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Technology Assessment in der Weltgesellschaft
22. - 24. November 2006, Berlin, Neue Mälzerei des Umweltforums
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Brigitte Biermann
Abstract zum Vortrag
Donnerstag, 23. November 2006,
Sektion 2 Globale Politik, 17:20 Uhr
Im Nachhaltigkeitsdiskurs werden neue Governanceformen insbesondere im Bereich der Kooperation von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren als Lösungsansätze für komplexe Problemstellungen normativ postuliert. Ergänzende Governanceformen sollen repräsentativdemokratische Verfahren von der Programmformulierung bis zur Implementation zu besseren Ergebnissen führen.
Dieser Beitrag stellt Ergebnisse einer Untersuchung vor, die anstelle dieser normativen Ausrichtung zur Analyse von Nachhaltigkeitsprozessen explorative Kriterien erarbeitet und empirisch überprüft hat.
Dazu wurden Netzwerk-Analyse-Ansätze aus der sozialwissenschaftlichen Technikforschung auf soziale Netzwerke übertragen. Insbesondere aus technologischen Entwicklungen bekannte Dynamiken, wie z. B. soziale Öffnungs- und Schließungsmechanismen sowie Sektoren bzw. Politikfelder übergreifend angelegte Innovationsmechanismen wurden in Analysekriterien transformiert und für soziale Prozesse handhabbar gemacht.
Die anhand dieser Analysekriterien untersuchten politischen Prozesse zeigen im Ergebnis, dass iterative und reflexive Elemente für die Herausbildung und Entwicklung sozialer Netzwerke und komplexe Nachhaltigkeitsinhalte realisierende Politikprozesse konstitutiv waren.
Die Kriterien wurden anhand von Ergebnissen aus empirischen Untersuchungen über lokale und regionale Nachhaltigkeitspolitik im Feld Ernährung evaluiert.
Die Ergebnisse der empirischen Analyse weisen dem rechtlichen Rahmen EU einen wichtigen Stellenwert zu; globale Einflüsse sind eher national und europäisch gefiltert. Zudem richtet sich der Technologiebezug der empirischen Untersuchung weniger auf global verbreitete neue Technologien, sondern vielmehr auf lokal bis regional adaptierte und damit eher auf Verbesserungs- als auf Basis-Innovationen. Die empirisch nachgewiesenen Netzwerk-Formen lassen jedoch Schlüsse für die Beratung zu. Lokale bis regionale Parlamente und Verwaltungen können vorhandene Kapazitäten für nachhaltige Entwicklung nutzen und sich entlasten, indem sie interne Netzwerke gegenüber AkteurInnen aus fremden Policies öffnen. Verfahrensänderungen können durch Nachhaltigkeitserfolge nach innen legitimiert werden. Zudem erlaubt eine Rückübertragung der für soziale Netzwerke adaptierten Analyse-Kriterien auf technologiebezogene Innovationsnetzwerke, weiterführende Thesen für TA-Governance-Modelle aufzustellen.
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