, die bisher in der Beschäftigung mit Electronic Government (E-Government) nur wenig Beachtung gefunden hat. Die Untersuchung konzentriert sich - im Gegensatz zu Ansätzen, die E-Government primär als neues Vertriebskonzept für Verwaltungsdienstleistungen begreifen - auf einen spezifischen Aspekt der (maßgeblich internen) Vernetzung, indem sie die Analyse verwaltungsweit integrierter Geographischer Informationssysteme (GIS) zu ihrem Ausgangspunkt macht. Diese Systeme werden sowohl für Planungsaktivitäten, das Management raumbezogener Daten, Informationen und Wissensbestände als auch für Auskunftsdienste und Leistungserbringung eingesetzt. Die verwaltungsweite Vernetzung von GIS erweist sich aufgrund der Querschnittsbedeutung raumbezogener Informationen für die Arbeit kommunaler Verwaltungen als eine entscheidende technische Basis für kommunales E-Government. Veränderungen von Verwaltungspraktiken und der Wissensordnung in Verwaltungen lassen sich somit auch bzw. gerade anhand einer Untersuchungsperspektive, die auf Effekte der GIS-Vernetzung fokussiert, erfassen und analysieren.

In meinem Poster sollen neben der inhaltlichen und methodischen Konzeption der Arbeit auch erste Auswertungen des empirischen Teils meines Dissertationsprojekts vorgestellt werden. In Anlehnung an Ansätze einer „Mikro-Policy-Analyse“ geht es hierbei um die kleinteilige Analyse kommunaler Planungs- und Entscheidungsprozesse. Hierzu werden zwei Fallstudien in deutschen Großstädten (Würzburg, N.N.) durchgeführt, deren methodischen Kern Feldphasen zur teilnehmenden Beobachtung bilden. Ziel ist es, spezifische Praktiken, die mit dem Einsatz von GIS in der (planenden) Verwaltung verbunden sind, zu identifizieren. Ergänzt werden die so gewonnenen Beobachtungen durch die Analyse der Konzeptionen der jeweiligen Informatisierungsprojekte sowie durch Interviews mit Verwaltungsmitarbeitern.

Der - durch die theoretische Analyse technischer Funktionalitäten, Potenziale und Systembeschränkungen notwendigerweise vorinformierte - Blick auf die zu beobachtenden Interaktionen in den und mit den Systemen richtet sich vor allem auf folgende Aspekte:

Dieses Material kann schließlich mit den vielfach formulierten Erwartungen an E-Government, durch welches die Verwaltung nicht nur effizienter, effektiver und kostengünstiger, sondern auch bürgernäher, kommunikationsfähiger und insgesamt partizipationsfördernder werden soll, konfrontiert werden. Daneben soll die Untersuchung nicht zuletzt auf ihre Anschlussfähigkeit an bisherige TA-Studien zu E-Government, an die politikwissenschaftliche Verwaltungs- und Technikforschung sowie an die Methodenentwicklung in diesen Bereichen hin befragt werden. Im Zentrum stehen dabei die Mikro-Perspektive der Untersuchung und der von ethnographischen Verfahren inspirierte empirische Teil der Arbeit.


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Matthias Werner
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Erstellt am: 21.10.2004 - Kommentare an: webmaster@itas.fzk.de

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