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Vorstudie:
Untersuchung zu einem integrativen Konzept nachhaltiger Entwicklung:
Bestandsaufnahme,
Problemanalyse, Weiterentwicklung
Überblick über den Abschlußbericht
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PDF-Version
des Überblicks
Inhalt
- Zur
Durchführung des Projekts
- Zu
Hintergrund und Zielsetzung des Projekts
- Zum
Inhalt der verschiedenen Arbeitspakete des Projekts
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1. Zur Durchführung des
Projekts
Die hiermit vorgelegte sechsbändige
Studie "Untersuchung zu einem integrierten Konzept nachhaltiger Entwicklung:
Bestandsaufnahme, Problemanalyse, Weiterentwicklung" ist der Abschlußbericht
zu einem Projekt, das von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener
Organisationseinheiten der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren (HGF) vom Mai 1998 bis September 1999 durchgeführt
wurde. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) gefördert.
Im einzelnen waren an diesem
Projekt folgende Organisationseinheiten der HGF beteiligt:
- Forschungszentrum Karlsruhe
(FZK)
- Institut für Technikfolgenabschätzung
und Systemanalyse (ITAS)(federführend)
- Forschungszentrum Jülich
(FZJ)
- Programmgruppe Mensch,
Umwelt, Technik (MUT)
- Programmgruppe Technikfolgenforschung
(TFF)
- Deutsches Zentrum für
Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Hauptabteilung Verkehrsforschung
(FF-VL)
- Abteilung für Systemanalyse
und Technikbewertung des Instituts für Technische Thermodynamik
(TT-STB)
- Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum
(DFD-AN)
- GMD-Forschungszentrum Informationstechnik
- Institut für Autonome
intelligente Systeme (AiS)
- Forschungsinstitut für
Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST)
- Umweltforschungszentrum
Leipzig (UFZ)
- Abteilung ökologische
Ökonomie/Umweltsoziologie (ÖKUS)
- Projektbereich Naturnahe
Landschaften und ländliche Räume (NLLR)
Eine Reihe von HGF-externen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben im Rahmen von Unteraufträgen
Beiträge zu speziellen Fragestellungen geliefert:
- Prof. Dr. G. Banse
Universität Potsdam, Institut für Philosophie
Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit
- Prof. Dr. J. Frohn
Universität Bielefeld, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Expertise zu umweltökonomischen Gesamtmodellen
- Dr. Silke Gronemann, Ralf
Döring
Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald, Botanisches Institut
und Botanischer Garten
Nachhaltigkeit und Diskontierung
- Prof. Dr. St. Jähnichen
Technische Universität Berlin, Institut für Kommunikations-
und Softwaretechnik
Entwurf einer Software- und Rechnerarchitektur zur Implementation eines
Simulationssystems zur nachhaltigen Entwicklung
- Dr. Th. Jahn
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH, Frankfurt
a.M.
Soziale Dimensionen der Nachhaltigkeit. Perspektiven der Konkretisierung
und Operationalisierung
- Dr. M Lüdeke, Dr. F.
Reusswig
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V., Potsdam
Durchführung einer Machbarkeitsstudie über die Formulierung
systemanalytischer Indikatoren für integrierte Strategien einer
nachhaltigen Entwicklung in Deutschland
- Prof. Dr. K. Rennings
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) GmbH, Mannheim
Die ökonomische Dimension in einem integrativen Konzept nachhaltiger
Entwicklung
- Dr. R. Stransfeld
VDI/VDE-Technologiezentrum Informationstechnik GmbH, Teltow
Regionale Ökonomie für integrierte Nachhaltigkeit - Ansatz
und Realität
Die Projektbearbeiter und -bearbeiterinnen
wurden bei der Konzipierung und Durchführung des Projekts von einem
wissenschaftlichen Begleitkreis beraten, insbesondere im Rahmen eines
"Kick-off-Meetings" (Juni 1998) und zweier Workshops (Dezember 1998 und
März 1999). Wir danken folgenden Mitgliedern des Beirats für
ihre konstruktive Unterstützung:
- Prof. Dr. K.-W. Brand
Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V. (MPS), München
- Prof. Dr. med. G. Fülgraff
Institut für Gesundheitswissenschaften, Technische Universität
Berlin
- Dr. rer.pol. M. Gege
B.A.U.M. Bundesdeutscher Arbeitskreis f. Umweltbewusßtes Management
e.V. Hamburg
- Dr. W. Sahm
Verband der chemischen Industrie e.V. (VCI), Frankfurt
- Prof. Dr. H. Wiggering
Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (SRU), Wiesbaden
Die Federführung für
das Gesamtprojekt lag beim Institut für Technikfolgenabschätzung
und Systemanalyse (ITAS) des Forschungszentrums Karlsruhe. Projektkoordinatoren
waren Professor Dr. Herbert Paschen (Leiter des ITAS bis Juni 1998) und
Dipl.-Volkswirt Reinhard Coenen (stellvertretender Leiter des ITAS).
