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Technology Assessment in der Weltgesellschaft
22. - 24. November 2006, Berlin, Neue Mälzerei des Umweltforums
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Dr. Arnd Weber
Abstract zum Vortrag
Freitag, 24. November 2006,
Sektion 1 Globale Technik, 10:50 Uhr
Im Call for Paper wird postuliert, dass Technikverwendung und -diffusion zunehmend global verlaufen und die Einflüsse regionaler Kulturen kleiner würden. In diesem Beitrag wird die unterschiedliche Entwicklung mobiler Datendienste in Deutschland und Japan verglichen. Dabei wird der Einfluss kultureller Faktoren analysiert.
Die Ursachen dafür, dass sich bestimmte mobile Datendienste, wie Internet-Dienste, in Japan besser verkaufen lassen, seien, so wird häufig vermutet, kultureller Natur, wie stärkeres Interesse an Spielen und unterschiedliche Lebensgewohnheiten wie längeres Pendeln. In diesem Paper soll die Hypothese untermauert werden, dass diese kulturellen Unterschiede keinen entscheidenden Einfluss auf die Nutzung mobiler Datendienste haben. Mobile Internet-Dienste würden in Deutschland sicherlich ähnlich wie in Japan genutzt, wenn sie ähnlich leicht und preiswert zu benutzen wären, wie die Internet-Dienste auf dem Festnetz.
Die Gründe für die Vielzahl neuer Anwendungen und für hohe Umsätze auf dem japanischen Markt sind vielmehr, dass er sich durch den Wettbewerb in der Mobilfunk-Infrastruktur schneller entwickelt und dass die Kundenorientierung, kulturell mitbedingt, sehr hoch ist. Insofern spielen kulturelle Dimensionen und die Regulierung des Radiospektrums eine Rolle. Dagegen charakterisiert den mobilen Datenmarkt in Deutschland, dass die Betreiber alle i.W. dieselbe Technik verwenden - es ist also kein Infrastrukturwettbewerb vorhanden. Die Verwendung GSM-spezifischer Techniken, relativ hohe Messaging-Preise, Dienstemängel und die Spektrumsregulierung, die keinen Infrastrukturwettbewerb fördert, verhinderten bislang eine Entwicklung des mobilen Internets wie in Japan.
Regionale Technikentwicklungen, wie GSM in Europa, die entsprechenden Systeme in Japan, sowie Internet-Techniken aus den USA und die dahinterstehenden Einflussfaktoren spielten damit bislang eine wichtige Rolle in der Marktentwicklung.
Auch in Zukunft werden die Unterschiede in den Wettbewerbs- und Qualitätsorientierungen und in den Spektrumsregulierungen die globale Wettbewerbsfähigkeit im Mobilfunk bestimmen, so die Hypothese des Beitrags. Es ist anzunehmen, dass die Regulierung in Europa mit ihrer Fixierung auf mobilfunkspezifische Standards zu einer Verlangsamung der Marktentwicklung führt und dass andere Nationen, wie die USA, China, Korea und Japan, zunehmend vom Infrastrukturwettbewerb und der Verwendung von Internettechniken profitieren werden - wenn in Europa keine Gegenmaßnahmen getroffen werden.
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