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Technology Assessment in der Weltgesellschaft
22. - 24. November 2006, Berlin, Neue Mälzerei des Umweltforums
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Dr. Alexander Bogner / Wolfgang Menz
Abstract zum Vortrag
Donnerstag, 23. November 2006,
Sektion 1 Globale Technik, 14:50 Uhr
Trotz wachsender Internationalisierung der Forschungsnetzwerke im Bereich der Stammzellforschung sind die politischen und rechtlichen Regulationsformen noch relativ stark an die nationalstaatlichen Rahmen gebunden. In der Konkurrenz der Nationalstaaten spielen Wahrnehmungen der Wettbewerber eine wesentliche Rolle (globale Konkurrenz der Forschungsstandorte). Der internationale Top-Star der Stammzellforschung war der Koreaner Hwang Woo-Suk, der in Europa zum Symbol zugleich für eine ethisch weitgehend unregulierte und zugleich politisch-ökonomisch massiv unterstütze asiatische Forschungsstrategie geworden war.
Der Fall Hwang – vom Stolz Koreas zum Forschungskriminellen – wirft die Frage auf, welche Rolle Ethik und wissenschaftliche Standortpolitik im Spannungsfeld der Globalisierung der Forschungsnetzwerke und räumlich gebundenen Regulationsformen wirklich haben. In unserem Beitrag stellen wir zunächst dar, wie die spektakulären asiatischen Klon-Erfolge in Deutschland rezipiert wurden, gerade in wissenschaftspolitischer Hinsicht. In diesem Zusammenhang werden wir deutlich machen, dass entgegen gängiger Vorurteile Ethikkommissionen und der ethische Diskurs als Reflexionsinstanzen auch in Korea eine wichtige Rolle spielen.
Mit der zu beobachtenden Ethisierung von Technik- und Wissenschaftskonflikten ergibt sich für die Biomedizin die Notwendigkeit, in der Begründung und Legitimation der Forschung sich konstruktiv auf den bioethischen Diskurs beziehen müssen. Im Falle Hwangs war dies mitverantwortlich seinen Versuch, im Vorgriff auf eine ethisch begründete und absehbar schärfere Regulierung der Stammzellforschung in Südkorea buchstäblich Fakten zu schaffen, um diesen Prozess zu beeinflussen. Auf diese Weise wird deutlich, dass man den Fall Hwang besser versteht, wenn man ihn vor dem Hintergrund dessen diskutiert, was wir als ethische Rahmung von Technik und Wissenschaft bezeichnen.
Abschließend diskutieren wir, welche Auswirkungen der weltweite Ethik-Boom (der sich z. B. in der Einrichtung von nationalen Ethikräten dokumentiert) für die TA hat. Verlagert sich die Reflexion über Technikfolgen und Innovationsdynamiken im Bereich der Biomedizin in Bioethikkommissionen? Welche Aufgaben blieben in so einem Fall für die institutionalisierte TA?
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