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2. Zu Hintergrund und Zielsetzung
des Projekts
Auf der Ebene der politischen
Programmatik findet das Leitbild einer nachhaltigen oder zukunftsfähigen
Entwicklung in Deutschland - wie in praktisch allen Staaten - breite Zustimmung
bei allen gesellschaftlichen Akteuren. Wenn es jedoch um die konkrete
Benennung von Zielen, Strategien und Handlungsprioritäten geht und
um die Geschwindigkeit der Umsetzung des Leitbildes, so klaffen die Vorstellungen
noch weit auseinander. Einigkeit scheint nur darüber zu bestehen,
dass der als erforderlich erkannte Strukturwandel nicht von Staats wegen
verordnet und mit hoheitlichen Mitteln durchgesetzt werden kann, sondern
eines gemeinsamen Such-, Lern- und Erfahrungsprozesses bedarf.
Ausgangspunkt für die
Entwicklung des Leitbildes war die Erkenntnis, dass ökologische,
ökonomische und soziale Belange nicht länger unabhängig
voneinander betrachtet oder sogar gegeneinander ausgespielt werden dürfen,
sondern in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit gesehen werden müssen.
Dennoch ist der Anspruch, die verschiedenen Dimensionen von Nachhaltigkeit
in einem integrativen Konzept systematisch zu verknüpfen, bisher
nur unzureichend eingelöst worden. Die Mehrzahl der vorliegenden
Studien, Pläne und Programme zur Umsetzung des Leitbildes legt den
Schwerpunkt auf die Konkretisierung der ökologischen Aspekte, während
bei der Operationalisierung der ökonomischen und der sozialen Dimension
noch erhebliche Defizite festzustellen sind.
Vor diesem Hintergrund hat
die Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren ein
breit angelegtes und längerfristiges Verbundvorhaben mit dem Arbeitstitel
"Global zukunftsfähige Entwicklung - Perspektiven für Deutschland"
geplant und inzwischen begonnen. Generelle Zielsetzung dieses Verbund-Vorhabens
ist es, Orientierungs- und Handlungswissen für die Einleitung und
Umsetzung einer zukunftsfähigen Entwicklung in Deutschland zu erarbeiten
und damit einen wissenschaftlichen Beitrag zur Debatte zu leisten. Es
sollen Handlungsoptionen zur Förderung einer zukunftsfähigen
Entwicklung auf nationaler Ebene und für die verschiedenen Aktivitätsfelder
entwickelt und analysiert werden. Für eine am Leitbild einer zukunftsfähigen
Entwicklung orientierte Prioritätensetzung für die Forschungs-
und Technologiepolitik im allgemeinen und für die Forschungs- und
Entwicklungsprogramme der HGF im besonderen sollen Grundlagen und Kriterien
erarbeitet werden. Hierfür soll das vielfältige in den HGF-Zentren
vorhandene Fachwissen genutzt werden.
Kennzeichnend für die
wissenschaftlich-konzeptionelle Ausrichtung des Verbundvorhabens sind
folgende Aspekte:
- Zentrale Ausgangsprämisse
ist, dass die ökologische, die ökonomische, die soziale und
die institutionell-politische Dimension zukunftsfähiger Entwicklung
prinzipiell gleichrangig und integriert zu behandeln sind mit dem Ziel,
die Erhaltung bzw. Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen
mit der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen
in Einklang zu bringen und nach hierfür geeigneten institutionell-politischen
Voraussetzungen zu suchen.
- Weiter wird davon ausgegangen,
dass der Strukturwandel, der Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung
auf eine nachhaltige oder zukunftsfähige Entwicklung bewegen soll,
strategischer Ansätze bedarf, die Effizienz-, Konsistenz- und Suffizienzelemente
miteinander verbinden. Gleichwohl sollen in diesem Vorhaben vor allem
die Effizienz- und Konsistenzverbesserungspotentiale von - technologischen
wie auch gesellschaftlichen - Innovationen untersucht werden, unter
Berücksichtigung von Steuerungs- und Realisierungsproblemen.
- Schließlich sollen
sich die Untersuchungen im Gegensatz etwa zu Arbeiten der Enquete-Kommission
"Schutz des Menschen und der Umwelt" oder des Umweltbundesamtes nicht
von vornherein auf beispielhaft ausgewählte Handlungsfelder beschränken,
sondern die gesellschaftlich relevanten Aktivitäten möglichst
in aller Breite berücksichtigen.
Mit diesem Arbeitsprogramm
begibt sich das Verbundvorhaben der HGF auf zum Teil noch wenig bearbeitetes
Terrain. Angesichts des inhaltlichen Anspruchs, der analytischen Komplexität
und der Neuartigkeit der zu bearbeitenden Fragestellungen wurde das Projekt
"Untersuchung zu einem integrativen Konzept nachhaltiger Entwicklung:
Bestandsaufnahme, Problemanalyse, Weiterentwicklung", über das hier
berichtet wird, konzipiert, um vor Beginn des Verbundprojekts im Rahmen
einer Vorstudie umfangreiche Vorarbeiten für das Verbundprojekt zu
leisten. In das Zentrum dieser Vorstudie wurde die Frage gestellt, wie
die gleichrangige und integrierte Behandlung der verschiedenen Dimensionen
nachhaltiger oder zukunftsfähiger Entwicklung und die angestrebte
flächenmäßige Erfassung der gesellschaftlichen Aktivitätsfelder
in ein handhabbares und erfolgversprechendes Untersuchungskonzept umgesetzt
werden können. Um eine verlässliche Grundlage für die Bearbeitung
dieser Frage zu schaffen, wurde eine ausführliche Analyse und kritische
Bewertung des bisher erreichten Standes der Operationalisierung und Umsetzung
de Nachhaltigkeitsbildes vorgesehen, wobei sowohl wissenschaftliche Ansätze
und nationale Pläne und Strategien als auch Initiativen in der Praxis
auf lokaler, regionaler und unternehmerischer Ebene berücksichtigt
werden sollten.
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Arbeitspaket
1: "Synopse zur Umsetzung des Leitbilds der Nachhaltigkeit in konzeptionellen
Studien und nationalen Plänen"
Arbeitspaket
2: "Umsetzung des Leitbilds auf unternehmerischer, regionaler und
kommunaler Ebene"
Arbeitspaket
3: "Ein integratives Konzept nachhaltiger Entwicklung"
Arbeitspaket
4: "Nachhaltigkeitsindikatoren"
Arbeitspaket
5: "Verursacherbezogene, konsistente Erfassung von Belastungsbeiträgen
und Integration in ein gesamtwirtschaftliches Modell"
Arbeitspaket
6: "Bestandsaufnahme zu Potentialen und Grenzen vorhandener Modelle"
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3. Zum Inhalt der verschiedenen
Arbeitspakete des Projekts
Das gesamte Untersuchungsprogramm
des Projekts wurde in sechs Arbeitspakete aufgeteilt. Der vorliegende
Abschlußbericht enthält einen gesonderten Berichtsband für
jedes dieser Arbeitspakete.
Arbeitspaket 1: "Synopse zur
Umsetzung des Leitbilds der Nachhaltigkeit in konzeptionellen Studien
und nationalen Plänen" ( Schlussbericht
Band 1)
In diesem Arbeitspaket wurden
wichtige bisherige Versuche, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
in konkrete Handlungskonzepte umzusetzen, anhand eines Kategorienschemas
ausgewertet und systematisch miteinander verglichen. Gemeinsamkeiten und
Unterschiede im Hinblick auf die normative Ausgangsbasis, die methodische
Herangehensweise, die vorgeschlagenen Ziele und Umsetzungsstrategien sowie
die damit verbundenen Probleme wurden herausgearbeitet.
In methodischer Hinsicht handelt
es sich bei diesem Arbeitspaket um eine reine Literaturstudie. In die
Synopse einbezogen wurden zwei verschiedene Typen von Dokumenten:
- konzeptionelle Studien und
- nationale Umweltpläne
bzw. Nachhaltigkeitsstrategien.
Beide Gruppen von Dokumenten
wurden nach dem gleichen Kategorienschema ausgewertet, aber nicht miteinander
verglichen, so dass die Ergebnisse in zwei separaten Synopsen vorgelegt
werden.
Im einzelnen sollte die auf der
Basis des Kategorienschemas durchgeführte Auswertung zum Beispiel Aufschlüsse
darüber geben,
- wie die verschiedenen Dimensionen
nachhaltiger Entwicklung innerhalb eines Handlungskonzepts interpretiert,
gewichtet und miteinander verknüpft worden sind,
- nach welchen Kriterien die
Auswahl vorrangig zu bearbeitender Probleme erfolgte,
- wie das Problem der Komplexitätsreduktion
gelöst wurde,
- wie die Handlungsfelder
voneinander abgegrenzt wurden,
- welche Indikatoren zur Anwendung
kommen und wie die Synthese unterschiedlicher Indikatoren erreicht wurde.
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[Arbeitspakete] |
Arbeitspaket 2: "Umsetzung
des Leitbilds auf unternehmerischer, regionaler und kommunaler Ebene"
( Schlussbericht
Band 2 mit 6 Materialienbänden)
Im Rahmen dieses Arbeitspakets
wurden Projekte und andere Aktivitäten analysiert, die in expliziter
oder impliziter Weise versuchen, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
auf regionaler, lokal-gesellschaftlicher oder unternehmerischer Ebene
konkret umzusetzen. Untersucht wurde der aktuelle Stand der Umsetzung
in Deutschland. Ausgehend von der Rio-Deklaration und der Agenda 21 wurden
vier Bereiche betrachtet:
- regionales Wirtschaften,
- Biosphärenreservate,
- kommunale Initiativen (Lokale
Agenda 21) und
- Unternehmen.
Eine erschöpfende Beschreibung
wurde nicht angestrebt, sondern die exemplarische Analyse und Bewertung
typischer Aktivitäten. Die auszuwählenden Projekte sollten folgenden
Kriterien genügen: Sie sollten auf substaatlicher bzw. unternehmerischer
Ebene angesiedelt sein, sie sollten innovativ sein, d.h. möglichst
über traditionelle Ansätze - wie etwa Umwelttechnik oder gesetzliche
Umweltstandards - hinausgehen, und sie sollten mindestens zwei "Säulen"
(Dimensionen) der Nachhaltigkeit betreffen.
Ziel dieses Arbeitspaketes
war es, als empirisches Fundament für die konzeptionellen und methodischen
Überlegungen in anderen Arbeitspaketen Erkenntnisse darüber
zu gewinnen, was nachhaltige Entwicklung in der Praxis bedeutet, wie weit
die Umsetzung des Leitbilds vorangekommen ist, wie die Potentiale bisheriger
Ansätze einzuschätzen sind und wie diese, auch durch weitere
Forschung, zu fördern wären.
Die Ergebnisse zu den einzelnen
untersuchten Bereichen sind in sechs Materialienbänden im einzelnen
dokumentiert.
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Arbeitspaket 3: "Ein integratives
Konzept nachhaltiger Entwicklung" ( Schlussbericht
Band 3)
In diesem Arbeitspaket wurde
der Versuch unternommen, auf der Basis einer sorgfältigen Analyse
vorliegender einschlägiger Untersuchungen und aktueller gesellschaftlicher
Diskurse die Grundlage eines integrativen Konzepts nachhaltiger Entwicklung
herauszuarbeiten. Die Ergebnisse dieses Arbeitspaketes stellen - neben
den Überlegungen zur verursacherbezogenen konsistenten Erfassung
von Belastungsbeiträgen im Arbeitspaket 5 - den konzeptionellen Kern
des gesamten Projektes dar, wobei auf den "work-in-progress"-Status dieser
Ergebnisse hinzuweisen ist.
Die Hauptcharakteristika der
vorgeschlagenen konzeptionellen Weiterentwicklung können wie folgt
beschrieben werden:
- Nachhaltigkeit wird in der
ökologischen, sozialen, ökonomischen und institutionellen
Dimension operationalisiert. Dabei wird nicht von der beschränkten
Perspektive der einzelnen Dimensionen ausgegangen, sondern es werden
- in integrierender Sichtweise - drei generelle dimensionsübergreifende
Nachhaltigkeitsziele auf die Dimensionen projiziert und mit den - in
verschiedenen Diskursen verkörperten - "Eigenlogiken" der einzelnen
Dimensionen vermittelt. Das Ergebnis sind Operationalisierungen der
generellen Ziele hinsichtlich nachhaltigkeitsrelevanter konstitutiver
Elemente der einzelnen Dimensionen in Form von "Regeln" oder "Handlungsleitlinien".
- Die generellen Nachhaltigkeitsziele
sind: "Sicherung der menschlichen Existenz", "Erhaltung des gesellschaftlichen
Produktivpotentials" und "Bewahrung der Entwicklungs- und Handlungsmöglichkeiten".
Sie repräsentieren sowohl fundamentale normative Gerechtigkeitsprinzipien
der Nachhaltigkeit in der Bewahrungs- bzw. Entwicklungsdimension als
auch deren allgemeinste analytisch-funktionale Prämissen. Intra-
und intergenerative Aspekte von Gerechtigkeit werden in diesem Zusammenhang
als gleichrangig und in anthropozentrischer Perspektive gesehen.
- Die aus den allgemeinen
Nachhaltigkeitszielen abgeleiteten "Handlungsleitlinien" bzw. "Regeln"
präzisieren die Bedingungen, die weltweit mindestens erfüllt
sein müssten, damit die Realisierung dieser Ziele nicht gefährdet
wird. Diese Nachhaltigkeitsregeln sollen sowohl als Leitorientierung
für die weitere Operationalisierung des Konzepts in partikularen
Kontexten dienen als auch die Funktion von Prüfkriterien haben,
mit deren Hilfe Zustände in den verschiedenen Ländern auf
ihre (Nicht-)Nachhaltigkeit hin untersucht werden können.
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den Anfang] [Arbeitspakete] |
Arbeitspaket 4: "Nachhaltigkeitsindikatoren"
( Schlussbericht
Band 4)
Die Entwicklung von Nachhaltigkeitsindikatoren
stellt einen wichtigen Schritt zur weiteren Operationalisierung des Leitbilds
einer nachhaltigen Entwicklung dar. Im Rahmen dieses Arbeitspakets wurde
zum einen eine Bestandsaufnahme vorliegender Ansätze zur Entwicklung
von Nachhaltigkeitsindikatoren durchgeführt. Diese Bestandsaufnahme
wurde auf konzeptionelle Aspekte beschränkt, d.h. auf eine Gegenüberstellung
der einzelnen Indikatoren der verschiedenen vorliegenden Indikatorensysteme
wurde verzichtet; sie erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit,
da gegenwärtig an vielen Stellen auf diesem Gebiet gearbeitet wird;
und sie bezieht sich auf "räumlich verteilungsfreie" Indikatorensysteme
auf der nationalen Ebene, und zwar solche, die ausdrücklich als Nachhaltigkeitsindikatorensysteme
firmieren. Diese Bestandsaufnahme soll vor allem auch zur Klärung
der Frage beitragen, inwieweit bei der Entwicklung eines Indikatorensystems
für das HGF-Verbundprojekt auf vorliegende Ansätze zurückgegriffen
werden kann, sowohl in konzeptioneller Sicht als auch im Hinblick auf
die Datenverfügbarkeit.
Da im HGF-Verbundvorhaben auch
regionale bzw. raumbezogene Analysen durchgeführt werden sollen,
umfasste dieses Arbeitspaket auch Überlegungen zur Problematik bzw.
Notwendigkeit von Nachhaltigkeitsindikatoren mit räumlichem Bezug
und räumlicher Differenzierung.
Schließlich wurde in
diesem Arbeitspaket auch der Frage nachgegangen, inwieweit der sogenannte
Syndrom-Ansatz für die Indikatorenentwicklung im HGF-Verbundvorhaben
genutzt werden kann. Hierzu wurde an einem Beispiel - dem Dust-Bowl-Syndrom
- demonstriert, wie durch Modellierung der "Interlinkages" zwischen verschiedenen
Indikatoren regionale Nachhaltigkeitsrisiken aufgezeigt werden können.
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Arbeitspaket 5: "Verursacherbezogene,
konsistente Erfassung von Belastungsbeiträgen und Integration in
ein gesamtwirtschaftliches Modell" ( Schlussbericht
Band 5)
In diesem Arbeitspaket wurden
Untersuchungen zu einem für das HGF-Verbundvorhaben geeigneten methodischen
Konzept durchgeführt. Das zu untersuchende methodische Konzept soll
- den in Arbeitspaket 3 vorgeschlagenen
integrativen Ansatz unterstützen;
- eine flächendeckende
Erfassung von gesellschaftlichen Aktivitäten und eine umfassende
verursacherbezogene Bestimmung von Belastungsbeiträgen gewährleisten;
- die gleichzeitige und zusammenhängende
Diskussion von Effizienz-, Konsistenz- und Suffizienzpotentialen erlauben;
- wegen der besonderen Aufmerksamkeit,
die im HGF-Verbundvorhaben den Effizienz- und Konsistenzverbesserungspotentialen
gelten soll, die Aufnahme technischer Entwicklungen, insbesondere die
vertiefte Untersuchung der Bedeutung von Schlüsseltechnologien,
ermöglichen;
- die Aufteilung in einzelne
Teilbereiche erlauben und die Analyse ihrer Verbindungen unterstützen;
- eine konsistente Grundlage
für die Strukturierung des gesamten Vorhabens bilden;
- prinzipiell auf andere Länder
übertragbar sein.
Um dies zumindest tendenziell
zu erreichen, wurde wie folgt vorgegangen: Zur Sicherung einer flächendeckenden
Analyse wurde die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung mit ihren Nebenrechnungen
als Bilanzierungsschema gewählt. Dieses ökonomische Schema bietet
eine Verbindung zu sozial wichtigen Aspekten, wie Arbeitslosigkeit und
Verteilung, und ist im wesentlichen auch international verfügbar.
An der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung orientiert sich die Umweltökonomische
Gesamtrechnung, die eine Verbindung zu ökologischen Aspekten liefert.
Mit den Input-Output-Tabellen als Nebenrechnung zur Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung wird eine Verbindung zur Technologie und zu Bedürfnissen
hergestellt. Durch die Verbindung von Daten der Umweltökonomischen
Gesamtrechnung mit der Input-Output-Tabelle in einer Input-Output-Analyse
kann beispielsweise eine "Ökobilanz" eines durchschnittlichen Straßenfahrzeugs
berechnet werden, oder es kann bestimmt werden, welche Emissionen mit
dem Kauf bestimmter Güter verbunden sind. Um dieses Gesamtsystem
auch in Szenarien beibehalten zu können, werden gesamtwirtschaftliche
umweltökonomische Simulationsmodelle verwendet.
Die Input-Output-Tabelle kann
auch verwendet werden, um Teilbereiche zu definieren, die Bedürfnisse
und Technologien verbinden. Diese werden "Aktivitätsfelder" genannt
und stellen die detaillierten Untersuchungseinheiten dar. In diesen Teilbereichen
werden Szenarien entworfen, die über das umweltökonomische Simulationsmodell
integriert und auf ihre Konsistenz geprüft werden.
Die gesellschaftlichen bzw.
volkswirtschaftlichen Aktivitäten werden auf folgende "Aktivitätsfelder"
aufgeteilt:
- Bauen und Wohnen,
- Mobilität,
- Ernährung und Landwirtschaft,
- Information und Kommunikation,
- Freizeit und Tourismus,
- Textilien und Bekleidung,
- Gesundheit,
- Sonstige gesellschaftliche
Aktivitäten (überwiegend staatliche Aktivitäten sowie
Aktivitäten von Organisationen ohne Erwerbszweck).
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Arbeitspaket 6: "Bestandsaufnahme
zu Potentialen und Grenzen vorhandener Modelle" ( Schlussbericht
Band 6)
In diesem Arbeitspaket wurde
untersucht, für welche Problemfelder der nachhaltigen Entwicklung
Modellierungen sinnvoll sein können, welche Modelle sich dafür
eignen und welche (Weiter-)Entwicklungen angemessen und durchführbar
erscheinen. Fragen der Modellprämissen, der Datenproblematik, der
Validität der Modellergebnisse und der Kompatibilität der Modelle
mit der Struktur des im Projekt erarbeiteten Gliederungsschemas standen
im Vordergrund der Betrachtung. Die Untersuchungen wurden angesichts der
besonderen Schwierigkeit von Modellierungen für den sozialen Bereich
zunächst auf den ökologischen und den ökonomischen Bereich
beschränkt. Das Problem, inwieweit es sinnvoll und möglich ist,
Einzelmodelle aus unterschiedlichen Bereichen zu einem Gesamtmodellsystem
zu verknüpfen, erfuhr besondere Aufmerksamkeit. Als Ausgangsmaterial
für dieses Arbeitspaket wurde eine Vielfalt von Modellen für
Gebiete wie Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Wasser, Luft herangezogen.
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